Ausübung eines Gesundheitsberufes unter Aufsicht - was gilt?

Nachfolgend finden Sie Informationen über die Ausübung eines Gesundheitsberufes unter Aufsicht:

- Was heisst Berufsausübung unter Aufsicht?
- Was sind die Pflichten des Arbeitgebers?
- Braucht es eine Bewilligung?

Exercice d'une profession de la santé sous surveillance - Ausübung eines Gesundheitsberufes unter Aufsicht
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Ausübung eines Gesundheitsberufes unter Aufsicht

 

Eine Gesundheitsfachperson kann unter Aufsicht und Verantwortung einer im gleichen Berufszweig tätigen Person mit Berufsausübungsbewilligung arbeiten. Unter Aufsicht praktiziert insbesondere, wer eine Weiterbildung in Hinblick auf einen eidgenössischen Weiterbildungstitels absolviert oder wer daran ist, die erforderliche Berufserfahrung für die Zulassung zur Tätigkeit zu Lasten der obligatorischen Krankenversicherung zu sammeln.

 

Für die Ausübung eines Gesundheitsberufes unter Aufsicht braucht es im Prinzip keine behördliche Bewilligung, mit Ausnahme der universitären Medizinalberufe (Chiropraktorin/Chiropraktor, Ärztin/Arzt, Zahnärztin/Zahnarzt, Tierärztin/Tierarzt, Apothekerin/Apotheker), für die der Arbeitgeber ein (vereinfachtes) Bewilligungsgesuch einreichen muss.

Pflichten des Arbeitgebers

Als Arbeitgeber müssen Sie sich vergewissern, dass die angestellten Personen über die notwendigen fachlichen und persönlichen Qualifikationen für die Aufgaben, mit denen sie betraut sind, verfügen. Zu diesem Zweck stellen Sie bitte ein Dossier mit mindestens den folgenden Unterlagen zusammen (die Sie mit den Personalakten aufbewahren): 

  • Eidgenössischer Ausbildungsnachweis (Diplom etc.) oder von der zuständigen Schweizer Behörde ausgestellte Bestätigung der Anerkennung/Gleichwertigkeit von ausländischen Ausbildungsnachweisen; im Zweifelsfall ist zu empfehlen, das Original oder eine beglaubigte Kopie des Diploms bzw. der Gleichwertigkeitsbestätigung zu verlangen;
  • Aktueller Lebenslauf;
  • Gültige Aufenthaltsbewilligung oder Kopie des beim Amt für Bevölkerung und Migration eingereichten Gesuchs für eine Aufenthaltsbewilligung (nur für Ausländerinnen und Ausländer).

Ausserdem können Sie einen Auszug aus dem schweizerischen Strafregister und/oder ausländischen Strafregister verlangen. Selbstverständlich müssen Sie sich auch vergewissern, dass Ihre künftige Angestellte oder ihr künftiger Angestellter eine der beiden Amtssprachen unseres Kantons beherrscht (Deutsch oder Französisch).

Im Rahmen seiner Aufsichtsfunktion kann das Amt für Gesundheit jederzeit das Personaldossier verlangen und überprüfen.

Die Ausübung eines universitären Medizinalberufes unter Aufsicht

 

Falls Sie eine universitäre Medizinalperson beschäftigen möchten, müssen Sie auf der Grundlage des obenerwähnten Personaldossiers das spezifische Gesuchsformular ausfüllen und an das Amt für Gesundheit senden.

 

Grundsätzlich muss die unter Aufsicht praktizierende Medizinalperson im Besitz eines eidgenössischen Diploms oder eines anerkannten ausländischen Diploms sein und entsprechend  im eidgenössischen Medizinalberuferegister (MedReg) eingetragen sein.

Ausnahmebewilligung

Ausnahmsweise kann die Bewilligung auch an Personen ohne anerkanntes Diplom erteilt werden, wenn sie mit der Schweiz eng verbunden sind (namentlich schweizerische Staatsbürgerschaft, Aufenthaltsbewilligung C, eingetragene Ehe oder Partnerschaft) und ihre Ausbildung und Berufserfahrung sie für die angestrebte Tätigkeit qualifiziert; sie müssen überdies im eidgenösschischen Medizinalberuferegister (MedReg) eingetragen sein. Grundsätzlich muss aber bei einer längerfristigen Tätigkeit alles Mögliche unternommen werden, damit Ihr/e Angestellte/r das Schweizer Diplom, bzw. die Anerkennung/Äquivalenzbestätigung des ausländischen Diploms durch die MEBEKO erhält.

Die Ausnahmebewilligung wird normalerweise auf eine erste Dauer bis 6 Monate begrenzt; Sie kann auf erneutes Gesuch hin verlängert werden; dem Erneuerungsgesuch beizulegen ist ein detaillierter Bericht zur Art und Umfang der übertragenen Aufgaben (Pflichtenheft), zur Qualität der geleisteten Arbeit und zum aktuellen Stand der Bemühungen bezüglich Diplom[-Anerkennung]). Wir machen Sie darauf aufmerksam, dass Sie zur Überwachung der Tätigkeit Ihrer Angestellten oder Ihres Angestellten permanent in Ihrer Praxis / Apotheke anwesend sein müssen; es ist mit anderen Worten nicht möglich, sich von ihr oder ihm vertreten zu lassen. Der berufliche Status dieser Person muss den Patientinnen und Patienten klar und zweckmässig kommuniziert werden, bespielweise indem sie als Assistentin oder Assistent präsentiert wird (Badge, Empfang, Internet-Seite, etc).

Damit wir das Gesuch um eine Ausnahmebewilligung prüfen können, bitten wir Sie uns folgende Dokumente und Informationen zukommen zu lassen, gegebenenfalls mit Übersetzungen in Deutsch oder Französisch: 

  • Gesuchsformular;
  • Aktueller Lebenslauf (mit Angaben zum Bezug der Person zur Schweiz);
  • Diplome und andere geeignete Ausbildungsbestätigungen zur Unterstützung des Gesuchs;
  • Bestätigung über die strukturierte Fortbildung der letzten zwei Jahre;
  • Bescheinigung über genügende Deutsch- und/oder Französischkenntnisse;
  • Arbeitszeugnisse;
  • Beschrieb der unternommenen oder angestrebten Schritte zum Erwerb des Schweizer Diploms, bzw. einer Anerkennung/Äquivalenzbestätigung des ausländischen Diploms;
  • Konkrete Beschreibung der Art und Weise der Überwachung;
  • Beschreibung der Präsentation des beruflichen Status der Person gegenüber Patientinnen und Patienten.
Nützliche Links

Bundesamt für Gesundheit (BAG)

Schweizerische Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK)

Schweizerisches Rotes Kreuz (SRK)

Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI)

Beantragung eines Auszugs aus dem Strafregister (EJPD)

Arbeitsbewilligung: Amt für Bevölkerung und Migration (BMA)

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