Zecken-Hirnhautentzündung (oder Frühsommer-Meningoencephalitis) ist eine Viruserkrankung, die von Zecken übertragen wird.

Was ist das Risiko, diese Krankheit zu bekommen?
In den letzten Jahren nimmt die Zahl der Fälle zu.

Die Ursachen dafür sind wahrscheinlich, mit für Zecken günstige klimatische Bedingungen, als auch die Wetterverhältnisse, welche die Menschen vermehrt ins Freie lockt, verbunden. Über die letzten 20 Jahre haben sich die Gebiete, in welchem sich Personen mit dem FSME-Virus infiziert haben, geweitet. In den frühen 2000er-Jahren befanden sich die am stärksten betroffenen Gebiete in der Nordostschweiz. Sie breiteten sich seither nach und nach Richtung Süd und Westen aus. Nur die Kantone Genf und Tessin wurden bisher weitgehend verschont. Die gesamte Schweiz, mit Ausnahme von Genf und Tessin, ist als FSME-Risikogebiet zu betrachten.

Wie zeigt sich diese Krankheit?
Die Zeckenenzephalitis zeigt im typischen Fall zwei Krankheitsschübe:
In der ersten Phase können etwa 7 bis 14 Tage nach dem Zeckenstich bei einem Teil der Personen grippeartige Beschwerden wie Kopfschmerzen, Fieber, Müdigkeit oder
Gelenkschmerzen auftreten. Diese Symptome verschwinden nach wenigen Tagen, und ein Zusammenhang mit dem Zeckenstich wird nur selten hergestellt. Für die meisten Patienten ist damit die Krankheit vorüber und sie sind wahrscheinlich lebenslänglich immun dagegen.
Bei etwa 5-15% der Patienten kommt es nach einem beschwerdefreien Intervall zu einer zweiten Krankheitsphase mit Befall des zentralen Nervensystems. Die Symptome dieser Hirnhaut- oder Hirnentzündung sind starke Kopfschmerzen, Lichtscheu, Schwindel, Konzentrationsstörungen, Sprechstörungen, Gehstörungen. Diese Symptome können Wochen bis Monate andauern. Bei einem Teil der Patienten können Lähmungen der Arme, Beine oder der Gesichtsnerven auftreten und zu bleibenden Behinderungen führen. Etwa 1% der Patienten stirbt an dieser Krankheit. Bei Kindern verläuft die Krankheit in den meisten Fällen gutartig, ohne bleibende Schädigungen. Gegen die Krankheit gibt es keine spezifische Therapie; die Behandlung zielt auf eine Linderung der Symptome ab.

Wie schützt man sich gegen diese Krankheit?
Die Impfung ist ab 6 Jahren empfohlen (kann aber abgegeben werden ab einem Alter vom einem Jahr auf individuelle Basis). Sie betrifft alle Personen, welche in der Schweiz (alle Kantone ausser Genf und Tessin) wohnen oder sich zeitweise dort aufhalten. Die Kosten werden im Rahmen der Grundversicherung übernommen. Bei beruflicher Exposition werden die Kosten vom Arbeitgeber übernommen.

Für eine vollständige Impfung sind drei Impfdosen notwendig. Die zwei ersten Dosen werden in einem Abstand von 1-3 Monaten verabreicht und schützen bis zu 95%. Die dritte Dosis wird nach fünf bis zwölf Monaten verabreicht und erhöht den Schutz auf 99%. Danach wird eine Auffrischimpfung alle zehn Jahre empfohlen.

Im Frühling und Frühsommer ist das Infektionsrisiko am höchsten. Die Zecken benötigen Wärme und Feuchtigkeit, um aktiv zu werden. Das Infektionsrisiko besteht aber über den ganzen Sommer. Der ideale Zeitpunkt für die Impfung ist also der Winter, auch wenn man sich das ganze Jahr über impfen lassen kann.

Die Impfung ist für Menschen über 16 Jahren beim behandelnden Arzt und in einigen Apotheken des Kantons Freiburg möglich:

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