Schliessung der Schule für Hauspflegerinnen und Hauspfleger

12. Juli 2011 -16h00

Nach 57-jähriger Tätigkeit im Kanton Freiburg schloss die Schule für Hauspflegerinnen und Hauspfleger ihre Türen am Dienstag, 12. Juli, endgültig. Den letzten 9 Absolventinnen wurde ihr EFZ in Anwesenheit von Staatsrätin Anne-Claude Demierre und ihrem Kollegen Pascal Corminboeuf überreicht.

Mit der letzten Übergabe der eidg. Fähigkeitszeugnisse am Dienstag an der Schule für Hauspflegerinnen und -pfleger am Landwirtschaftlichen Institut des Kantons Freiburg in Grangeneuve (LIG) wird im Kanton Freiburg das Kapitel der Ausbildung zur Familienhilfe abgeschlossen. Seit 1954 wurden an dieser Schule hunderte Berufsleute in den Bereichen Hauswirtschaft und Grundpflege sowie im Sozialbereich ausgebildet. Ursprünglich war die Schule am Lehrerinnen- und Lehrerseminar an der Murtengasse in Freiburg untergebracht, bevor sie im September 2000 ans LIG übersiedelte.

In der Schweiz organisierten sich die ersten Dienste für Familienhilfe vor allem in den Städten. Der erste Dienst der französischsprachigen Schweiz wurde 1945 von der Paar- und Familienberatung in Freiburg ins Leben gerufen. Danach entstanden zahlreiche weitere Dienste für Familienhilfe in der ganzen Schweiz. Daraufhin wurde die Schweizerische Vereinigung der Hauspflegeorganisationen gegründet mit dem Ziel, die Ausbildung von Hauspflegerinnen zu organisieren und ihre Arbeitsbedingungen zu regeln.

Die erste Schule für Hauspflegerinnen und Hauspfleger wurde 1946 in Chur eröffnet. Bald darauf folgte eine zweite in Ibach (Schwyz). 1954 öffneten in der Westschweiz zwei Schulen gleichzeitig ihre Tore: die Ecole romande d'aides familiales in Champ Soleil sur Lausanne, die später nach Neuenburg verlegt wurde, und die Ecole d'aides familiales an der Murtengasse in Freiburg. Die Leitung der Schule wurde den Ursulinen übertragen.

Eine dreijährige Ausbildung mit EFZ ab 1997
Die Schule für Hauspflegerinnen und Hauspfleger bildete Jugendliche in den Bereichen Hauswirtschaft und Grundpflege sowie im Sozialbereich aus. In Unterrichtsblöcken und Praktika erwarben die Lernenden die unerlässlichen Kenntnisse für die Unterstützung von Personen, die Betreuung zu Hause benötigen. Ursprünglich erhielten die Absolventinnen einen Ausbildungsnachweis, später ein Abschlusszeugnis, dann folgte das EFZ nach zweijähriger Ausbildung und schliesslich wurde ab 1997 eine dreijährige Ausbildung mit EFZ angeboten. Dank Jahrgängen mit rund 10 bis 12 Lernenden konnte der Nachwuchs für die Familienbetreuung im Kanton und über die Kantonsgrenzen hinaus gewährleistet werden.

Auch wenn diese Ausbildung am LIG nicht mehr angeboten wird, so braucht es doch weiterhin Berufsleute für die Betreuung zu Hause. Die neuen Ausbildungen zur Fachfrau und zum Fachmann Gesundheit (FaGe) werden das Angebot im Bereich der Betreuung zu Hause ergänzen. Die Landschaft dieses Bereichs wird in den nächsten Jahren aufgrund gewisser Anpassungen unter dem Aspekt der Hauswirtschaft zahlreichen Veränderungen unterzogen werden, insbesondere infolge der verkürzten Dauer der Hospitalisierung.

Die Hauspflegerinnen und Hauspfleger haben die Möglichkeit, die erworbenen Fähigkeiten anerkennen zu lassen und einen Übergangskurs zum Thema medizinaltechnische Verrichtungen zu besuchen, um ihre Ausbildung mit jener der FaGe gleichzustellen.

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