Die elfte "Fotografische Ermittlung: Thema Freiburg" wird sich mit den Heilerinnen und Heilern unseres Kantons befassen

12. Juni 2017 -11h00

Die Jury betraut Virginie Rebetez mit der 11. "Fotografischen Ermittlung: Thema Freiburg". Sie hat ihr Projekt unter den 19 eingegangenen Bewerbungen ausgewählt. Die Waadtländer Fotografin wird sich in ihrer Arbeit dem Thema der Heilkundigen in der heutigen Freiburger Gesellschaft befassen.

Virginie Rebetez
Virginie Rebetez © Tous droits réservés

Nach der Ausschreibung der 11. "Fotografischen Ermittlung: Thema Freiburg" erhielt das Amt für Kultur 19 Projekte aus der Schweiz und dem Ausland. Am häufigsten vorgeschlagen wurden fotografische Ermittlungen zur Landwirtschaft, zum Verhältnis zwischen Tradition und Moderne, zur Beziehung zwischen dem Menschen und der Natur, zum architektonischen Kulturerbe oder auch zu verschiedenen Aktivitäten, die im Kanton ausgeübt werden. Die Jury - bestehend aus den Fotografen Nicolas Savary und Matthieu Gafsou, Ivan Mariano, dem Direktor des Museums Murten, Romano Zerbini, dem Direktor der Photobastei Zürich, sowie Philippe Trinchan, dem Vorsteher des Amts für Kultur des Staates Freiburg (Präsident) - zeigte sich erfreut über die Vielfalt und die künstlerische Qualität der eingereichten Projekte.

Nach mehreren Beratungsrunden fiel der Entschied der Jury auf das Projekt "Malleus Maleficarum" von Virginie Rebetez zu den Heilerinnen und Heilern, "faiseurs de secret" (Heiltätige mit Segensformeln), Medien, Gebetsheilern, Einrenkern und Magnetopathen - Praktiken, die traditionell im Kanton Freiburg weit verbreitet sind. Die Fotografin, die in den vergangenen Jahren in anderen Ländern und Gegenden an ähnlichen Themen gearbeitet hat, möchte ihre künstlerischen Nachforschungen zu Verborgenem, Verschwundenem und Unentdecktem vertiefen und dieses Mal diese alten Praktiken erforschen. In ihrem Projekt wird sie sich insbesondere mit der Identität dieser Praktiken und ihrem Ansehen in der heutigen Freiburger Gesellschaft auseinandersetzen. Zusätzlich ist dazu eine Archivarbeit geplant. Das Ergebnis dieser 11. Ausgabe wird in einer Publikation und in einer Ausstellung präsentiert.



Virginie Rebetez, Jahrgang 1979, lebt und arbeitet in Lausanne. Sie erwarb 2005 einen Abschluss an der Ecole Supérieure de Photographie in Vevey und 2008 schloss sie ihr Studium an der Gerrit Rietveld Academie in Amsterdam ab. Sie stellt ihre Werke regelmäßig in unterschiedlichen Museen und Galerien sowohl in der Schweiz als auch im Ausland aus. Ihr Schaffen wurde in den letzten Jahren mit verschiedenen Stipendien und Kulturpreisen ausgezeichnet und mehrfach in Publikationen zur zeitgenössischen Fotografie vorgestellt. Virginie Rebetez wurde auch für mehrere Gastaufenthalte in Künstlerresidenzen ausgewählt: 2013 in Südafrika (Pro Helvetia), 2014 in New York (Kanton Waadt) sowie von November 2016 bis Januar 2017 in Kairo (Stadt Lausanne).

Fotografische Ermittlung: Thema Freiburg

Im Jahr 1996 rief der Staatsrat auf Vorschlag der Direktion für Erziehung, Kultur und Sport die "Fotografische Ermittlung: Thema Freiburg" ins Leben. Seither beauftragt der Kanton alle zwei Jahre eine Fotografin oder einen Fotografen mit einer Fotoreportage. Das Thema oder der Gegenstand der Reportage muss einen Bezug zum Kanton Freiburg haben (Ort, Ereignis, Persönlichkeit usw.) und bei der Einreichung des Projekts noch unveröffentlicht sein. Die Preisträgerin oder der Preisträger erhält für die Realisierung des Projekts 20 000 Franken. Diese Initiative dient der Förderung des fotografischen Schaffens und zugleich dem schrittweisen Aufbau einer zeitgenössischen Fotosammlung zum Kanton. Die nächste Ausgabe der "Fotografischen Ermittlung: Thema Freiburg" wird 2019/20 stattfinden; sie wird im ersten Quartal von 2019 ausgeschrieben.
 

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