Was ist eine weibliche Genitalverstümmelung / Beschneidung?
Eine weibliche Genitalverstümmelung (FGM) umfasst die teilweise oder ganze Entfernung der äusseren weiblichen Genitalien oder sonstige Verletzungen der weiblichen Genitalien aus nicht-medizinischen Gründen. Es gibt unterschiedliche Formen der Genitalverstümmelung, die von der Entfernung der Klitoris (Sunna) bis zur partiellen oder totalen Entfernung der äusseren Genitalien und zum Zunähen der Scheide (Infibulation) reichen.

Wer ist betroffen?
Mädchen und Frauen jeden Alters, sämtlicher Gesellschaftsschichten und Konfessionen, aus den verschiedenen Ländern Afrikas, dem Mittleren Osten oder Asiens. Auf dem afrikanischen Kontinent ist jede dritte Frau von der Genitalverstümmelung betroffen. Aufgrund der Migrationsflüsse ist FGM heute auch in den europäischen Ländern anzutreffen, namentlich auch in der Schweiz.

Welches sind die Folgen?
Die kurz- und mittelfristigen Folgen einer Genitalverstümmelung sind schwer. Die Betroffenen klagen über starke Schmerzen, Blutungen, Brennen beim Wasserlassen und Infektionen. Weitere negative Konsequenzen können sich bei einer Geburt, beim Geschlechtsverkehr oder auf psychischer Ebene äussern. Genitalverstümmelung stellt eine Gefahr für die Gesundheit der Mädchen und Frauen dar.

Was sagt das Gesetz?
Genitalverstümmelung ist in der Schweiz verboten. Gemäss Artikel 124 des Schweizerischen Strafgesetzbuches wird jede Person, die «die Genitalien einer weiblichen Person verstümmelt, in ihrer natürlichen Funktion erheblich und dauerhaft beeinträchtigt oder sie in anderer Weise schädigt» ausdrücklich bestraft, und zwar unabhängig davon, ob dies mit oder ohne Einverständnis des Mädchens oder der jungen Frau geschieht.
Unter gewissen Voraussetzungen kommt das Schweizerische Strafrecht auch dann zum Tragen, wenn die Genitalverstümmelung im Ausland erfolgt.
Genitalverstümmelung wird auch in verschiedenen internationalen Vereinbarungen verurteilt und in manchen Herkunftsländern ist sie gesetzlich verboten.
Mädchen und junge Frauen, die FGM erleiden, gelten als Opfer; als solche können sie sich auf das Bundesgesetz über die Hilfe an Opfer von Straftaten (OHG) berufen und eine entsprechende Unterstützung beantragen.

Warum beschneiden?
Es gibt viele falsche Gründe für eine Genitalverstümmelung (Religion, Jungfräulichkeit, Treue, Bedürfnis der sozialen Integration, Glauben, Übergangsriten). Diese Gründe sind tief in der Mentalität der Menschen verankert.

Was tut die FFSG?
Falls Sie ein verdächtiges Verhalten bei Kindern oder jungen Frauen beobachten oder Fragen zum Thema FGM haben, kontaktieren Sie die Freiburger Fachstelle für sexuelle Gesundheit (FFSG). Bei Bedarf oder Unklarheiten bietet die FFSG kostenlose und vertrauliche Beratungsgespräche an. Für den Notfallschutz arbeitet die Fachstelle mit den anderen Akteuren des Freiburger Netzwerkes zusammen.

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