Museum für Kunst und Geschichte - die Sammlung

29. Oktober 2018 -16h40

Das Museum für Kunst und Geschichte Freiburg sammelt hauptsächlich Kunstwerke und historische Gegenstände, die aus dem Kanton Freiburg stammen oder aus anderen Gründen für ihn wichtig sind. Eine Reihe von Objekten innerhalb dieser autochthon geprägten Sammlung sind jedoch von internationaler Bedeutung: so etwa die frühmittelalterlichen Gürtelschnallen, das Ostergrab aus dem Kloster Magerau, die Tafelgemälde von Hans Fries, die spätgotischen Skulpturen, Werke der Künstlerin Marcello und ihrer Freunde sowie Plastiken von Jean Tinguely und Niki de Saint Phalle.

Freiburger Archäologie - Schmuck und Frömmigkeitszeugnisse

Dauerausstellung
Freiburger Archäologie - Schmuck und Frömmigkeitszeugnisse
im Museum für Kunst und Geschichte Freiburg

Die ersten archäologischen Grabungen auf Freiburger Gebiet wurden im Lauf des 19. Jahrhunderts von der Société des Antiques unternommen, einer 1828 gegründeten Gesellschaft. Ihre Mitglieder schenkten dem Staat prähistorische Funde und Artefakte aus der Epoche der Pfahlbauer, der Eisenzeit, der römischen Antike und des Frühmittelalters, die den Grundstock der kantonalen Sammlung bildeten. Um 1870 begannen die Ausgrabungen der Seeufersiedlungen am Neuenburger- und Murtensee; sie wurden seit der Schaffung des kantonalen archäologischen Dienstes durch Hanni Schwab (1967) konsequent weitergeführt. Die im Museum präsentierten Objekte stammen aus 17 Jahrhunderten!
Unsere Vorfahren gaben den Verstorbenen Waffen, Gefässe, Werkzeug und Esswaren ins Grab mit und statteten die Toten mit ihren schönsten Kleinodien aus. Man schmückte nicht nur Arme und Beine (mit Reifen und Ringen), sondern auch das Haupt und den Hals (mit Ketten, Anhängern, Perlen, Diademen und Ohrringen). Schmuck – auch von Männern getragen – war ein Prestigesymbol, das oft über Generationen vererbt wurde und manchmal einen hohen gefühlsmässigen Wert hatte. Ein Schmuckstück etwa, das aus dem Zahn eines prestigeträchtigen, von einem steinzeitlichen Jäger erlegten Wildes gefertigt war, konnte auch zum Talisman werden. Nadeln, Fibeln und Broschen besassen neben ihrer praktischen Funktion auch modische Aspekte. Von der Urzeit bis zum Frühmittelalter trugen Frauen und Männer zur Abwehr von Unheil gerne Gürtelschliessen mit apotropäischer Verzierung: Geometrische Muster waren in der Frühzeit üblich, Tiere aus dem Reich der Fantasie finden sich hingegen auf den Beschlagplatten merowingischer Gürtelgarnituren. Seltene, wertvolle und farbige Werkstoffe wurden zur Fertigung von Schmuckstücken bevorzugt: Steine, Meeresmuscheln, Bernstein und Koralle, Lignit, Knochen und Hirschhorn, daneben natürlich auch Kupfer, Gold und Silber.
Die Statuetten der im Kanton entdeckten gallorömischen Gottheiten stammen von Hausaltären (Lararien), Tempeln oder geheiligten Orten in der Natur wie Quellen oder Teichen.

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