Über 200 Personen an der 4. kantonalen Tagung zum Thema Kinderrechte in der frühen Kindheit im Moncor-Wald

16. September 2019 -16h20

Unter der Schirmherrschaft der Direktion für Gesundheit und Soziales werden an der vierten kantonalen Tagung «I mache mit!» vom kommenden 20. September über 200 Fachpersonen sowie Akteurinnen und Akteure aus dem Bereich der frühkindlichen Förderung im Moncor-Wald zusammenkommen. Das Ziel der Tagung besteht darin, die Umsetzung von kinderrechtsbasierten Angeboten im Kanton Freiburg zu stärken und erste Grundlagen für eine zukünftige kantonale Politik der frühkindlichen Betreuung und Erziehung zu schaffen. In Anwesenheit von Kindern verschiedenen Alters sollen spielerisch und kreativ Inhalte, Angebote und Beispiele der Guten Praxis präsentiert werden.

Illustration Familie Schaukel
Illustration Familie Schaukel © Tous droits réservés - Céline Zingg

Die kantonale Tagung steht ganz im Zeichen des Perspektivenwechsels, und zwar nicht nur, weil sie im Wald stattfindet, sondern auch, weil das Hauptthema – die Bedeutung der Kinderrechte in der frühen Kindheit – von verschiedenen Gesichtspunkten aus und umfassend aufgegriffen wird. Während dieser Tag dazu dient, den Erwachsenen Werkzeuge zur Umsetzung der Kinderrechte im Kanton Freiburg zu vermitteln, findet am nächsten Tag, am 21. September, die Weiterbildung Cod’Echange statt, die Kinder und Jugendliche dazu befähigt, ihre Rechte zu verteidigen.

Koordination, Austausch und Zusammenarbeit 
Im Zentrum der Tagung stehen u. a. der Wissenstransfer und der Austausch der Teilnehmenden aus diversen Tätigkeitsfeldern. Akteurinnen und Akteure der Schule, der familienergänzenden Betreuung, der soziokulturelle Animation, der kantonalen Verwaltung, der Wirtschaft und der Gemeinde- und Kantonalpolitik bekommen die Gelegenheit, gemeinsame Fragen aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und sich von neuen Ideen inspirieren zu lassen. Damit werden der Dialog, die Koordination und die Zusammenarbeit unter den zuständigen Akteurinnen und Akteuren gefördert, um auf dieser Basis eine kohärente Politik der frühkindlichen Förderung im Kanton Freiburg zu entwickeln.

Sensibilisierung für die Rechte der Kinder und die frühkindliche Förderung 
In über 20 Workshops wird anhand von Angeboten aus verschiedenen Bereichen aufgezeigt, wie die Kinderrechte (s. Kasten) in der Praxis konkret umgesetzt werden können. In Anlehnung an die bekannten Worldcafés werden in sogenannten Waldcafés der Handlungsbedarf für einen jeweiligen Tätigkeitssektor und das Entwicklungspotenzial für die eigene Praxis zutage gebracht. Während des gesamten Tages präsentieren Kinder verschiedenen Alters ihre Sichtweise auf ihre Rechte, stellen dar, welche Anliegen für sie im Vordergrund stehen – und zeigen damit vor, was echte Partizipation bedeutet.

Das Thema der kantonalen Tagung ist fest in der Kinder- und Jugendpolitik des Kantons Freiburg verankert. Der Aktionsplan «I mache mit!» 2018–2021 verfolgt das übergeordnete Ziel, die harmonische Entwicklung der Kinder und Jugendlichen, die im Kanton Freiburg aufwachsen, zu stärken. Er enthält mehrere Massnahmen, die direkt an die Themen Kinderrechte und Kleinkinderpolitik anknüpfen. Diese Massnahmen sind auf verschiedenen Ebenen angesiedelt und betreffen die Förderung von Gesamterziehung, Partizipation und kinderfreundlichen Lebensräumen.

Das Programm der Veranstaltung ist auf der Website des Staates Freiburg zu finden.

Weitere Informationen zur Weiterbildung Cod’Echange vom 21. September sind auf der Website von CODAP und in den sozialen Medien zu finden.

Dieses Jahr feiert die UN-Kinderrechtskonvention ihr 30-jähriges Jubiläum. Sie enthält universell gültige Rechte auf besonderen Schutz, Förderung und Mitwirkung, die für alle Kinder von 0 bis 18 Jahren gelten. Ihre Umsetzung ist für alle Vertragsstaaten, so auch für die Schweiz, rechtlich bindend und wird somit von den UNO-Instanzen regelmässig überprüft. Das bedeutet, dass Kinder nicht nur das Bedürfnis, sondern auch das Recht haben, sich aktiv an der Gesellschaft zu beteiligen, sich bestmöglich zu entwickeln und nicht diskriminiert zu werden. Gerade kleine Kinder werden jedoch oft kaum als eigenständige Rechtsträgerinnen und Rechtsträger betrachtet, die von Geburt an partizipieren und am öffentlichen Raum teilhaben.

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