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Medien und Informationstechnologien: Stärkere Koordination, um den Bedürfnissen besser zu entsprechen

Die jüngeren Generationen besitzen elektronische Geräte und nutzen täglich die sozialen Netz-werke. Dennoch bedeutet diese Vertrautheit der Jugendlichen mit den neuen Technologien nicht automatisch, dass sie diese auch kompetent anwenden können. Obschon an den Schulen des Kantons Freiburg bereits viel getan wird, drängt sich eine bessere Koordination auf, um mit der Entwicklung der Informationstechnologien und den Anforderungen der Lehrpläne mitzuhalten. Das vom Staatsrat am 9. Mai 2017 angenommene kantonale Konzept für die Integration von Medien, Bildern, Informations- und Kommunikationstechnologien in den Unterricht) legt den Handlungs¬rahmen fest, verstärkt die Systemsteuerung und fördert die Nutzung von Medien und IKT als Lernmittel für die Schülerinnen und Schüler.

Der Kanton Freiburg ist sich seit langem bewusst, wie wichtig die neuen Technologien für den Unterricht sind. Dank einer Motion aus dem Grossen Rat wurde in den 2000er Jahren eine erste Strategie zur Integration von Informations- und Kommunikationstechnologien in den Freiburger Schulen erarbeitet. 2001 wurde die Fachstelle fri-tic gegründet, dank der über 140 in den kantonalen Schulen tätige IKT-Ansprechpersonen sowie 28 Ausbildnerinnen und Ausbildner für Lehrpersonen im Bereich IKT ausgebildet werden konnten. Diese stehen nun den Schulen zur Verfügung. Zudem wurde auch die Internetplattform www.friportal.ch für die Lehrpersonen aufgebaut.

Grosser Wandel

In den über 15 Jahren, die seither vergangen sind, haben sich die Informations- und Kommunika-tionstechnologien stark entwickelt: Aus den IKT wurden Medien und IKT. Denn durch die zu-nehmende Verbreitung der sozialen Medien werden junge Menschen tagtäglich mit Informationen überflutet. Aber sind sie wirklich fähig, diese sinnvoll zu nutzen? Und sind die Lehrpersonen gut gerüstet, um mit dieser Informationsflut und die damit verbundenen Konsequenzen umzugehen? Wie sieht es mit der Schule selber aus? Stellen sie genügend digitale Lernmittel zur Verfügung, wie dies in den Lehrplänen vorgesehen ist? Bieten sie allen Schülerinnen und Schülern des Kantons an¬gemessene Bedingungen, um sich die nötigen Kenntnisse in diesem Bereich anzueignen, der ihren Alltag so stark bestimmt? Welche Präventions- und Interventionsmassnahmen können ergriffen werden, um die mit der Nutzung von Medien und IKT verbundenen Gefahren zu bewältigen?

Gemeinsam auf die Bedürfnisse eingehen

Auf all diese Fragen will das Konzept für Medien und IKT Lösungen anbieten, und zwar in vier Hauptbereichen: 1) Personelle Ressourcen, Aus- und Weiterbildung, 2) pädagogische Ressourcen und Anwendungen (Software), 3) materielle und technische Ressourcen, 4) Prävention und Intervention. Das für die gesamte Freiburger Schule bestimmte Konzept wurde von einer Arbeitsgruppe, bestehend aus elf Vertreterinnen und Vertreter der Ämter für Unterricht, der Berufsbildung, Informatik und Kommunikation, im Auftrag von Staatsrat, Jean-Pierre Siggen erarbeitet.

Nach einer Abklärung der gegenwärtigen Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler, der Lehrpersonen sowie ebenfalls der Bedürfnisse der Schule wurden neun allgemeine Ziele festgelegt, aus denen sich konkrete Massnahmen zur besseren Integration der Medien und IKT ergeben. Zudem gilt es auch die Anforderungen der neuen Lehrpläne zu erfüllen: des im 2011 in Kraft getretenen Westschweizer Lehrplans (PER) und des Lehrplans 21, der 2019 in Kraft treten wird. Auch die Steuerung und Evaluation des Gesamtsystems wird dabei einbezogen.

Soll die Integration der Medien und IKT in den Unterricht gelingen, müssen koordinierte Lösungen auf kantonaler Ebene (und nicht mehr nur auf lokaler Ebene) eingerichtet werden. Die Informationssysteme müssen harmonisiert werden, um die Zusammenarbeit und den Informationsaustausch zu ermöglichen. Für alle Schülerinnen und Schüler im Kanton Freiburg soll mit der Bereitstellung einer angemessenen Ausstattung und dem Sicherstellen des Zugangs zu digitalen Ressourcen die Chancengerechtigkeit gewährleistet werden.

Die Prioritäten

Zu den vorrangigen Aufgaben gehört die Aus- und Weiterbildung der Lehrpersonen im Bereich der Medien und IKT, was bis 2019 erreicht werden soll, und die Erarbeitung einer umfassenden Präventions- und Interventionsstrategie für die Risiken im Umgang mit Medien und IKT. Diese richtet sich an die Eltern und die Lehrpersonen und soll bis Ende 2018 realisiert sein. Bis Ende 2018 soll eine zentralisierte Beschaffung von Informatikmaterial und Software zu vorteilhaften Preisen eingerichtet werden. Auch sollen Standards festgelegt werden, auf die sich die Gemeinden, die für den Kauf des Informatikmaterials auf Stufe der obligatorischen Schule verantwortlich sind, stützen können. Der Staat ist hingegen verantwortlich für die Ausstattung der Mittel- und der Berufsfachschulen.

Einführung der Informatik als naturwissenschaftliches Fach an Schulen?

An den Mittelschulen: Der Lehrplan des kantonalen Faches Informatik/Bürokommunikation für das erste Gymnasialjahr wird sich zu einem Unterricht der Informatik als Fach mit wissenschaftlicher Ausrichtung weiterentwickeln. Eine Arbeitsgruppe bestehend aus Lehrpersonen aller Mittelschulen wurde gebildet, um einen neuen Lehrplan zu erarbeiten. Das obligatorische Fach wird zwei Wochenlektionen umfassen und ab Schuljahresbeginn 2018/2019 eingeführt. Es soll den Mittelschülerinnen und Mittelschülern Kenntnisse und Kompetenzen im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien vermitteln und damit ihre Studierfähigkeit stärken.

An den obligatorischen Schulen: Im Lehrplan 21 ist ab dem 2. Zyklus ein Modul "Medien und Informatik" vorgesehen. Derzeit sind auch Überlegungen in Gang, den Westschweizer Lehrplan PER entsprechend anzupassen.