Entschädigung für Schlechtwetter

Anspruchsbedingungen, anrechenbare Arbeitsausfälle und Vorgehen zur Meldung eines wetterbedingten Arbeitsausfalls.

Entschädigung für Schlechtwetter

Die Schlechtwetterentschädigung leistet einen angemessenen Lohnersatz für wetterbedingte Arbeitsausfälle von Arbeitnehmern. Sie wird dem Arbeitgeber von der Arbeitslosenkasse ausgezahlt.

  • Die betroffenen Erwerbszweige
  • Wer hat Anspruch auf Entschädigung?
  • Anrechenbare Arbeitsausfälle
  • Vorgehen

 

Die betroffenen Erwerbszweige
Die Erwerbszweige, in denen Schlechtwetterentschädigung ausgerichtet wird, sind:

 

  • Hoch- und Tiefbau, Zimmerei-, Steinhauer- und Steinbruchgewerbe
  • Sand- und Kiesgewinnung
  • Geleise- und Freileitungsbau
  • Landschaftsgartenbau
  • Waldwirtschaft, Baumschulen (sofern nicht Nebenzweig eines landwirtschaftlichen Betriebs)
  • Sägerei
  • ... ausführliche Liste in der Broschüre  (PDF-Format)


Wer hat Anspruch auf Entschädigung?
Am Zahltag zahlt der Arbeitgeber den Arbeitnehmern 80% des auf die ausgefallenen Arbeitsstunden entfallenden Lohns. Dieser Vorschuss wird ihm danach von der Arbeitslosenkasse zurückerstattet. Anspruch auf Schlechtwetterentschädigung haben Arbeitnehmer, die für die Arbeitslosenversicherung beitragspflichtig sind sowie die Arbeitnehmer, die die obligatorische Schulzeit zurückgelegt, das Mindestalter für die AHV-Beitragspflicht jedoch noch nicht erreicht haben.

Folgende Arbeitnehmer haben keinen Anspruch auf Schlechtwetterentschädigung:

  • Temporärarbeitnehmer
  • Arbeitnehmer, deren Arbeitszeit nicht ausreichend kontrollierbar ist
  • Arbeitnehmer mit einer dem Arbeitgeber nahe stehenden Funktion
  • ... ausführliche Liste in der Broschüre  (PDF-Format)
     

Anrechenbare Arbeitsausfälle
Ein Arbeitsausfall ist anrechenbar, wenn:

  • er ausschliesslich durch das Wetter verursacht wird
  • er mindestens einen halben Tag dauert
  • die Fortführung der Arbeiten technisch unmöglich oder wirtschaftlich unvertretbar ist oder den Arbeitnehmern nicht zugemutet werden kann.


Vorgehen

  1. Der Arbeitgeber muss der kantonalen Amtsstelle, das heisst dem Amt für den Arbeitsmarkt, den wetterbedingten Ausfall spätestens am 5. Tag des folgenden Monats mit dem Formular «Meldung eines wetterbedingten Arbeitsausfalls» melden. Neu kann die Meldung auch über ein Online-Formular gemacht werden, das die Berechnungen erleichtert.
  2. Die kantonale Amtsstelle fällt einen Entscheid. Ist er positiv, so kann der Arbeitgeber bei der Arbeitslosenkasse seinen Anspruch auf Entschädigungsleistungen geltend machen. Nach Prüfung des Gesuchs zahlt die Kasse dem Arbeitgeber die entsprechenden Leistungen aus.

Hinweis:

Art. 47 Abs. 1 AVIG schreibt vor, dass der Arbeitgeber den Entschädigungsanspruch seiner Arbeitnehmer innert drei Monaten nach Ablauf jeder Abrechnungsperiode gesamthaft für den Betrieb oder die Arbeitsstelle bei der von ihm bezeichneten Kasse geltend machen muss.

Falls beispielsweise der Arbeitgeber am 5. Februar 2012 eine Meldung über einen wetterbedingten Arbeitsausfall einreicht, so muss er seinen Entschädigungsanspruch für Januar 2012 bei der Kasse bis Ende April 2012 geltend machen.Deshalb wird das Unternehmen gebeten, die Abrechnung für die Arbeitslosenkasse so rasch wie möglich aufzustellen und zwar auch dann, wenn es vom Amt für den Arbeitsmarkt noch keinen Entscheid über die Gewährung von Schlechtwetterentschädigung erhalten hat, denn  der Anspruch verfällt, wenn er nicht innert drei Monaten nach Ablauf jeder Abrechnungsperiode geltend gemacht wird.

Formulare

Meldung eines wetterbedingten Arbeitsausfalls:

- Online-Formular
- Formular zum Ausdrucken

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