Cara - Verbunden mit meiner Gesundheit - Schaffung des Vereins cara zur Entwicklung des elektronischen Patientendossiers in der Westschweiz

28. März 2018 -10h00

Fünf Kantone bündeln ihre Kräfte, um ihrer Bevölkerung ein sicheres elektronisches Patientendossier (EPD) anbieten zu können. Die Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren der Kantone Genf (Mauro Poggia), Wallis (Esther Waeber-Kalbermatten) und Waadt (Pierre-Yves Maillard) haben heute in Lausanne eine interkantonale Vereinigung mit dem Namen cara geschaffen, um die Entwicklung des EPD in der Westschweiz weiterzuverfolgen und auszudehnen. Ihre Kolleginnen und Kollegen aus den Kantonen Freiburg (Anne-Claude Demierre) und Jura (Jacques Gerber) haben ebenfalls ihren Willen bekundet, der Vereinigung beizutreten, wenn die entsprechenden Parlamente ihre Genehmigung erteilt haben. Dank dieser im schweizerischen Gesundheitswesen einmaligen interkantonalen Zusammenarbeit und dem besseren Informationsaustausch können die Qualität der medizinischen Behandlungen, die Patientensicherheit und die Effizienz des Gesundheitswesens verbessert werden.

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Was können eine Jurassierin, die sich auf einer Walliser Skipiste ein Bein bricht, ein Waadtländer, der am Genfer Autosalon einen Herzinfarkt erleidet und eine Freiburger Grossmutter, die nach einem Schwächeanfall beim Familienfest bei ihrer Tochter in Lausanne ins Spital eingeliefert wird, eines Tages gemeinsam haben? Sie können von einem EPD profitieren, das kantonsübergreifend und von Gesundheitsfachleuten auch ausserhalb des Wohnkantons abgerufen werden kann.

Die Vereinigung cara ist als interkantonale Dachorganisation für die Umsetzung des elektronischen Patientendossiers in fünf Westschweizer Kantonen zuständig. Bis 2020 werden 2 Millionen EinwohnerInnen eine sogenannte Stammgemeinschaft bilden und Zugriff auf eine einheitliche und gesicherte Plattform haben, auf der die EPD gespeichert sind. Jeder Kanton entscheidet eigenständig über die Umsetzung des EPD - unter anderem was das Tempo der Einführung, die involvierten Fachpersonen, die Art der geteilten Dokumente und die Module betrifft, die auf seinem Kantonsgebiet verwendet werden. Im ersten Jahr übernimmt der Kanton Genf den Vorsitz der Vereinigung.

Die Mitgliederkantone können dank dieser Zusammenarbeit von den bisherigen Erfahrungen einiger Kantone profitieren und die Kosten für die Plattform und deren Zertifizierung teilen. Zudem ermöglicht die gemeinsame Umsetzung des elektronischen Patientendossiers für die PatientInnen und Leistungsanbieter eine bessere Abstimmung - insbesondere für jene Leistungsanbieter, die PatientInnen aus verschiedenen Kantonen behandeln.

cara ist zuständig für die Schaffung der einheitlichen technischen Plattform. Die Vereinigung gewährleistet zudem, dass die Plattformen für EPD, die heute in den Mitgliederkantonen bereits bestehen, und das pharmazeutische Dossier des Kantons Freiburg auf die gemeinsame Plattform überführt werden. Zu diesem Zweck wollen die Kantone Verhandlungen mit der Schweizerischen Post aufnehmen, die schon heute die technische Lösung für die Kantone Genf (MonDossierMedical.ch) und Waadt zur Verfügung stellt. Die Vereinigung arbeitet ebenfalls mit den Gesundheitsfachpersonen der Mitgliederkantone zusammen, die die EPD verwenden und gewährleistet die Sicherheit und den Schutz der Patientendaten, gemäss der angestrebten eidgenössischen Zertifizierung.

Die Schaffung von cara ist ein wichtiger Schritt für die Umsetzung der Ziele des Bundesgesetzes über das elektronische Patientendossier, das am 15. April 2017 in Kraft getreten ist. Dieses verpflichtet die Spitäler und Kliniken in der Schweiz, sich ab 2020 am EPD zu beteiligen - für Alters- und Pflegeheime sowie Geburtshäuser gilt das Jahr 2022.

Das EPD ist ein höchst sicheres System für den Austausch von behandlungsrelevanten Patientendaten. Es wird mit der ausdrücklichen Zustimmung des Patienten erstellt, der die Zugangsrechte selber verwalten kann. Es soll die Krankengeschichten (Patientenakten) der Gesundheitsfachpersonen nicht ersetzen, sondern ergänzen, indem es ihnen den Zugriff auf Daten ermöglicht, die von anderen Gesundheitsfachpersonen erfasst werden. Die Plattform führt dank dem besseren Informationsaustausch zu einer verbesserten Effizienz des Gesundheitswesens - beispielsweise, wenn ein Patient von einem Behandlungsort an den nächsten verlegt wird. Sie verbessert ebenfalls die Betreuung und die Sicherheit der PatientInnen, insbesondere bei Personen mit chronischen Erkrankungen, die kontinuierliche und gut koordinierte Pflege brauchen. Zudem hilft es den PatientInnen, sich mit ihren medizinischen Daten vertraut zu machen und ihre Gesundheit in die eigene Hand zu nehmen.

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