Freiburg bereitet sich auf die afrikanische Schweinepest vor

14. Mai 2019 -14h27

Das Amt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen hat eine Ausbildung zum Thema «afrikanische Schweinepest» organisiert. Dank einer theoretischen Einführung und praktischen Übungen konnte sich die Einsatzgruppe im Tierseuchenfall des Kantons Freiburg für den Fall vorbereiten, dass die Krankheit die Schweiz erreicht. Die Schweiz ist gegenwärtig frei von dieser Tierseuche. Seit September 2018 ist aber der Süden Belgiens betroffen.

Das Photo zeigt ein Schwein im Stroh
Afrikanische Schweinepest © Tous droits réservés - Pixabay/CCO

Mit mehreren Zaunpfählen auf den Schultern und einem rot-weissen Band in den Händen richten zwei Mitglieder der Einsatzgruppe im Tierseuchenfall des Kantons Freiburg eine Sicherheitszone ein. Ein totes Wildschwein wurde in Posieux entdeckt. Es ist wahrscheinlich an der afrikanischen Schweinepest (ASP) gestorben.

Aber keine Panik! Es handelt sich nur um eine Simulation, die die Einsatzgruppe im Tierseuchenfall des Kantons Freiburg vorbereitet hat. Sie wurde im Rahmen eines Trainingstages des Amts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (LSVW) zur afrikanischen Schweinepest (ASP) entwickelt, der am 9. Mai in Posieux stattgefunden hat. Mehrere Partner – Kantonspolizei, Amt für Landwirtschaft, Zivilschutz, kantonales Führungsorgan und Amt für Wald und Natur – haben an diesem Training teilgenommen.

Die Schweiz ist gegenwärtig frei von der afrikanischen Schweinepest. Die Gefahr, dass diese hochansteckende Tierseuche in unser Land eingeschleppt wird, ist trotzdem «erheblich», wie Dr. Grégoire Seitert, Kantonstierarzt, während des Trainingstages sagte. Seit September 2018 ist der Süden Belgiens betroffen. Zwei Kilometer von der französischen Grenze und fünf Kilometer von der luxemburgischen Grenze entfernt wurden Fälle von ASP festgestellt.     

Die ASP, die eine Letalität von 90 % in den fünf bis sieben ersten Ausbruchstagen aufweist, betrifft alle Arten von Schweinen, auch Wildschweine. Sie ist aber nicht auf den Menschen übertragbar. Die Einschleppung der ASP in die Schweiz würde aber dennoch negative Folgen für die Tiergesundheit und die Wirtschaft haben. «Die europäische Union würde die Ausfuhr von Haus- und Wildschweinen während mindestens drei Monaten blockieren, sollte ein Fall in der Schweiz festgestellt werden», erklärt der Kantonstierarzt.

Übertragung durch direkten und indirekten Kontakt sowie Fütterung

Um dieses Szenario zu vermeiden, wurden Vorbeugungsmassnahmen eingerichtet, die ab sofort gelten. Auf nationaler Ebene wurde zum Beispiel eine Informationskampagne gestartet. Probenahmen bei tot aufgefundenen Wildschweinen im Rahmen von kantonalen Kampagnen finden auch im Kanton Freiburg statt. Mülleimer und Picknickplätze an Autobahnraststätten müssen regelmässig geleert und bedeckt werden. Abfälle von Reisenden aus Ländern, in denen die ASP vorkommt, könnten sonst durch Tiere verstreut werden. Die ASP wird durch direkten und indirekten Kontakt sowie durch Fütterung von Abfällen oder Fleischresten übertragen.

Trotz diesen ersten Massnahmen ist weiterhin Wachsamkeit geboten. Bei einer weiteren Annäherung der Krankheit an die schweizerischen Grenzen werden allerdings «persönliche und detaillierte Informationen an alle freiburgischen Schweinehalter gesendet», betont der Kantonstierarzt.

Weitere Informationen über ASP auf: BLV.

 

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