Der Begriff «Sucht» ist ein Oberbegriff, der im Allgemeinen verwendet wird, um ein unkontrolliertes Verhalten zu beschreiben. Sucht ist die Folge eines zwanghaften Konsums oder Verhaltens, der oder das trotz negativer Konsequenzen fortgesetzt wird.

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In der heutigen Zeit gilt eine Sucht als eine Art Verhaltensstörung, die sich weder auf den Konsum von psychoaktiven Substanzen noch auf die klassische Abhängigkeit mit Bezug auf die rein biologischen Auswirkungen eines Verhaltens beschränkt. Eine Sucht ? ob mit oder ohne Substanzen ? wird anhand von drei Kriterien und drei Schweregraden eingestuft. Sie impliziert eine Anhäufung von mindestens zwei Kriterien, die eine Störung im Zusammenhang mit der Verwendung von Substanzen während eines Jahres beinhaltet. Der Schweregrad kann von «leicht» bis «schwer» gehen (Genaue Definition von Sucht).

Dies bedeutet, dass ein Verhalten (z. B. Spielsucht) oder der Konsum von psychoaktiven Substanzen ein bisschen oder sehr schwerwiegend sein kann, ohne dass alle Kriterien erfüllt sein müssen. Körperliche, psychische, soziale oder wirtschaftliche Probleme ? für die betroffene Person selbst, ihr Umfeld oder die Gesellschaft ? können nämlich schon bei einer schwachen Sucht entstehen.

Zur Darstellung der drei Suchtgrade werden normalerweise drei Konsummuster verwendet: der «risikoarme» Konsum, der «problematische» Konsum und die «Abhängigkeit». Diese Kategorien bieten den Vorteil, dass sie auch einen nicht problematischen Konsum von psychoaktiven Stoffen miteinbeziehen (oft als Freizeitkonsum oder Genuss bezeichnet).

Das Kantonsarztamt konzentriert seine Intervention auf den «problematischen» und den «abhängigen» Konsum, soll heissen: auf die Sekundär- und die Tertiärprävention. Manche Menschen leiden seit ihrer Jugend und bis ins hohe Alter an einer Sucht und richten ihr Leben nach dieser aus. Neben dem Alter sind auch der sozioökonomische Status, der Gesundheitszustand (psychisch und somatisch), die Migrationsbiographie und das Geschlecht passende Kriterien zur Einteilung der Zielgruppen.

Um diesen Entwicklungen Rechnung zu tragen und den verschiedenen Verhaltens- und Konsummustern gerecht zu werden sowie den Hilfebedarf festzulegen, braucht es ein differenziertes, diversifiziertes, koordiniertes und (sehr oft auch) spezialisiertes Vorgehen.

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