Gesundheitsförderung und Prävention an der Schule: für die Eltern

Die Fragen rund um die psychische und physische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen sind zentrale Anliegen. Sie sind in erster Linie Teil der Erziehungsaufgabe der Eltern, gehen jedoch auch die gesamte Gesellschaft etwas an. In diesem Sinne trägt die Schule ebenfalls einen Teil der Verantwortung. Hier finden Sie Informationen zu den verschiedenen Themen, die in der Schule behandelt werden.

Sexualkundeunterricht in der Schule

Der Sexualkundeunterricht hilft dem Kind, sich vollständig zu entfalten, indem es von seinen intellektuellen, körperlichen, emotionalen und geistigen Fähigkeiten Gebrauch macht, was ihm ein positives und harmonisches Heranwachsen ermöglicht.
Neben dem Präventionsauftrag will die Sexualinformation auch zum Verständnis der Sexualität verhelfen und ihre Sinnhaftigkeit aufzeigen.


Wozu Sexualinformation in der Schule?
  • weil die Schule für die Jugendlichen eine pädagogische Funktion hat und an ihrer Erziehung beteiligt ist,
  • weil die Schule ein Ort der Sozialisierung für alle Kinder und Jugendlichen ist,
  • weil die Schule die Pflicht hat, die Gesundheit allgemein sowie die sexuelle Gesundheit zu fördern,
  • weil die Schule ein positives Bild der Sexualität vermitteln kann, im Gegensatz zu gewissen Vorstellungen, die in den Medien vermittelt werden.

Unserer Auffassung nach müssen die Kinder und Jugendlichen ihrem Alter gemässe korrekte Informationen erhalten, um sich kritisch mit der sie umgebenden mediatisierten Umwelt auseinander setzen zu können. Sie müssen auch ihre Rechte und Pflichten im respektvollen Umgang mit dem anderen Menschen kennen. Unser Sexualkundeunterricht basiert auf einem ganzheitlichen Konzept. Das heisst, wir behandeln die Sexualität in allen ihren Dimensionen (affektive, soziale, emotionale und biologische Dimension).

Wir vertreten den Ansatz einer Zusammenarbeit zwischen Eltern und Schule. Als Eltern sind Sie die ersten Verantwortlichen für die Erziehung Ihrer Kinder. Unsere Rolle ist es, Sie zu unterstützen, indem wir namentlich die Sexualinformation in den Klassen der obligatorischen Schule im Kanton Freiburg erteilen.

Organisation des Sexualkundeunterrichts
Die Sexualpädagoginnen besuchen die Klassen auf Anfrage der Schulkreise mindestens einmal pro Schulstufe:

Mit einem angepassten Programm besuchen die Sexualpädagoginnen auch die Sondereinrichtungen des Kantons.

Informationsabend für die Eltern
Im Vorfeld der Sexualkundelektion organisieren die Schulen in der Regel einen Infoabend für die Eltern und die Lehrpersonen. Bei diesem Austausch wird der Inhalt des Sexualkundeunterrichts präsentiert und es können Fragen gestellt werden.

Inhalt des Sexualkundeunterrichts
Folgende Themen werden in der Klasse angesprochen und der jeweiligen Schulstufe angepasst:

  • Körper und Entwicklung: worin unterscheiden und ähneln sich Mädchen und Jungen, das Vokabular für den Körper, die verschiedenen Lebensphasen (von der Empfängnis bis zum Erwachsenenalter), die Pubertät, das Funktionieren des menschlichen Körpers
  • Gesundheit und Wohlbefinden: die Sinne, angenehme und unangenehme Berührungen (Prävention des sexuellen Missbrauchs), das Liebesgefühl, Fortpflanzung und Schwangerschaft, die Sexualbeziehungen unter Erwachsenen
  • Rechte und Pflichten: der Unterschied zwischen guten und schlimmen Geheimnissen, die Verbote des schweizerischen Gesetzes, sexueller Missbrauch und die Schuldlosigkeit des Opfers, das innerhalb und ausserhalb der Familie verfügbare Hilfsnetz, die Rechte und Pflichten der Kinder und der Eltern, der Minderjährigenschutz, die Prävention im Internet
  • Emotionen und Gefühle: die verschiedenen Emotionen, Gefühlsbindungen, das Bedürfnis geliebt, anerkannt, verbunden und geschützt zu sein, Intimität, Schamgefühl und Geheimhaltung, Hemmungen, Scham, Vergnügen, Liebe, Freundschaft, Liebeskummer, verletzende Worte, Respekt
  • Beziehungen, Lebensstile und soziokulturelle Determinanten der Sexualität: die unterschiedlichen Auffassungen der Familie, unterschiedliche Lebensstile, unterschiedliche Normen und Werte je nach Land, Kultur und Religion, Aufwertung der Elternrolle, Stereotypen, der Druck von Seiten der Gleichaltrigen und der Medien

Der Sexualkundeunterricht basiert auf den sexuellen Rechten, den Standards der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Sexualaufklärung in Europa und dem Referenzrahmen für die Sexualaufklärung in der Romandie, der 2014 von SEXUELLE GESUNDHEIT Schweiz und Artanès erarbeitet wurde. Gemäss Westschweizer Lehrplan (PER) und Lehrplan21 ist der Sexualkundeunterricht Teil des Schulprogramms. Jedoch können die Eltern ihr Kind vom Sexualkundeunterricht freistellen lassen. Der entsprechende begründete Antrag ist an die Direktion oder die Schulleitung zu richten.

Wollen Sie mehr über sexuelle Gesundheit erfahren?

Haben Sie Fragen zu sexuelle Gesundheit? Hier finden Sie alle Informationen für Eltern, für Kinder, für Jugendliche und für Erwachsene.

Kontakt

Freiburger Fachstelle für sexuelle Gesundheit

Rue de la Grand-Fontaine 50
1700 Freiburg

T +4126 305 29 55
F +41 26 305 29 57

Schalterzeiten

Telefonzentrale

  • Montag bis Donnerstag von 8.30 bis 11.30 Uhr und von 14 bis 17 Uhr.

Beratungsgespräche

  • in Freiburg: nach Vereinbarung vom Montag bis Donnerstag.
  • in Bulle: nach Vereinbarung am Montag Nachmittag und Donnerstag Nachmittag.

Medizinische Beratung

  • nach Vereinbarung am Montag von 13 bis 19 Uhr und am Donnerstag von 13 bis 17 Uhr.

Beratungsstelle  Profa Payerne
Rue de Lausanne 9 
Beratung sexuelle Gesundheit - Familienplanung :
+41 21 631 01 49
(Dienstag und Donnerstag Nachmittag)
Schwangerschaftsberatung :
+41 631 01 59
(Montag und Donnerstag)

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