Gesundheitsförderung und Prävention an der Schule: für die Eltern

Die Fragen rund um die psychische und physische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen sind zentrale Anliegen. Sie sind in erster Linie Teil der Erziehungsaufgabe der Eltern, gehen jedoch auch die gesamte Gesellschaft etwas an. In diesem Sinne trägt die Schule ebenfalls einen Teil der Verantwortung. Hier finden Sie Informationen zu den verschiedenen Themen, die in der Schule behandelt werden.

Mobbing

Tritt ein Problem mit (Cyber-) Mobbing auf, empfehlen wir den Schülerinnen und Schülern, sich rasch an eine erwachsene Vertrauensperson zu wenden : Eltern, Lehrerin oder Lehrer, Schulmediatorin oder Schulmediator, Schulsozialarbeiterin oder Schulsozialarbeiter usw.

Mobbing ist eine Form von Gewalt, die in der Regel folgende Merkmale aufweist:

  • Sie tritt wiederholt auf.
  • Sie erfolgt über längere Zeit.
  • Sie richtet sich gegen einen anderen Menschen.
  • Es handelt sich um ein Gruppenphänomen: Neben der Täterin oder dem Täter (Mobber) und dem Opfer spielen die übrigen Schülerinnen und Schüler mit ihrer Einstellung zu den Ereignissen ebenfalls eine Rolle in der Entwicklung einer Mobbingsituation. Sie können nämlich entweder aktive oder passive Zeugen sein.
  • Zwischen dem Opfer und der Täterin oder dem Täter besteht eine asymmetrische Beziehung: Für das Opfer ist es daher schwierig, sich zu verteidigen.

Das Opfer kann verbal angegriffen, ausgeschlossen und bestohlen werden; zudem können Gegenstände, die ihm gehören, beschädigt werden. Mit Mobbing will man das Opfer zudem demütigen, was bei diesem ein Gefühl der Scham erzeugt. Die häufige Wiederholung solcher Verhaltensweisen führt oft dazu, dass das Opfer ausgeschlossen wird (Isolierung).

Leider wird Mobbing in der Schule meist vor den Erwachsenen versteckt. Die Opfer oder Zeugen sprechen nicht darüber, sei es aus Scham, Schuldgefühl, Angst vor der Reaktion der Eltern, Angst vor Repressalien oder weil sie befürchten, dass die Situation sich weiter verschlimmert oder weil sie sich machtlos fühlen usw. Die modernen Kommunikationsmittel können das Phänomen noch verstärken. Erfolgt Mobbing über die sozialen Netzes (Facebook, WhatsApp, Instagram, Snapchat, Youtube, Twitter usw.), per SMS oder E-Mail, so spricht an von Cybermobbing.

Cybermobbing

Cybermobbing ist auch eine Form von Gewalt, die sich an der Schule ereignen kann. Cybermobbing bedeutet, dass andere Kinder oder Jugendliche mit den modernen Kommunikationsmitteln beleidigt, bedroht, ausgeschlossen oder lächerlich gemacht werden. Das Besondere an dieser Art von Gewalt ist, dass sie sich überall und jederzeit ereignen kann, also auch zuhause, am Bildschirm. Das Mobbing verfolgt die Schülerinnen und Schüler somit auch ausserhalb des Schulhauses und lässt dem Opfer keine Ruhepause, da es 7 Tage die Woche rund um die Uhr, also zeitlich unbeschränkt geschehen kann.

Die Besonderheiten des Internets können das Phänomen ebenfalls verstärken. Denn Veröffentlichungen im Internet verbreiten sich sehr rasch, sie können von vielen Menschen gelesen und zigmal angeschaut werden. Ein weiteres Problem besteht darin, dass man einen Inhalt nur schwer endgültig löschen kann, sobald einmal veröffentlicht ist. Er kann immer wieder reaktiviert werden. Cybermobbing kann in unterschiedlicher Form erfolgen (verfängliche oder intime Aufnahmen, die über die soziale Netzen breit veröffentlicht werden, Verbreiten von Gerüchten oder retuschierten Fotos, Präsentation unter einer falschen Identität auf dem Internet, etwa in einem Diskussionsforum, gefälschte Identität, Identitätsdiebstahl).

