Naturgefahren

Naturgefahren sind alle von Naturkräfte stammende potenzielle Schadens-, Beeinträchtigungs- oder schädliche Einwirkungsquellen gegenüber Sachen oder Personen.

Die Naturgefahren variieren von einer Region zur Anderen gemäss ihre Böden- und Untergrund Gegebenheiten, des Reliefs oder sogar des Klimas. Für den Kanton Freiburg wurden folgende Naturgefahren in der Risikoanalyse festgehalten:

Pandemie

Naturgefahren: Pandemie

Vorstellung

Der Begriff „Epidemie“ bezeichnet entweder das Auftreten vieler Fälle einer neuen Krankheit oder die erhebliche Zunahme der Fälle einer bestehenden Krankheit in bestimmten Regionen, Gemeinschaften oder Kollektivitäten.

Wenn Krankheitsfälle auf breiter Ebene beobachtet werden (mehere Länder oder Kontinente) spricht man von einer Pandemie.

Gefahren

Je nach Art der Krankheit stellen die Pandemien eine mehr oder weniger grosse Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung dar.

Neben dem offensichtlichen Risiko für die Gesundheit, stellen  Epidemien und Pandemien auch ein Risiko für die Wirtschaft dar. Eine grosse Zunahme von Krankheitsfällen verursacht tatsächlich einen wirtschaftlichen Rückgang wegen  der Abwesenheitsrate der Arbeitskräfte.

Epidemien können ausserdem Angst- und Furchtgefühle in der Bevölkerung erzeugen.

Begriffserklärungen

Ansteckung
Übertragung einer Krankheit von einem kranken Menschen  auf einen gesunden Menschen.

Antibiotikum
Natürliche oder synthetische Substanz, die gegen Bakterieninfektionen verwendet wird.

Grippe
Vom Influenzavirus verursachte Infektion der oberen Atemwege. Es gibt drei Typen von Influenzaviren: A, B und C.

  • Die Viren vom Typ A (16 Subtypen H und 9 Subtypen N) infizieren regelmässig und meist im Winder sehr viele Menschen. Die Krankheit kann eventuell einen fatalen Ausgang haben. Die Typ-A-Viren sind die einzigen, die auch bestimmten Tieren treffen (Schwein, Pferd, Vogel...).
  • Die Viren vom Typ B verursachen ernstzunehmende Atemwegserkrankungen
  • Die Viren vom Typ Cwerden nicht als beunruhigend betrachtet und sind Erreger von harmlosen Atemwegserkrankungen.

Immunisierung
Vorgehen, um einen Menschen oder ein Tier krankheitresistent zu machen.

Impfstoff
Mit Mikroben, Viren und Parasiten  zubereitete Substanz, die einem Lebenswesen eine Immunität verleiht, wenn sie ihm innokuliert wird. 

Inkubation (Zeit)
Zeitspanne zwischen der Einführung eines Krankheitserregers in den Organismus und  des Auftretens der ersten Anzeichen einer Krankheit.

Quarantäne
Einschliessen in einem begrenzten und geschützten Raum.

Seuchenherd
Herkunftsort der Krankheit oder des Virus.

Verseuchung
Befall eines lebenden Organismus von pathogenen Mikroorganismen.

Virostatikum
Wirkstoff gegen bestimmten Viren.

Virulenz
Fähigkeit eines Virus oder eines Erregers, eine schwere Krankheit zu bewirken.

Virus
Sehr kleiner Infektionserreger,  der einen einzigen Nukleinsäure-, DNA- oder RNA-Typ hat und sich nur fortpflanzen kann, indem er eine Zelle schmarotzt.

Ereignisbeispiele

Grippe / Influenza
Die Influenza oder Grippe ist eine durch das Influenzavirus ausgelöste Infektionskrankheit bei Menschen. Typische Symptome sind Husten, Schnupfen, Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen und Schwäche. Die Viren werden anhand ihrer antigenen Oberflächenmoleküle (Hämagglutinin (HA) und Neuraminidase (NA)) in Subtypen eingeteilt. Durch die ständige Veränderung der Oberflächenproteine wird eine erneute Infektion vom Immunsystem nicht mehr oder nur schlecht erkannt und es kann erneut zu einer Erkrankung kommen.
Die «spanische Grippe» (Subtyp H1N1) wütete von 1918 bis 1920 und forderte zwischen 25 und 50 Millionen Todesopfer. Eine Besonderheit dieser Grippe war, dass ihr vor allem 20- bis 40-jährige Menschen erlagen, während Influenzaviren sonst besonders Kleinkinder und alte Menschen gefährden. Weitere Beispiele sind die «asiatische Grippe» (Subtyp H2N2, 1957 – 1958, ca. 1.5 Mio. Todesopfer), die «Hongkong-Grippe» (Subtyp H3N2, 1968 – 1970, ca. 800 000 Todesopfer), die «russische Grippe» (Subtyp H1N1, 1977, ca. 700 000 Todesopfer) und die «Schweinegrippe» (Subtyp A/H1N1, 2009, 18 000 durch Labors bestätigte  Todesopfer, geschätzt ca. 300 000 Todesopfer).

HIV (AIDS)
Ab 1982: weltweite  Verbreitung von AIDS. Das Human Immunodeficiency Virus (HIV) greift die Zellen des menschlichen Immunsystems direkt an. HIV sucht und zerstört eine Gruppe weisser Blutkörperchen (T-Zellen oder CD4-Zellen), die das Abwehrsystem zur Bekämpfung von Infektionen benötigt. Das Acquired Immunodeficiency Syndrome (AIDS) ist das Endstadium einer HIV-Infektion. Das Virus wird durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten wie Blut, Sperma, Vaginalsekret sowie Muttermilch übertragen.  Die Verbreitung von HIV hat in den letzten 30 Jahren nach Schätzungen der Organisation UNAIDS etwa 28 Millionen Todesopfer gefordert. Ungefähr 33,3 Millionen Menschen sind weltweit mit dem Virus infiziert. In der Schweiz lebten 2009 etwa 18 000 HIV-Infizierte, davon 5 700 Frauen.

Verhaltensempfehlungen

Im Falle einer Pandemie oder einer Epidemie ist es wichtig, die Anweisungen der Behörden zur Kenntnis zu nehmen und ihnen zu folgen.

Um zu vermeiden,  mit dem Grippevirus angesteckt zu werden:

  • Sich die Hände regelmässig waschen (Seife genügt).
  • In ein Wegwerftuch husten (oder wenn nötig, in Ihren Ärmel).
  • Körperlichen Kontakt mit kranken Menschen vermeiden.
  • Sich gegen die Grippe impfen lassen.

Beim Auftreten der ersten Symptome:

  • Nicht arbeiten gehen und keine andere soziale Tätigkeit ausüben.
  • Sich erholen.
  • Seine Symptome überwachen und mit seinem Arzt Kontakt aufnehmen.

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