Unsere Entscheidungen im Bereich der Ernährung haben reelle und direkte Auswirkungen auf die Umwelt. Die nachfolgenden Zahlen zeigen, wie gross das Potenzial is

Ernährung und Umwelt
Ernährung und Umwelt © 2018 Etat de Fribourg – Staat Freiburg
Einige Tipps
  • In der Schweiz landen 30% der Nahrungsmittel im Abfall.
  • Lebensmitteltransporte per Flugzeug benötigen 30-mal mehr Energie als per Lastwagen.
  • 80% der Verpackungsabfälle sind Lebensmittelverpackungen, mehrheitlich für Getränke.

Nachhaltige Einkaufsliste

Mit der richtigen Einkaufsliste können wir die Umweltbelastung um 50% verringern. Wie weit wir das Potenzial ausschöpfen, können wir selbst nach unseren Vorlieben, Wünschen und den Zwängen, denen wir unterworfen sind, bestimmen. Besonders vorteilhaft sind unter anderem:

  • lokale und Einkaufen und Kochen auf die benötigte Menge.
  • mehr Gemüse und proteinreiche Hülsenfrüchte, weniger Fleisch;
  • Fisch aus nachhaltiger Zucht (ASC), aus nachhaltiger Fischerei (MSC) oder Bio-Fische;
  • alte und vielfältige Früchte-, Obst- und Getreidesorten;
  • ungenormtes Gemüse (gross, klein, unförmig);
  • Frischprodukte statt tiefgekühlte oder tiefgefrorene Erzeugnisse;
  • nach Möglichkeit Produkte ohne Verpackungsmaterial;
  • Beschränkung beim Einkaufen und Kochen auf die benötigte Menge.
Um meinen ökologischen Fussabdruck zu verringern

 

Ich kaufe saisonale und lokale Produkte

Durch den Entscheid für Produkte aus der Region unterstützen wir die landwirtschaftliche Funktion unserer - häufig von Überbauung bedrohten - Böden in der Schweiz, ohne Böden in anderen Ländern, die ihre Bevölkerung ebenfalls ernähren müssen, zu beanspruchen.

Wenn wir Produkte aus der Region kaufen (Vermeidung von Verlusten bei Transport oder Lagerung) und unsere eigene Lebensmittelverschwendung in der Küche reduzieren, begrenzen wir die Umweltbelastung entlang der gesamten Lebensmittelkette, vom Feld bis auf den Teller.

Indem wir sowohl regionale als auch saisonale Produkte wählen, senken wir die Belastung durch den Lufttransport von Frischprodukten, der eine zehnmal höhere Umweltbelastung verursacht, als wenn dieselben Lebensmittel aus einer Freilandproduktion in der Region stammen würden.

Durch den Entscheid für eine regionale Produktion verkleinern wir unseren Wasser-Fussabdruck im Ausland, den wir durch die landwirtschaftliche Produktion ausserhalb der Schweiz hinterlassen, häufig in Ländern mit geringeren Niederschlagsmengen als in der Schweiz, die ohne Bewässerung nicht auskommen. In der Schweiz werden nur 6% der Böden bewässert.

Ich wähle Schweizer Produkte aus biologischem oder integriertem Anbau

Indem wir Erzeugnisse wählen, die aus inländischer Produktion (integrierte oder biologische Landwirtschaft) stammen, schützen wir die regionale Biodiversität. In der Schweiz gibt es keine konventionelle Landwirtschaft mehr, sondern nur noch integrierte oder biologische Produktion. 98% der Landwirtschaftsflächen in der Schweiz nehmen an Agrarumweltprogrammen teil. Bei diesen Betrieben werden im Durchschnitt 12% des Ackerlandes im Rahmen des ökologischen Leistungsnachweises (ÖLN) als Biodiversitätsförderflächen (BFF) genutzt.

Indem wir naturnahe Landwirtschaftsformen unterstützen, schützen wir die Qualität der Gewässer oder die Fruchtbarkeit der uns ernährenden Böden. Als Beispiel für solche Landwirtschaftsnormen kann die schweizerische Landwirtschaft mit ihrer integrierten oder biologischen Produktion genannt werden, weil diese den Einsatz synthetischer und biologischer Betriebsmittel, die sich in der Nahrungskette anreichern und sich negativ auf die Umwelt auswirken können, reduziert. Wir schützen die Luftqualität, indem wir Anbaumethoden bevorzugen, die Stickstoffverluste beschränken (Dünger, Gülle, Dung).

Ich entdecke alte und vielfältige Früchte-, Obst- und Getreidesorten neu

Wenn wir alte und vielfältige Sorten wählen  (Früchte, Gemüse, Getreide) sowie verschiedene Tierrassen, schützen wir die genetische Vielfalt. Gegenwärtig beruhen 90% der Ernährung der Menschheit auf lediglich 30 Pflanzensorten. Die Bedürfnisse von Verbrauchern und Verteilern sowie die landwirtschaftliche Selektion haben zu einem beträchtlichen Rückgang der genetischen Vielfalt der weltweit genutzten Arten geführt. Diversifizierte Agroökosysteme sind unsere genetische Lebensversicherung, weil sie eine Anpassung an den Klimawandel und an Schädlinge ermöglichen. Sie sind zudem ein wesentlicher Teil unseres Kulturerbes.

