Der Leitfaden wurde im Rahmen einer Pilotphase erstellt. Er dient dazu, den Erfahrungsschatz der Gemeinden zu sammeln und in Form von guten Praxisbeispielen darzustellen. Er steht allen interessierten Personen und Gemeinden zur Verfügung. 

Wenn Sie das Programm «Gemeinsam in der Gemeinde» auf lokaler Ebene umsetzen möchten, ist es wichtig, die vier Etappen der Umsetzung, die beteiligten Akteure und die erforderlichen Ressourcen zu kennen.

Ein Vernetzer+ von «Bulle Sympa» vor einer Tafel, an der die Ideen aus einem partizipativen Workshop aufgehängt sind.
Kantonales Programm «Gemeinsam in der Gemeinde» © 2018 Etat de Fribourg – Staat Freiburg
Die vier Etappen von «Gemeinsam in der Gemeinde»

Jedes Projekt von «Gemeinsam in der Gemeinde» wird von den beteiligten Akteuren aufgegleist, unter Einbezug der lokalen Realitäten und Gelegenheiten. Die Projektentwicklung erfolgt in vier Etappen: Lancierung, Vorbereitung, Umsetzung und Verankerung.

Lancierung

Die Gemeindebehörden interessieren sich für das Programm und möchten mehr darüber erfahren. Zu diesem Zweck nehmen sie mit der IMR und dem Bildungszentrum «L’êtrier» Kontakt auf. Überzeugt vom Nutzen des Programms, beschliessen sie, in das Projekt einzusteigen. Sie ernennen eine «Gemeinsam in der Gemeinde»-Kommission und eine Koordinatorin bzw. einen Koordinator. Sie sichern die nötigen (personellen und finanziellen) Ressourcen und eruieren die Bedürfnisse der Bevölkerung. 

Der Leitfaden als Umsetzungshilfe 

1.1 Vermittlung des Mehrwertes des Projekts  «Gemeinsam in der Gemeinde» 
1.2 Förderung des Projekts «Gemeinsam in der Gemeinde»
1.3 Standortbestimmung und Einbettung des Projekts «Gemeinsam in der Gemeinde»
1.4 Sicherstellung der Ressourcen des Projekts «Gemeinsam in der Gemeinde»
1.5 Schaffung der Struktur des Projekts «Gemeinsam in der Gemeinde»

Diskussionsgruppen in einem partizipativen Workshop beim Projekteintritt der Gemeinde Wünnewil-Flamatt.
Diskussionsgruppen © Alle Rechte vorbehalten
Diskussionsgruppen in einem partizipativen Workshop beim Projekteintritt der Gemeinde Wünnewil-Flamatt.
Vorbereitung

Die Behörden, die Koordinatorin bzw. der Koordinator und die «Gemeinsam in der Gemeinde»-Kommission stützen sich auf die Bestandesaufnahme, um den Rahmen und die Schwerpunkte des Projekts festzulegen. Über verschiedene Werbekanäle ermuntern sie die Einwohner/innen dazu, sich aktiv einzubringen und die Ausbildung «Vernetzer/innen+» zu absolvieren.

Der Leitfaden als Umsetzungshilfe 

2.1 Bestimmung der Ausrichtung des Projekts «Gemeinsam in der Gemeinde» 
2.2 Kommunikation und Motivation 
2.3 Rollenbild der Vernetzer/innen+
2.4 Kontaktaufnahme mit potentiellen  Vernetzer/innen+
2.5 Motivation und Einladung zur Ausbildung  «Vernetzer/innen+»
2.6 Festlegung von Inhalten und Zweck der Ausbildung «Vernetzer/innen+»

Umsetzung

Die «Gemeinsam in der Gemeinde»-Kommission legt gemeinsam mit dem Bildungszentrum «L’êtrier» die Themen und das Programm der Ausbildung fest. Die interessierten Einwohner/innen absolvieren die Ausbildung und werden damit zu Vernetzer/innen+. 
Die Koordinatorin bzw. der Koordinator ist während und nach der Ausbildung für sie da. Diese Begleitung orientiert sich an den Werten von «Gemeinsam in der Gemeinde» und trägt zur Entwicklung einer bestimmten Haltung bei. Die Koordinatorin bzw. der Koordinator unterstützt die Vernetzer/innen+ auch bei der Organisation von Projektaktionen.
Lebensqualität hat in jeder Gemeinde unzählige Facetten und wird gemeinsam erprobt!

