Antibiotikareduktion: Das Projekt von Grangeneuve wird ausgeweitet und sozioökonomisch untersucht

12. November 2018 -16h47

Grangeneuve, das Landwirtschaftliche Institut des Kantons Freiburg, koordiniert das auf 63 Milchviehbetrieben im Kanton Freiburg durchgeführte Projekt zur Antibiotikareduktion. In einer zweiten Etappe des Projekts werden hundert weitere Produzenten eingeladen, sich dem tiermedizinisch innovativen Programm anzuschliessen. Gleichzeitig werden die sozioökonomischen Aspekte in Zusammenhang mit den Änderungen auf den Betrieben in einer Studie untersucht.

Das Bild zeigt Kühe
Antibiotikareduktion ReLait, Grangeneuve © Alle Rechte vorbehalten

Der Bund verfolgt die in Freiburg gemachten Erfahrungen genau. Er hat die Bedeutung des Projekts im Rahmen seines Ressourcenschutzprogramms anerkannt und ihm seine Unterstützung zugesichert.

Das Projekt ReLait – Antibiotikareduktion passt genau in die Strategie Antibiotikaresistenzen StAR des Bundes, der diese Woche zu einer «Antibiotika Awareness Woche» ausgerufen hat. Das freiburgische Projekt, das auf kantonaler Ebene begann, hat an Bedeutung gewonnen und ist mit der finanziellen Unterstützung des Bundes zu einem wichtigen Projekt auf nationaler Ebene geworden.

Ursprünglich waren es die Milchproduzenten, die auf Grangeneuve zugekommen sind, um alternative Strategien für die Vorbeugung und Behandlung der Tiere zu entwickeln. Die Gesundheit ihres Viehs ist ihnen ein Anliegen und sie wollten die Menge an Antibiotika, die ihren Tieren verabreicht werden, reduzieren. Das Projekt ist am Alltag der Produzenten orientiert und umfasst Strategien für die Gesundheit der Tierbestände, die in allen Milchviehbetrieben angewendet werden können.

Eine Innovation dieses in Partnerschaft mit der Vetsuisse-Fakultät der Universität Bern durchgeführten Projekts liegt in der Vernetzung der Betriebe und der engeren Zusammenarbeit zwischen Produzenten, Agronomen und Tierärzten. Die Direktion der Institutionen und der Land- und Forstwirtschaft ist über die Initiative erfreut und unterstützt sie. Auch das Amt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen und das Amt für Landwirtschaft des Kantons Freiburg sind an dem Programm beteiligt.

Der Bund verfolgt die in Freiburg gemachten Erfahrungen genau. Er hat die Bedeutung des Projekts im Rahmen seines Ressourcenschutzprogramms anerkannt und ihm seine Unterstützung zugesichert. Zudem kann der Bund die gefundenen praktischen Lösungen nutzen, um seine eigenen Strategien in diesem Bereich festzulegen.

Derzeit beteiligen sich 63 Milchviehbetriebe am Projekt ReLait. Sie haben Methoden für die Gesundheitsprävention und die Milchanalysen umgesetzt, die dazu dienen, den Einsatz von Antibiotika durch eine bessere Gesundheit der Tiere zu reduzieren. In einer zweiten Phase sollen sich 100 weitere Betriebe dem Projekt anschliessen. Die Rekrutierungskampagne ist in vollem Gange und über 80 Betriebe haben bereits ihr Interesse angezeigt, an dem Projekt mitzumachen.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer müssen systematisch die Gesundheitsdaten in den Programmen der Zuchtverbände erfassen, an den Sitzungen des Netzwerks teilnehmen und mindestens eine der vorgeschlagenen Massnahmen anwenden. Im Gegenzug erhalten die Produzenten einen Beratungssupport, um die Gesundheit ihrer Tiere zu verbessern, und es wird ihnen ein jährlicher Pauschalbetrag überwiesen. Das Projekt läuft bis 2024 (2026, unter Berücksichtigung der Ergebnisse des Monitorings).

Im Auftrag des Bundes wird auch der sozioökonomische Aspekt untersucht. Dabei geht es einerseits darum, die Auswirkungen der Umsetzung der Strategien auf die finanzielle und soziale Situation der Betriebe (Analyse der Produktionskosten und der Arbeit) zu untersuchen. Andererseits soll auch analysiert werden, wie sich diese Strategien auf die Akteure in diesem Sektor (Abnehmer von Milch, Händler) und die Nachhaltigkeitsziele, die sie für die Milchproduktion in der Schweiz fordern, auswirken. Für diesen Teil des Projekts wird Grangeneuve mit der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (HAFL) Zollikofen zusammenarbeiten.
 

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