Prävention

(Cyber-) Mobbing hat einen negativen Einfluss auf das Opfer (negatives Selbstwertgefühl, Verlust der Freude an der Arbeit, nachlassende schulische Leistungen, Gesundheitsprobleme usw.) und auch auf die Täterin oder den Täter (Mangel an Mitgefühl, systematisches Gewaltverhalten, Ausgrenzung, schulisches Versagen usw.). Eine (Cyber-) Mobbing-Situation beeinträchtigt zudem das Lernen aller Schülerinnen und Schüler und verschlechtert das Schulklima. Dabei legt die Schule besonderen Wert auf ein gutes Schulklima. Sie hat daher eine Strategie und präventive Massnahmen erarbeitet, um gegen das (Cyber-) Mobbing vorzugehen.

Die Prävention (und Gesundheitsförderung) an der Schule ist in den Lehrplänen vorgesehen. Mit diesen sorgt die Schule für eine Ausbildung zu den technologischen Hilfsmitteln. Die Lehrpläne beziehen die Informations- und Kommunikationstechnologien in die Fachbereiche ein und streben eine sinnvolle Nutzung im Unterricht durch die Schülerinnen und Schüler an.

Den Lehrpersonen stehen zudem Unterrichtsmaterialien zur Verfügung, um das Thema im Unterricht zu behandeln. So befasst sich insbesondere das vom Verein REPER entwickelte zweisprachige Programm ACTE/AKTE zur Prävention von Sucht- und Risikoverhalten, auf dem diese Seite basiert, mit dem Thema Mobbing. Nähere Auskunft dazu finden Sie auf der Webseite des Vereins.

Was soll man bei Mobbing tun?

Bei den Schülerinnen und Schülern
Tritt ein Problem mit (Cyber-) Mobbing auf, empfehlen wir den Schülerinnen und Schülern, sich rasch an eine erwachsene Vertrauensperson zu wenden (Eltern, Lehrerin oder Lehrer, Schulmediatorin oder Schulmediator, Schulsozialarbeiterin oder Schulsozialarbeiter usw.). Denn die Lösung des Problems wird schwieriger, sobald sich (Cyber-) Mobbing erst einmal entwickelt hat. Wir ermuntern auch alle, die Zeugen einer solchen Situation werden, dies rasch Erwachsenen zu melden.

Bei den Eltern
Bemerken die Eltern (oder andere Angehörige) Anzeichen dafür, dass ein Kind von (Cyber-) Mobbing betroffen ist, sollten sie rasch mit der Lehrperson Kontakt aufnehmen. Diese ist die erste Ansprechperson, wenn ein Problem auftritt. Die Kontaktaufnahme mit der Lehrperson oder der Schulleitung ist wichtig, denn Fälle von (Cyber-) Mobbing machen sich auch in der Klasse oder an der Schule der Schülerin oder des Schülers bemerkbar. Mit der Früherkennung von (Cyber-) Mobbing kann man vermeiden, dass sich das Problem auf längere Zeit "einnistet". Sobald eine Lehrperson oder die Schulleitung einen Verdacht hegt oder über eine (Cyber-) Mobbing-Situation informiert wird, stehen ihr Mittel zur Verfügung, um die Situation einzuschätzen. 

Unterstützungsmassnahmen
Für Schülerinnen und Schüler, die Opfer von (Cyber-) Mobbing werden, bietet die Schule Hilfe und Unterstützung an, und zwar über die Schulleitung, Schulmediation, Schulsozialarbeit. Die Opfer von (Cyber-) Mobbing können sich auch an die Opferberatungsstelle OVG (Bundesgesetz über die Hilfe an Opfer von Straftaten) wenden. Diese Stelle kann die Opfer und ihre Angehörigen anhören, beraten und bei den Schritten, die diese unternehmen wollen, begleiten.

Die Jugendbrigade der Kantonspolizei kann die Schülerinnen und Schüler sowie ihre Eltern ebenfalls beraten.

Rechtliche Schritte
(Cyber-) Mobbing ist als solches nach Gesetz nicht direkt strafbar, wohl aber bestimmte damit zusammenhängende Straftatbestände (z. B. üble Nachrede, Verleumdung, Beschimpfung, Drohung, Erpressung, Nötigung, Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs wie etwa durch unbefugtes Aufnehmen von Bild oder Ton, Missbrauch einer Fernmeldeanlage usw.). Zudem können Opfer von Mobbing auf dem Zivilweg verschiedene Klagen anstrengen (z. B. Beseitigungs-, Einstellungsklage, Kontakt- oder Rayonverbot).

Somit können Opfer rechtliche Schritte unternehmen; Strafantrag oder Klage einreichen kann aber nur die geschädigte Person oder ihre gesetzliche Vertretung.

Kontakt

Opferberatungsstelle (Bundesgesetz über die Hilfe an Opfer von Straftaten):

  • Männer, Kinder und Jugendliche: 026 305 15 80
  • Frauen: 026 322 22 02

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