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Gesellschaftliche Gefahren

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Die gesellschaftlichen Gefahren sind Gefahren, deren Ursprung in zwischenmenschlichen Konflikten liegt. Im Kanton Freiburg wurden folgenden Gefahren in Betracht gezogen:

Gewalt unterhalb der Kriegsschwelle

Gesellschaftliche Gefahren: Gewalt unterhalb der Kriegsschwelle

Vorstellung

Unter Gewalt unterhalb der Kriegsschwelle versteht man einen Konflikttyp von geringer Intensität zwischen einem Staat und nicht-staatlichen Akteuren.

Diese Gewalt kann verschiedene Formen wie Terrorismus, Geiselnahme oder Erpressung annehmen.

Gefahren

Die mit der Gewalt unterhalb der Kriegsschwelle verbundenen Gefahren können je nach Angriffsart verschieden sein (konventionelle Bombe, chemische Bombe, schmutzige Bombe, Sabotage, Geiselnahme...). Für diese Art von Aktien ist leider die menschliche Phantasie keine Grenzen gesetzt. Es sei jedoch angemerkt, dass zusätzlich zu den tatsächlichen Schäden die psychologische Wirkung auf die Bevölkerung beträchtlich ist.

Die tatsächlichen zu befürchten Schäden sind Toten, Verwundeten und Sachschäden.

Was die psychischen Schäden betrifft, handelt es sich hier um Angst, Psychose, Verlust des Vertrauens in den Behörden und Wirtschaftsabschwung.

Begriffserklärungen

Biologischer Angriff
Verwendung von Viren, Bakterien, Pilze, Giftstoffe oder Mikroorganismen, um absichtlich Krankheit oder Tod von Menschen oder Tieren zu verursachen.

Chemischer Angriff
Verwendung von chemischen Mitteln, um absichtlich Krankheit oder Tod von Menschen oder Tieren zu verursachen.

Schmutzige Bombe
Konventionelle Bombe, die durch radioaktives Material umgeben ist. Dieses radioaktive Material wird bei der Explosion in Form von Staub verteilt.

Unkonventionelle Terrorismus
Bezieht sich auf den Begriff des „unkonventionelle Kriegsführung“ oder die Verwendung in Kriegszeiten von unerlaubten Mitteln der Genfer Konventionen. 

Unterhalb der Kriegsschwelle
Unterhalb des traditionellen Schwelle des Krieges oder Konflikttyp von niedriger Intensität.

Ereignisbeispiele

2015, Paris / 2016, Brüssel
Am 13. November 2015 führte die Terrororganisation Islamischer Staat (Daech) in Paris Terroranschläge durch.
Der erste Selbstmordanschlag fand in Saint-Denis, in der Nähe des Stade de France statt, wo sich drei Terroristen in die Luft sprengten. Weitere Angriffe fanden dann in Paris statt, wo drei Personen Terrassen von Cafés und Restaurants abschossen; zwei von ihnen flohen, der dritte sprengte sich in die Luft. Der längste und tödlichste Angriff fand im Bataclan-Theater statt, wo 1'500 Menschen an einem Konzert teilnahmen. Drei Dschihadisten eröffneten das Feuer auf die Öffentlichkeit, bevor ein Angriff der Polizei sie stoppte und die Terroristen tötete. 
Die offizielle Zahl der Todesopfer liegt bei 130 Toten und 413 Verwundeten im Krankenhaus, von denen 99 in absoluten Notsituationen waren.

Am 22. März 2016 sprengten sich in di Luft in Brüssel ein erster Terrorist auf dem Brüsseler Flughafen und ein zweiter in einer Metrostation. Die endgültige Zahl beträgt 32 Todesopfer (ohne Selbstmordattentäter) und 340 Verletzte.

2011, Vereinigten Staaten
Am 11. September nehmen Flugzeugentführer die Kontrolle über vier Verkehrsflugzeuge, die sie gegen Gebäude hetzen. Zwei Flugzeuge stürzten in das World Trade Center, ein anderer in den Pentagon und ein vierter auf dem Land, nachdem die Insassen die Kontrolle zurücknahmen.
Diese Angriffe verursachten den Tod von 2'973 Personen und veränderten die globale geopolitische Landschaft tiefgreifend.

1979, Schweiz
Auch Mitglieder der dt. Roten Armee Fraktion (RAF) hielten sich bisweilen in der Schweiz auf, wo sie von der sog. Gruppe Bändlistrasse unterstützt wurden. 1979 überfiel ein Kommando der RAF eine Filiale der Schweizer Volksbank in Zürich. Auf ihrer Flucht erschossen die Täter eine Passantin und verletzten drei Personen.

1970, Schweiz
Als Reaktion zur Verhaftung von Aktivisten setzte die Volksfront zur Befreiung Palästinas 1970 eine Zeitbombe in einer in Zürich gestarteten Swissair-Maschine. Der Flugzeug stürzt im Wald in der Umgebung von Würenlingen (AG), was 47 Insassen und Besatzungsmitglieder das Leben kostete.
Im selben Jahr entführten Palästinenser Terroristen neben zwei Flugzeugen eine DC-8 der Swissair ins jordanischen Zerka. Die 155 Passagiere und Besatzungsmitglieder kamen nach sechs Tagen frei, während die Maschinen gesprengt wurden.
Die deutsche Anarchistische Kampforganisation (AKO) entwendete Waffen und Munition aus Depots der Schweizer Armee und belieferte damit terroristischen Organisationen, v.a. die Gruppe um den Terroristen Carlos. 1977 wurden die Hauptaktivisten der AKO verhaftet und verurteilt.

1969, Schweiz
Nach einem verübten Anschlag auf ein israelisches Flugzeug in Kloten, bei dem der Pilot ums Leben kam, wurden die Palästinenser Attentäter verhaftet und vor Gericht gestellt.

Zwischen 1962 und 1964, Schweiz
Der Front de libération jurassien (FLJ) verübt mehrere Anschläge gegen bernerische und eidgenössische Einrichtungen, um die Unabhängigkeit des Juras zu erhalten.

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