Font/Le Péchau Ausgrabungen

Font/Le Péchau
Four de Font/Le Péchau
Four de Font/Le Péchau © Alle Rechte vorbehalten
Four de Font/Le Péchau

Die auf dem Fundplatz von Font/Le Péchau zum Vorschein gekommenen archäologischen Hinterlassenschaften erstrecken sich auf einer Fläche von rund 2500m2. Mittels systematischer Ausgrabung konnten die Überreste einer ausgedehnten, hallstattzeitlichen Siedlungsstelle freigelegt werden. Die grosse Menge an archäologischem Fundmaterial umfasst Keramikscherben (ca. 10'000), Hüttenlehmstücke sowie feuergesprengte Steine. Dieses datiert, wie auch die rund 30 freigelegten Bodenbefunde (Gruben, Herdstellen, Steinschüttungen), in die Ältere Eisenzeit. Da Pfostenlöcher fehlen, werden Schwellbalkenkonstruktionen angenommen, die sich besonders gut für die Errichtung von Bauten in Hanglage eignen, auch wenn der Hang – wie es in Font der Fall ist – nur wenig Neigung aufweist. Diese Hypothese wird durch das Vorhandensein von rechtlinigen Reihen von Steinblöcken gestützt, die als Unterlage für Schwellbalken gedient haben könnten. Zudem sind in der räumlichen Verteilung der Funde Konzentrationen mit geradliniger Begrenzung auszumachen, die auf Wandeffekte hindeuten.  Untern den aussergewöhnlichsten Strukturen findet sich eine grosse ovale Grube (2 x 1,50 x 0,30 m), die mit rund 15 kg geröteten Hüttenlehmklumpen verfüllt war. Letztere zeigen zum Teil Eindrücke von Ruten eines Holzgerüstes. Die Interpretation dieses Befundes als bewegliche Abdeckung eines Ofens, ist noch durch eine vertiefte Analyse zu konkretisieren.
Eine eingehende Untersuchung der an der Fundstelle zahlreich geborgenen Keramikscherben wird erlauben, die chronologische Entwicklung dieser Fundgattung präziser nachzuzeichnen. Bisher ist die Keramik dieser Phase im Siedlungskontext noch kaum bekannt. Im Vergleich mit Keramikensembles aus älteren Perioden hat sich die Palette an Gefässformen und Verzierungen ein wenig erweitert. Horizontal um das Gefäss verlaufende Riefen, Fingertupfen, Eindrücke sowie Fingertupfenleisten stellen die häufigsten Verzierungsarten in Font/Le Péchau dar. Die Keramik kann deshalb in die beginnende Eisenzeit datiert werden. (Hallstatt C oder D).

Céramique et structures de Font/Le Péchau
Céramique et structures de Font/Le Péchau © Alle Rechte vorbehalten
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