Wenn wir Obst-, Getreide- und Gemüsesorten kaufen, die gegenüber Insekten und Krankheiten eine gewisse Toleranz aufweisen, kann der Landwirt den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln reduzieren (IP oder Bio), wodurch das Risiko von Gewässer-, Boden- und Luftverschmutzungen verringert wird. In der Schweiz werden momentan rund 340 Wirkstoffe (IP und Bio) eingesetzt, um Schädlingspopulationen zu kontrollieren. Das Bundesamt für Landwirtschaft aktualisiert monatlich die Liste der zugelassenen Wirkstoffe; in den letzten Jahren wurden zirka 150 Produkte zurückgezogen. Ziel dieser Produktrückzüge ist es, die Risiken zu minimieren und/oder die Zulassung von Wirkstoffen mit einem günstigeren Umweltprofil zu begünstigen.

Ich kaufe Fisch aus nachhaltiger Zucht (ASC), aus nachhaltiger Fischerei (MSC) oder Bio

Durch die Wahl von Erzeugnissen aus nachhaltiger Fischerei unterstützen wir eine nachhaltige Bewirtschaftung der Meeresressourcen und somit einer wichtigen Proteinquelle für die Menschheit. In den Meeren wird ein Drittel der Fischbestände übernutzt.

Ich reduziere meinen Fleischkonsum (Menge und/oder Anzahl Mahlzeiten pro Woche)

Indem wir Fleisch massvoll konsumieren und die Mengen gemäss Ernährungsempfehlungen (2 bis 3 Portionen à 100 bis 120 Gramm pro Woche, einschliesslich Geflügel und Wurstwaren) senken, verringern wir die ernährungsbedingte Umweltbelastung um 20 bis 40%.

Die durch Fleisch verursachte Belastung ist hauptsächlich den massiven Futtermittelimporten wie etwa Sojaschrot aus Brasilien zuzuschreiben. Dort nimmt der Anbau von Sojabohnen stark zu und ist ein Hauptgrund für Waldrodungen und Treibhausgasemissionen. Weltweit wird ein Drittel des Kulturlandes für die Tierfutterproduktion genutzt, obwohl es doch direkt der Ernährung von Menschen dienen könnte. Weltweit hat sich der Fleischkonsum in 20 Jahren verdoppelt. Im Durchschnitt benötigt eine Kalorie tierischen Ursprungs dreimal mehr graue Energie als eine pflanzliche Kalorie.

Indem wir unseren Konsum von Hülsenfrüchten steigern (Proteinzufuhr), verfolgen wir eine Ernährungsweise, die der Umwelt zugutekommt; denn der Anbau von Hülsenfrüchten bindet Luftstickstoff im Boden. Dadurch lässt sich der Einsatz von synthetischen und biologischen Betriebsmitteln reduzieren, deren Produktion viel fossile Energie erfordert und einen hohen Ausstoss von Treibhausgasen verursacht.

Weniger und besser essen!

Aus ökologischer Sicht ist es besser, Schweizer Fleisch zu essen, doch gibt es nicht genug Edelstücke aus Schweizer Herkunft (Filet, Entrecôte), um die Nachfrage zu befriedigen. Helfen Sie mit, Fleischimporte zu vermeiden, indem Sie auch Rezepte mit Schmor- und Bratstücken (Siedfleisch, Haxe, Brust usw.) ausprobieren.

Ich trinke Hahnenwasser

Durch Offeneinkauf mit dem eigenen Korb tragen wir dazu bei, die durch Einwegverpackungen verursachte Abfallmenge zu vermeiden. 80% der Verpackungsabfälle im Haushalt sind Lebensmittelverpackungen einschliesslich Getränkeverpackungen.

Wenn wir Hahnenwasser trinken, benötigen wir weniger Verpackungsmaterial (Flaschen).

Ich kaufe und koche die Mengen, die ich brauche

Wenn wir passende Mengen kaufen, angemessene Portionen kochen und Reste verwerten, verringern wir die Umweltbelastung infolge Lebensmittelverschwendung. In der Schweiz bestehen 30% der Haushaltsabfälle aus Lebensmittelabfällen.

Wenn wir Produkte aus der Region kaufen (Verluste bei Transport oder Lagerung) und unsere eigene Lebensmittelverschwendung in der Küche reduzieren, begrenzen wir die Umweltbelastung entlang der gesamten Lebensmittelkette, vom Feld bis auf den Teller.

Ich kaufe ungenormte Früchte und Gemüse (gross, klein, unförmig)

Indem wir unsere Lebensmittelverschwendung verringern, tragen wir dazu bei, dass der ganze Aufwand für die Lebensmittelproduktion samt den entsprechenden Umweltauswirkungen nicht vergebens war.

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