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Energetische Gebäudesignatur

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Die energetische Gebäudesignatur zeigt die Kälteempfindlichkeit eines Gebäudes an und ermöglicht es, Unregelmässigkeiten bei der Heizung aufzudecken, die unbemerkt bleiben würden.

Wie funktioniert die energetische Gebäudesignatur?

Je kälter es draussen wird, desto stärker muss geheizt werden, damit die Innentemperatur gleich bleibt. Die energetische Gebäudesignatur ist eine Methode zur grafischen Darstellung des (möglichst) wöchentlich gemessenen Verbrauchs eines Gebäudes in Bezug auf die Heizgradtage. Funktioniert die Heizung korrekt, verlaufen die Punkte ungefähr entlang einer Geraden (Referenzgerade). Je steiler die Gerade ist, desto kälteempfindlicher ist das Gebäude.

 

Beispiel
Energetische Gebäudesignatur
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Energetische Gebäudesignatur

Diese Grafik zeigt die energetische Signatur eines Gebäudes für das Jahr 2015, das heisst, sie stellt den Heizenergieverbrauch in Bezug auf die Heizgradtage dar. Jeder Punkt entspricht einer wöchentlichen Verbrauchsmessung. Ein Punkt in der oben stehenden Grafik liegt weit über der Referenzgeraden: Während mehreren Tagen stimmte der Verbrauch nicht mit dem Wetter überein. Dank der energetischen Gebäudesignatur konnte die Unregelmässigkeit aufgedeckt werden, sobald der wöchentliche Wert in die Anwendung ConsoBat, ein Gratis-Energierechner (nur Französisch), eingegeben wurde, so dass das Problem korrigiert werden konnte.

 

Bei der Interpretation der energetischen Signatur wird kontrolliert, wo sich die Punkte auf der Grafik ansiedeln. Weichen ein oder mehrere Punkte von der Referenzgeraden deutlich ab, lohnt es sich, zu klären, warum das so ist. In manchen Fällen reicht es, die Heizung besser einzustellen und auf diese Weise Energie zu sparen. Die Interpretation der energetischen Signatur ermöglicht es insbesondere,

  • rasch einen ungewöhnlichen Verbrauch festzustellen (bei der wöchentlichen Ablesung des Wärmezählers);
  • eine schlechte Einstellung der Heizungsanlage aufzudecken;
  • die effektiv benötigte Heizleistung für das Gebäude einzuschätzen und festzustellen, ob die Heizung überdimensioniert ist;
  • die Entwicklung des Heizenergieverbrauchs vorherzusehen;
  • die effektive Effizienz von Massnahmen zu berechnen, die zum Energiesparen getroffen wurden (Wärmedämmung, Fensterwechsel, Einstellungen usw.);
  • die Energiekennzahl des Gebäudes zu berechnen.

* Die Heizgradtage werden nicht in ganz Europa gleich berechnet. In der Schweiz wird die Methode der SIA (Schweizerischer Ingenieur- und Architektenverein) angewendet. Es wird von "Heizgradtagen 20/12" gesprochen (20°C Innentemperatur / 12°C durchschnittliche Aussentemperatur, ab der die Heizung eingeschaltet wird).

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