Das Amt für den Arbeitsmarkt (AMA) ist für die Bearbeitung der Gesuche zur Einführung von Kurzarbeit (KA) im Kanton Freiburg zuständig. Das AMA unterstützt Sie bei allen notwendigen Schritten im Bereich der KA.

Entschädigung für Kurzarbeit

Sie verzeichnen einen vorübergehenden Arbeitsausfall, möchten aber Entlassungen vermeiden, um die nötigen Arbeitskräfte sofort zur Verfügung zu haben, sobald das Geschäft wieder anzieht. Die Entschädigung für Kurzarbeit ist für diese Fälle gedacht: Unter bestimmten Bedingungen zahlt die Arbeitslosenversicherung Entschädigungsleistungen, um die Lohnkosten der Arbeitnehmer zu decken, die vom Arbeitsausfall betroffen sind. 

  • Wer hat Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung?
  • Anrechenbare Arbeitsausfälle
  • Vorgehensweise
  • Weiterbildung im Betrieb

Wer hat Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung?
Am Zahltag zahlt der Arbeitgeber den Arbeitnehmenden 80 % des auf die ausgefallenen Arbeitsstunden entfallenden Lohns. Dieser Vorschuss wird ihm danach von der Arbeitslosenkasse zurückerstattet. Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung haben Arbeitnehmende, die für die Arbeitslosenversicherung beitragspflichtig sind, sowie die Arbeitnehmenden, die die obligatorische Schulzeit zurückgelegt, das Mindestalter für die AHV-Beitragspflicht jedoch noch nicht erreicht haben.

Folgende Arbeitnehmenden haben keinen Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung:

  • Arbeitnehmende mit einem befristeten Arbeitsvertrag
  • Temporärarbeitnehmende
  • Lernende
  • Arbeitnehmende, deren Arbeitszeit nicht ausreichend kontrollierbar ist
  • Arbeitnehmende mit einer dem Arbeitgeber nahe stehenden Funktion
  • ... ausführliche Liste in der Broschüre  (PDF-Format)


Anrechenbare Arbeitsausfälle
Arbeitsausfälle können in der Regel entschädigt werden, wenn sie auf wirtschaftliche Gründe, behördliche Massnahmen oder andere nicht vom Arbeitgeber zu vertretende Umstände zurückzuführen sind. Aber auch wetterbedingte Kundenausfälle können angerechnet werden.

Nicht unter Kurzarbeit fallen Arbeitsausfälle,

  • wenn sie voraussichtlich nicht vorübergehend sind
  • wenn sie nicht mindestens 10 Prozent der Arbeitsstunden ausmachen, die normalerweise im Betrieb insgesamt geleistet werden
  • wenn sie Arbeitsplätze nicht erhalten
  • wenn sie durch betriebsorganisatorische Massnahmen (Reinigungs-, Reparatur- oder Unterhaltsarbeiten) verursacht werden
  • wenn sie durch branchen-, berufs- und betriebsübliche oder durch saisonale Beschäftigungsschwankungen verursacht werden
  • ... ausführliche Liste in der Broschüre (PDF-Format)
     

Vorgehen

  1. Mindestens 10 Tage vor Beginn der Kurzarbeit muss der Arbeitgeber eine Voranmeldung an die kantonale Amtsstelle, das heisst an das Amt für den Arbeitsmarkt, schicken. Zusätzlich zur Voranmeldung händigt der Arbeitgeber eine Liste der betroffenen Arbeitnehmenden unter Angabe ihrer jeweiligen Funktion aus.
  2. Die kantonale Amtsstelle fällt innerhalb der zehntägigen Frist für die Voranmeldung einen Entscheid. Ist er positiv, so kann der Arbeitgeber bei der Arbeitslosenkasse seinen Anspruch auf Entschädigungsleistungen geltend machen. Nach Prüfung des Gesuchs zahlt die Kasse dem Arbeitgeber die entsprechenden Leistungen in der Regel innert eines Monats aus.

Alle Formulare im Zusammenhang mit Kurzarbeit finden Sie auf der Webseite arbeit.swiss

Weiterbildung im Betrieb

Der Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung bleibt bestehen, wenn der Arbeitgeber mit Einwilligung der kantonalen Amtsstelle die ausfallende Arbeitszeit ganz oder teilweise zur Weiterbildung der betroffenen Arbeitnehmenden verwendet.

Die kantonale Amtsstelle darf ihre Einwilligung nur geben, wenn die Weiterbildung:

  • Fertigkeiten oder Kenntnisse vermittelt, die der arbeitnehmenden Person auch bei einem Stellenwechsel nützlich sein können;
  • durch sachkundige Personen nach einem zum Voraus festgelegten Programm durchgeführt wird;
  • von der üblichen Tätigkeit im Betrieb klar getrennt ist;
  • nicht im alleinigen oder überwiegenden Interesse des Arbeitgebers liegt.

Diese Voraussetzungen müssen kumulativ erfüllt sein.

Das Gesuch, um ausgefallene Arbeitszeit zur Weiterbildung der betroffenen Arbeitnehmenden verwenden zu dürfen, ist rechtsprechungsgemäss analog der Voranmeldefrist nach Art. 36 AVIG spätestens zehn Tage vor Weiterbildungsbeginn einzureichen. Bei dieser Frist handelt es sich um eine Verwirkungsfrist. Wird das Gesuch verspätet eingereicht, kann die Weiterbildung erst für die Zeit nach Ablauf der Frist bewilligt werden (G6 ff. AVIG-Praxis KAE).

Bitte kontaktieren Sie vorab den Rechtsdienst des AMA (026 305 96 00), um die Weiterbildung zu melden und zusätzliche Informationen zum Ausfüllen des Gesuchs zu erhalten.

 

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