Umweltverträglichkeitsprüfung - Schutzmassnahmen

Dieser vorsorgliche Umweltschutz wird über die Be­stimmung der wahrscheinlichen projektbedingten Umweltbelastungen und die daraus re­sul­tie­rende Festlegung von Schutzmassnahmen zu deren Reduktion auf ein akzeptables (gesetzes­kon­formes) Mass erreicht.

Kompensationsmassnahmen Löwenberg
Kompensationsmassnahmen Löwenberg © 2012 Amt für Umwelt - Staat Freiburg

Die UVP ist ein Planungsinstrument für die Vermeidung projektbedingter Umweltbelastun­gen, dank welchem die zuständigen Behörden bei der Entscheidfindung über ein Projekt den Um­welt­schutz bewusst miteinbeziehen können. 

Man unterscheidet verschiedene Arten von Massnahmen :

  • Umweltschutzmassnahmen, welche die direkten Umwelteinwirkungen des Projekts reduzieren (Beispiel: Lärmschutzwand);
  • Kompensationsmassnahmen, dank welchen bestimmte negative Auswirkungen des Projektes auf die Umwelt kompensiert werden können (Beispiel: Errichtung eines Feuchtbiotops);
  • Begleitmassnahmen, mit welchen die Betriebsszenarien des Projektes beeinflusst werden können (Beispiel: Verkehrsbeschränkungen innerhalb einer Agglomeration, welche die Reali­sie­rung einer Umfahrungsstrasse vorsieht);
  • raumplanerische Massnahmen.

Wie wird ihre Realisierung gewährleistet ?
Indem die zuständige Behörde die Baubewilligung oder anderweitig notwendige Genehmigung für ein Projekt erteilt, wird die Realisierung der projektintegrierten und in den verschiedenen Gutachten der betroffenen Dienststellen verlangten Massnahmen obligatorisch (sofern letztere im Entscheid übernommen werden). Im Allgemeinen definiert der UVB die pro­jekt­in­te­grier­ten Massnahmen in sogenannten Faktenblättern, in welchen für jede Massnahme das Ziel, die gesetzliche Grundlage, die Bewirtschaftung und der Unterhalt usw. festgelegt werden.

Der Bauherr ist dafür zuständig, dass mit der Realisierung des Projektes auch die Umwelt­schutz­massnahmen und Bedingungen der verschiedenen Bewilligungen umgesetzt werden. Für Grossprojekte hat der Bauherr in Eigenregie dafür zu sorgen, dass ein Fachbüro zur Durch­füh­rung einer sogenannten ökologischen Baubegleitung beauftragt wird. Dessen erste Aufgabe be­steht in der Vorbe­rei­tung der Submissionen für die Betriebe, die die Arbeiten ausführen werden. Da­bei erfasst das Fachbüro alle projektintegrierten Massnahmen und Bedingungen der Be­will­li­gun­gen und "übersetzt“ diese für die betroffenen Unternehmen. Sobald die Aufträge erteilt sind, übernimmt das Fachbüro die Rolle eines Verantwortlichen für die ökologische Bau­beglei­tung, welcher die korrekte Realisierung der Massnahmen überwacht und die Umweltfachstellen über den Fortgang der Arbeiten auf dem laufenden hält und sie über allfällige Änderungen informiert. Diese allseits akzeptierte Pra­xis ist in die kantonale Verordnung über die Umweltverträglichkeitsprüfung und die Verfah­ren (UVPVV) eingeflossen und dient der fachlich korrekten Umsetzung der Massnahmen.

Nach Beendigung der Bauarbeiten kontrolliert die zuständige Behörde, ob die Schutz­mass­nah­men realisiert wurden, indem sie eine ökologische Bauabnahme durchführt.

Bei Nichteinhaltung der Bedingungen der Baubewilligung legt die zuständige Behörde die Mass­nah­men zur Behebung der problematischen Situation fest.

Kontakt

Sektion UVP, Bodenschutz und Anlagensicherheit

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