Die freiburgischen Bienenstände von der Varroa befallen: Der Kanton Freiburg ergreift Massnahmen

9. Juli 2008 -09h00

Seit einigen Monaten sterben Millionen von Bienen, eine Entwicklung, die Anlass zu grosser Sorge gibt. Der Kanton Freiburg ergreift Massnahmen, um die Varroamilbe zu bekämpfen. Besondere Anstrengungen werden dabei im Rahmen der Aus- und Weiterbildung der Bienenzüchterinnen und Bienenzüchter unternommen

Die Situation ist die gleiche in der Schweiz, in Europa, in den USA und in Kanada: Die Bienen verenden im Bienenstand oder verlassen ihn und verschwinden spurlos. Verschiedene Faktoren werden für diese Entwicklung verantwortlich gemacht, unter anderem die Milbenkrankheit der Bienen (Varroose), die in den Bienenständen grosse Schäden anrichtet. Gemäss der eidgenössischen Tierseuchenverordnung gilt diese übertragbare Krankheit als eine zu überwachende Seuche. Abgesehen von der Überwachung gibt es daher keine offiziellen Bekämpfungsmassnahmen, wie der Staatsrat in seiner Antwort auf die Anfrage der Grossräte Joseph Fasel und Nicolas Lauper festhält, die über den Stand der Bienenvölker und deren Gesundheit im Kanton Freiburg besorgt sind.

Die Regierung betont, dass auf Bundes- und Kantonsebene jedes Jahr grosse Anstrengungen zur Bekämpfung des Bienenparasiten unternommen werden. Im Rahmen der Ausbildung und Weiterbildung der Bienenzüchterinnen und –züchter ist die Bekämpfung dieser Tierseuche ein wichtiges Thema, wobei die Bieneninspektoren einen bedeutenden Beitrag leisten. Um einer möglichen Resistenz gegenüber chemischen Produkten vorzubeugen und um die Bildung von Rückständen im Honig zu verhindern, wird Konzepten der alternativen Varroabekämpfung Priorität eingeräumt.

Überdies setzt sich der Kanton Freiburg sehr für die Unterstützung von Personen ein, die sich für die Bienenzucht interessieren. Man darf nicht vergessen, dass die Bienen die Bestäubung von rund 80% der Kultur- und Wildpflanzen sichern. Es sei in diesem Zusammenhang auf die Starthilfe für Neuimkerinnen und Neuimker verwiesen und auf den Schulbienenstand des Landwirtschaftlichen Instituts Grangeneuve (LIG), der für zahlreiche Ausbildungs- und Informationsveranstaltungen verwendet wird und an dem mit verschiedenen Arten von Bienenständen sowie verschiedenen Bienenrassen gearbeitet werden kann. Was die Weiterbildung der Imker betrifft, so wird sie durch die Zentralstelle für Obstbau in Grangeneuve in enger Zusammenarbeit mit den Berufsverbänden sichergestellt.

Im Frühling dieses Jahres führte das Veterinäramt (VetA) bei Bienenhalterinnen und –haltern eine Umfrage durch, um den Umfang der im Winter 2007/08 erlittenen Verluste genauer beziffern zu können. Das VetA verschickte Fragebogen an 730 Bienenzüchter, die insgesamt 9227 Bienenvölker halten. Die Umfrage ergab folgendes Bild: 70,37% der Befragten haben geantwortet; sie sind besorgt über die Situation und bestrebt, die Ursachen für das Sterben ihrer Bienen zu kennen. Von 7076 Bienenvölkern, die die Imker für die Einwinterung vorbereitet hatten, starben 2432 im Winter 2007/08 , was Verlusten von durchschnittlich 33,69% entspricht. Der geringste Verlust lag bei 21,41%, während in gewissen Bezirken bis zu 47,13% der Bienenvölker betroffen waren.

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