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Mittelalterlicher Friedhof der Kathedrale
Mittelalterlicher Friedhof der Kathedrale © Alle Rechte vorbehalten - SAEF / AAFR

Die Restaurierung eines Klappmessers

Mittelalterlicher Friedhof der Kathedrale
Mittelalterlicher Friedhof der Kathedrale © Alle Rechte vorbehalten - SAEF / AAFR

22. November 2018 - 16h04

Im Sommer 2018 kamen bei archäologischen Ausgrabungen im Vorfeld der Neugestaltung des St. Katharinen-Platzes bei der Kathedrale St. Nikolaus mehr als hundert Gräber zum Vorschein, die zum ehemaligen Friedhof der Kathedrale gehören. Eines dieser Gräber barg ein ganz besonderes Objekt. Seit diesem Herbst befindet sich dieses in unserer Restaurierungswerkstatt.

Im Grab T341 fand sich auf Höhe der rechten Hand der Verstorbenen ein rund 13 cm langes Klappmesser. Während die Klinge aus Eisen besteht, ist der Griff aus Holz. Letzterer ist mit friesartig angeordneten, unterschiedlich grossen Augenmotiven verziert, die wahrscheinlich aus Bronze gefertigt sind. Die vorläufige Datierung des Fundes verweist in die Zeit zwischen dem 13. und 14. Jahrhundert (eine Radiokarbonanalyse wird erlauben, die Datierung noch einzugrenzen). 

Das Objekt wurde durch zwei Restauratorinnen en bloc geborgen und bis zum Beginn seiner Restaurierung im Kühlraum aufbewahrt. Danach fanden die Arbeit im Labor statt: Beide Seiten des Messers wurden zunächst mit Hilfe feiner Pinsel vom anhaftenden Sediment befreit, bevor eine erste, vorläufige Konsolidierung der verzierten, organischen Teil des Messers erfolgte. Um das Objekt röntgen zu können, wurde eine temporäre Stützunterlage aus Gips hergestellt. Bei der Freilegung zeigte sich schliesslich, dass sich in der Korrosionsschicht des Eisens organische Textilreste erhalten haben. 

Auf den Röntgenbildern ist zu erkennen, dass es sich um ein Messer mit zusammenklappbarer Eisenklinge handelt. Die Aufnahmen machten auch das Dekor aus Augenmotiven sichtbar und erbrachten den Nachweis, dass dieses in Metall ausgeführt ist. 

Noch steht eine Stabilisierung der organischen Bestandteile aus. Dara anschliessend kann dann die genaue Untersuchung des Messers und insbesondere der Textilreste erfolgen. 

FBO-RPS fouille tombe T341

Grab T341 während seiner Freilegung, das Messer ist durch einen roten Kreis gekennzeichnet

AAFR
FBO-RPS prélèvement du couteau

Bergung des Messer durch Mitarbeiterinnen der Konservierungs- und Restaurierungswerkstatt des AAFR

AAFR
FBO-RPS nettoyage couteau T341

Sorgfältige Freilegung des Objekts im Labor mit Hilfe eines weichen Pinsels

AAFR
Couteau de la tombe T341

Blick auf die Oberseite des Messers nach einer ersten, oberflächlichen Reinigung

AAFR
Couteau de la tombe T341 détail

Detail des Dekors aus Bronze, das sich aus verschiedenen Augenmotiven zusammensetzt

AAFR
Radiographie du couteau de la tombe T341

Röntgenaufnahme, die das aus Bronze gefertigte Dekor (Augenmotive) sowie die Form der Eisenklinge zum Vorschein bringt

AAFR
Radiographie de la tranche du couteau de la tombe T341

Röntgenaufnahme der Messerschneide

AAFR
FBO-RPS fouille tombe T341
FBO-RPS prélèvement du couteau
FBO-RPS nettoyage couteau T341
Couteau de la tombe T341
Couteau de la tombe T341 détail
Radiographie du couteau de la tombe T341
Radiographie de la tranche du couteau de la tombe T341

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