Museum für Kunst und Geschichte - die Sammlung

Das Museum für Kunst und Geschichte Freiburg sammelt hauptsächlich Kunstwerke und historische Gegenstände, die aus dem Kanton Freiburg stammen oder aus anderen Gründen für ihn wichtig sind. Eine Reihe von Objekten innerhalb dieser autochthon geprägten Sammlung sind jedoch von internationaler Bedeutung: so etwa die frühmittelalterlichen Gürtelschnallen, das Ostergrab aus dem Kloster Magerau, die Tafelgemälde von Hans Fries, die spätgotischen Skulpturen, Werke der Künstlerin Marcello und ihrer Freunde sowie Plastiken von Jean Tinguely und Niki de Saint Phalle.

Städtische Repräsentation im Agrarkanton

Dauerausstellung
Städtische Repräsentation im Agrarkanton
im Museum für Kunst und Geschichte

Das 19. Jahrhundert war geprägt von grossen Veränderungen, die auch das politische, wirtschaftliche und kulturelle Leben in Freiburg mitbestimmten. Nach dem Zusammenbruch des Ancien Régime (1798) konnten die Liberalen die Auseinandersetzung mit den konservativen Kräften nur kurze Zeit (1830–1837) für sich entscheiden. In der Mediationszeit (1803–1815) war Freiburg Hauptstadt der Schweiz, verlor jedoch danach in der Eidgenossenschaft an Gewicht und besann sich in der zweiten Jahrhunderthälfte zunehmend auf sich selbst. Als zunächst reiner Agrarkanton schuf Freiburg erst nach 1850 die Voraussetzungen für eine Industrialisierung, die im Vergleich zu den andern Kantonen bescheiden war.

 

Hungersnöte und Armut zwangen viele Bauern zu Landflucht und Auswanderung. Freiburg, damals bisweilen als «Hauptstadt der Bettler» bezeichnet, besass nur eine dünne Schicht von Wohlhabenden, die aus der alten Aristokratie und dem Klerus bestand und wenig Zuwachs von erfolgreichen Händlern und Industriellen erhielt. Nur sie konnte sich eine Wohnkultur leisten, die sich an der Entwicklung der europäischen Hauptstädte orientierte.

 

Der Salon diente weiterhin der Unterhaltung, Bildung und Selbstdarstellung: hier empfing man Gäste, veranstaltete Hauskonzerte und Dichterlesungen. Dieser Raumtyp durchlief die Stilstufen der Epoche; im Idealfall war er als Gesamtkunstwerk gestaltet. Die klassizistischen Formen des Directoire, Empire und Biedermeier wichen nach und nach der Neugotik, dem Neurokoko und den historistischen Mischformen aus Renaissance, Barock und Klassizismus. Bis über die Jahrhundertmitte hinaus wurde die Gestaltung dabei von der Symmetrie bestimmt: Konsolen, Kommoden, Spiegel und grosse Deckenleuchter gliederten den Raum mit seinen zahlreichen Sitzgelegenheiten. Im Verlauf der Zeit wurde die Einrichtung dichter und üppiger. Kräftige Wandfarben verbanden sich mit komplizierten Vorhangdraperien und Polsterungen, Decken, Kissen, reichem Fransenwerk und Spannteppichen. Hinzu kamen zahlreiche Kleinmöbel, Pflanzen, Nippes und Souvenirs, die von der Weltläufigkeit ihrer Besitzer zeugten.

 

Die Freiburger Interieurs waren in der Regel bescheidener und in ihrer Zusammensetzung zufälliger. Man nahm Rücksicht auf bestehende Räume, nutzte auch ererbtes Mobiliar und trennte die Raumfunktionen weniger deutlich voneinander. Vollständige, mit importierten Möbeln und Kunstwerken bereicherte Neueinrichtungen wie der prächtige Empiresalon des Landsitzes von Wallenried (1823–1824) blieben Ausnahmen.)

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