Medienmitteilung HFR: Jahresergebnis 2018: Ermutigende Bilanz

1. Mai 2019 -10h45

Die 2017 eingeleiteten Massnahmen zur Sanierung der Finanzen und Effizienzsteigerung zeigen erste positive Resultate: Die Spitaltätigkeit im stationären Bereich entwickelte sich sehr erfreulich und verzeichnete 19‘082 Aufenthalte, ein Plus von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die ambulante Tätigkeit wuchs um fünf Prozent auf 488‘181 Behandlungen. Weitere Sparmassnahmen trugen dazu bei, die Kosten zu senken. Das Jahresergebnis schliesst mit einem Defizit von 11,8 Millionen Franken rund 3 Millionen unter dem Vorjahresergebnis und weitaus tiefer als budgetiert. Mit einem umfassenden Programm zur Effizienzsteigerung und einer strategischen Neuorientierung soll das freiburger spital (HFR) für die Zukunft finanziell und organisatorisch fit gemacht werden.

HFR - hôpital fribourgeois
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Die Bilanz zum Betriebsjahr 2018 ist durchzogen. Positiv fällt ins Gewicht, dass die Spitaltätigkeit im stationären Bereich (ohne Rehabilitation) mit 19‘082 Fällen stark angestiegen ist, ein Plus von rund zehn Prozent oder 1‘656 Fällen gegenüber Vorjahr. Die zusätzlichen Patienten konnten aufgrund einer Reorganisation in den Kliniken für Innere Medizin, Allgemeine Chirurgie und orthopädische Chirurgie am HFR Freiburg – Kantonsspital aufgenommen werden: Dies ermöglichte eine Senkung der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von 7.2 Tagen (2017) auf 6.8 Tage. Die allzahlentwicklung im ambulanten Bereich nahm um fünf Prozent auf 488‘181 Behandlungen gestiegen ist (2017: 466‘761). Positiv entwickelte sich die Geburtenrate mit 1‘040 Geburten (2017: 965).

Der Betriebsertrag stieg um vier Prozent auf 482 Mio. Franken, der Betriebsaufwand um 1,9 Prozent auf 470,277 Mio. Franken. Das Jahresergebnis schliesst mit einem Defizit von 11,8 Mio. Franken (2017: 14,5 Mio. Franken) deutlich unter dem budgetierten Verlust von 21,3 Mio. Franken. Die 2017 eingeleiteten Massnahmen zur Sanierung der Finanzen und zur Effizienzsteigerung zeigten demnach im vergangenen Jahr erste positive Auswirkungen. Das Defizit verlangt jedoch nach zusätzlichen Massnahmen, um das HFR finanziell und organisatorisch auf eine zukunftsträchtige Basis zu stellen. So betrug die EBITDA-Marge 2018 (= Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) 2,44 Prozent (2017: 0.35 %) und liegt somit weit unter der Zielmarge von 10 Prozent, um Reinvestitionen und Investitionen selbstständig zu finanzieren. Die sinkenden Tarife im stationären Bereich und die vom Bundesrat per 1.1.2018 beschlossenen neuen TARMED-Tarife trugen das ihre dazu bei, dass die Jahresrechnung defizitär schliesst. Allein die Senkung der ambulanten Tarife hatte 4,2 Millionen Franken Mindereinnahmen zur Folge.

Massnahmenprogramm für mehr Effizienz und Kostenersparnis
Verschiedene Massnahmen auf allen Ebenen trugen dazu bei, das erwartete Defizit 2018 zu senken. Die Senkung der Aufenthaltsdauer im stationären Bereich ermöglichte eine bedeutende Umsatzsteigerung von 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr (+ 20 Mio. CHF). Auch die Zentralisierung der Sterilisation in Freiburg trug zur Kostensenkung bei. Hinzu kam eine restriktive Personalpolitik sowie das Ausschöpfen von Sparpotenzialen im Einkauf (1,6 Mio. Franken jährlich). Weitere Massnahmen, beispielsweise eine bessere Leistungserfassung in der Fakturierung, sollen weiter dazu beitragen, die Effizienz zu steigern. Die Schliessung des Operationstraktes am HFR Riaz nachts an Wochentagen sowie die Reorganisation der Anästhesie an den Standorten Riaz und Tafers werden insbesondere 2019 wirksam und den Aufwand reduzieren. Weitere Massnahmen sind in Arbeit.

Strategische Neuorientierung notwendig
Trotz des Sparkurses und organisatorischer Massnahmen ist eine strategische Neuorientierung notwendig, um das HFR finanziell auf eine gesunde Basis zu stellen und im Markt zu positionieren. Verschiedene Entwicklungen im nationalen Gesundheitswesen tragen dazu bei, dass sich das HFR neu aufstellen muss: Weiter sinkende Tarife, die anhaltende Konzentration der medizinischen Leistungen (insbesondere in der hochspezialisierten Medizin), die Verschiebung von der stationären zur ambulanten Behandlung, steigende Anforderungen hinsichtlich Qualität und Sicherheit bei spezialisierten Abteilungen sowie der Mangel an Fachpersonal. Die entsprechenden Vorbereitungsarbeiten zur strategischen Neuorientierung wurden 2018 eingeleitet; die definitive Strategie soll im Verlauf des Jahres 2019 verabschiedet werden.

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