Der Leitfaden als Umsetzungshilfe 

3.1 Planung und Aufstellung des  Ausbildungsprogramms
3.2 Zusammenstellung der Gruppe der  Vernetzer/innen+ in Ausbildung 
3.3 Durchführung der Ausbildung
3.4 Evaluation der Ausbildung
3.5 Unterstützung und Begleitung der  Vernetzer/innen+ 
3.6 Förderung der «Gemeinsam in der Gemeinde»- Haltung
3.7 Durchführung von Projektaktionen
3.8 Beitragen zum Austausch zwischen verschiedenen Projekten von «Gemeinsam in der Gemeinde»

Verankerung

Nach dem ersten Jahr wird Bilanz gezogen. So kann über das weitere Vorgehen entschieden werden. Damit ein «Gemeinsam in der Gemeinde»-Projekt langfristig laufen kann, bedarf es politischer Unterstützung und beständiger Evaluation.

Der Leitfaden als Umsetzungshilfe 

4.1 Evaluation des Projekts  «Gemeinsam in der Gemeinde»
4.2 Entscheid über Abschluss oder Weiterführung des Projekts «Gemeinsam in der Gemeinde» 
4.3 Festlegung des weiteren Vorgehens im Projekt «Gemeinsam in der Gemeinde»

 

Die Akteure von «Gemeinsam in der Gemeinde»

Jedes «Gemeinsam in der Gemeinde»-Projekt wird von vier Akteuren getragen, die sich vernetzen, zusammenarbeiten und ihren Beitrag zum Ganzen leisten.

Die Gemeindebehörden
 

Als Projektverantwortlicher legt der Gemeinderat (und der Generalrat) die strategische Ausrichtung fest, treibt Mittel auf und stellt Kontakt zwischen den verschiedenen Partnern her. 

Die «Gemeinsam in der Gemeinde»-Kommission 
 

Die Kommission weist eine breit gefächerte Zusammensetzung auf (politische Akteure, Vereine, Gemeindeverwaltung usw.) und wird von den Gemeindebehörden ernannt. Sie kann aus einer bestehenden Kommission hevorgehen (Jugend- oder Integrationskommission usw.) oder ad hoc gebildet werden. Sie legitimiert und leitet das Projekt. 

Die Projektkoordination
 

Diese Bezugs- und Vertrauensperson, die oft aus der soziokulturellen Animation stammt, ist für die Koordination und die Umsetzung des Projekts sowie für die Begleitung der Vernetzer/innen+ zuständig. Im Idealfall wird mit ihr ein fixes Arbeitspensum vereinbart (20 %). Die Vertrautheit mit der Bevölkerung sowie lokalen Anlässen und Dynamiken ist von Vorteil. 

Die Vernetzer/innen+
 

Vernetzer/innen+ sind Einwohner/innen, welche die Ausbildung absolviert haben. Es handelt sich hierbei um Frauen und Männer beliebiger Herkunft und Kultur, unterschiedlichen Alters, neu zugezogen oder seit Langem in der Gemeinde wohnhaft. Sie bringen diverse Erfahrungen mit, leben die Werte des Projekts vor und setzen sich auf lokaler Ebene ihren Fähigkeiten entsprechend für Wünsche und Bedürfnisse ein. 

Kontakte knüpfen mit dem Schnurspiel
Akteurinnen und Akteure von «Gemeinsam in der Gemeinde» © Alle Rechte vorbehalten
Kontakte knüpfen mit dem Schnurspiel

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