Der Kanton Freiburg lässt ein Inventar seiner lebendigen Traditionen erstellen

2. September 2010 -11h00

Der Bund will zusammen mit den Kantonen ein Inventar der lebendigen Traditionen in der Schweiz erstellen. Diese sollen anschliessend ins immaterielle Kulturerbe der UNESCO aufgenommen werden. Daher wird der Kanton Freiburg ein wissenschaftliches Projekt zur Erfassung sämtlicher lebendigen Traditionen auf seinem Gebiet lancieren.

Das Bundesparlament hat das UNESCO-Übereinkommen zur Bewahrung des immateriellen Kulturerbes ratifiziert. Als immaterielles Kulturerbe wird lebendiges Kulturgut (traditionelle kulturelle Ausdrucksformen, lebendige Volkskultur) bezeichnet, das von einer Generation an die nächste weitergegeben wird und den Gemeinschaften und Gruppen ein Gefühl von Identität und Kontinuität vermittelt. Die Spannweite des immateriellen Kulturerbes im Sinne des UNESCO-Übereinkommens umfasst mündlich überlieferte Traditionen und Ausdrucksweisen, darstellende Künste wie Theater, Tanz und Musik, gesellschaftliche Praktiken wie Bräuche, Rituale und Feste, ferner Kenntnisse zu Natur und Lebenswelt sowie Fachwissen über traditionelle Handwerkstechniken.

Der Staatsrat hat die Direktion für Erziehung, Kultur und Sport (EKSD) mit der Aufgabe betraut, vom Amt für Kultur ein Inventar der lebendigen Traditionen des Kantons erstellen zu lassen. Das Greyerzer Museum hat den Auftrag erhalten, einen entsprechenden Entwurf zu erarbeiten. Denn dieses Museum verfügt über eine breite wissenschaftliche Erfahrung auf dem Gebiet des traditionellen Freiburgers Kulturguts. Das Greyerzer Museum soll eine Liste der wichtigsten lebendigen Traditionen Freiburgs in den oben erwähnten Bereichen zusammenstellen. Geleitet wird das Projekt von Isabelle Raboud-Schüle, der Direktorin des Greyerzer Museums, die von einer Expertengruppe unterstützt wird. Nach seiner Fertigstellung soll das Freiburger Inventar vom Staatsrat genehmigt und im Laufe des Jahres 2011 an den Bund weitergeleitet werden. Anschliessend wird ein Fachausschuss des Bundes, bestehend aus Fachleuten und kantonalen Delegierten, aus den Inventarlisten der Kantone eine Auswahl treffen, die dann für die Aufnahme ins immaterielle Kulturerbe der UNESCO vorgeschlagen wird.

Für den Kanton Freiburg möchte der Staatsrat, dass das zu diesem Zweck erstellte Inventar der lebendigen Traditionen Freiburgs der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird und Forschenden, Organisationen für Heimatschutz und Denkmalpflege, Gemeinwesen sowie touristischen und kulturellen Institutionen als Dokumentation und Informationsinstrument bereitgestellt wird.

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