4. Ausgabe des Umweltberichts des Kantons Freiburg

17. Juni 2016 -11h00

Der 4. Umweltbericht zieht zum Ende der Legislatur eine Bilanz über die Wirksamkeit der im Kanton Freiburg ergriffenen Massnahmen. Dank dieser Massnahmen konnte die Belastung der Umwelt zwar vermindert werden, die Konzentrationen gewisser Schadstoffe sind jedoch regelmässig zu hoch, insbesondere in den Grund- und Oberflächengewässern und in der Luft. Der Bericht kann im Internet unter www.fr.ch/afu konsultiert werden.

Der Staat Freiburg veröffentlicht die Ergebnisse seiner Umweltbeobachtung. Damit kommt er seinem durch das Bundesrecht erteilten Informationsauftrag nach. Der 4. Umweltbericht macht eine Bestandsaufnahme der Situation in den Bereichen Gewässer, Abfall, belastete Standorte, Böden, Luft, nichtionisierende Strahlung, Lärm, Risikomanagement und Vorsorge. Der Bericht 2016 präsentiert für jeden dieser Bereiche ein Fazit sowie die geplanten Massnahmen zur Verbesserung der Situation. Für einen umfassenderen Überblick über den Zustand der Umwelt wurde der vorliegende Bericht zudem mit Beiträgen über die Natur, den Wald, die nachhaltige Entwicklung, die Energie, die Mobilität und die Gemeindefinanzen ergänzt.

Guter Zustand der Umwelt

In mehreren Bereichen konnte in den vergangenen Jahren eine erfreuliche Entwicklung verzeichnet werden. So wird bedeutend mehr Abfall verwertet: Der Anteil ist von 54% im 2002 auf 62% im 2014 gestiegen. Im Bereich der Lärmbekämpfung sind die SBB-Linien und die Schiessanlagen bereits saniert, bei den Kantonsstrassen sollte dies bis Ende 2018 der Fall sein - dem Stichdatum für den Bezug von Bundessubventionen. Die Bemühungen zur Begrenzung der Feinstaubemissionen in der Luft tragen langsam aber sicher Früchte. Die nunmehr regionale Bewirtschaftung der Grund- und Oberflächengewässer soll die Ressourcen langfristig erhalten.

Verbesserungswürdiger Zustand

Die Qualität der Grund- und Oberflächengewässer ist noch an vielen Orten unzureichend. Dies ist namentlich unangemessenen Aktivitäten in der Nähe der Gewässer, gewissen Gewässerschutzanlagen, die ihre Funktion nur unzureichend erfüllen sowie zahlreichen Fliessgewässern zuzuschreiben, deren Zustand für eine harmonische Entwicklung der aquatischen Fauna und Flora zu naturfern ist. Trotz einer Reduktion der Feinstaubbelastung ist die Luftqualität noch unbefriedigend. Die Grenzwerte für Ozon sowie von Stickstoffdioxid in der Nähe von stark befahrenen Strassen werden regelmässig überschritten. Im Bereich des Schutzes der städtischen Böden sind aufgrund eines Zusammentreffens mehrerer Ursachen Verschmutzungen aufgetreten.

Zu überwachender Zustand

Nach der Erfassung sämtlicher belasteter Standorte des Kantons beginnen nun die Sanierungsarbeiten entsprechend der festgelegten Prioritäten zum Schutz der gefährdeten Ressourcen. Bei 234 ehemaligen Deponien und Betriebsarealen wurde die erste Untersuchungsphase jedoch noch nicht eingeleitet, diese hat möglichst bis 2020 stattzufinden.
Heute besitzt jede Einwohnerin und jeder Einwohner in der Schweiz im Schnitt mindestens einen Mobiltelefonanschluss. Der Kanton Freiburg macht bei der Entwicklung der Telekommunikation keine Ausnahme, denn er verfügt derzeit über 720 Basisstationen an 515 Standorten. Der Kanton wird die Problematik der nichtionisierenden Strahlung, die unter anderem durch den Betrieb der Mobilfunkantennen erzeugt wird, weiterhin aufmerksam verfolgen.
In der Folge der Revision der Verordnung über den Schutz vor Störfällen müssen die Risiken sämtlicher Anlagen des Kantons neu beurteilt werden.

Vorsorgen ist besser als heilen

Gibt es ein Sprichwort, das den Umweltschutz treffender beschreibt? Wohl kaum, denn es ist in der Tat einfacher, Massnahmen zu ergreifen, um das Grundwasser zu schützen, die Fruchtbarkeit des Bodens zu gewährleisten oder Lärmbelästigungen zu vermeiden, als stets kostenintensive und häufig nur schwer realisierbare Sanierungen zu planen. Im sich rasch entwickelnden Kanton Freiburg besteht diese Vorsorge insbesondere darin, Planungen und Bauprojekte zu analysieren, damit sich diese nicht schädlich auf die Umwelt auswirken. Die Umweltverträglichkeitsprüfung spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle, desgleichen die Information und die Sensibilisierung.

Die Umwelt ist mit weiteren transversalen Themenfeldern wie Energie, Mobilität, Landwirtschaft oder Raumplanung vernetzt. In der Vergangenheit wurden sektorenbezogene Strategien verfolgt, die auch in interessanten und notwendigen Realisierungen mündeten. Die aktuelle Herausforderung besteht aber darin, sämtlichen auf dem Spiel stehenden Interessen Rechnung zu tragen, um sinnvolle und effiziente Lösungen zu finden, die unseren Lebensraum verbessern. 

Saane. Foto Benjamin Ruffieux
 

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