Sachplan Anlagen der kombinierten Mobilität

Anlagen der kombinierten Mobilität sind Parkierungsanlagen, mit denen Pendlerinnen und Pendler dazu angehalten werden sollen, ihr Auto bei der Anlage, die ihrem Wohnsitz am nächsten ist, abzustellen und auf den öffentlichen Verkehr umzusteigen, um in die Stadt zu fahren. Um über ein Planungsinstrument zu verfügen, hat das Amt für Mobilität eine Studie über solche Anlagen bei den Bahnhöfen im Kanton Freiburg in Auftrag gegeben. Er wurde vom Staatsrat am 18. Dezember 2018 angenommen.

Anlagen der kombinierten Mobilität
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Ziele und Methodologie

Alle 66 heute bestehenden und bis 2035 geplanten Bahnhöfe auf dem Gebiet des Kantons Freiburg wurden in dieser 2017 durchgeführten Studie analysiert. Die Bushaltestellen Farvagny-le-Grand, Le Mouret Village, Plaffeien Dorf und Tafers Dorf, liegen in Regionen, die nicht durch die Bahn erschlossen sind, aber wurden in diesem Rahmen ebenfalls analysiert. Es wurden nur diese vier Bushaltestellen berücksichtigt, weil vermieden werden soll, dass Anlagen der kombinierten Mobilität die regionalen Buslinien konkurrenzieren.

Der Studie verfolgte diese Ziele:

  • die aktuelle Situation bei den Bahnhöfen analysieren
  • das Kundenpotenzial abschätzen
  • für jeden Bahnhof im Kanton Freiburg die passende Grösse der bestehenden oder zu erstellenden Anlage der kombinierten Mobilität  bestimmen (Anzahl Parkfelder für Autos und Abstellfelder für Velos)

Für die Bestimmung des Kundenpotenzials wurde die Zahl der Pendlerinnen und Pendler herangezogen, die bei der nächstgelegenen Bahnhaltestelle umsteigen oder umsteigen könnten. Die Pendlerinnen und Pendler, deren Wohnort eine Distanz zur Bahnhaltestelle von weniger als 500 m aufweist oder im Einzugsgebiet eines städtischen Busnetzes (Agglo Freiburg und Mobul) liegt, wurden nicht berücksichtigt, weil sie sich zu Fuss oder mit dem Bus zum nächstgelegenen Bahnhof begeben können. Die Bahnhöfe und Bahnhaltestellen wurden darüber hinaus aufgrund der Taktfrequenz, mit der sie bedient werden, und des Kundenpotenzials in fünf Kategorien eingeteilt.

Parkplätze für Autos

Für jede Anlage wurde die nötige Anzahl Parkfelder für Autos berechnet, wobei als Ziel eine Kapazität von 4 % der potenziellen Kunden (Anzahl Pendlerinnen und Pendler, die beim nächstgelegenen Bahnhof umsteigen) berücksichtigt worden ist. Laut dieser Schätzung sind ca. 1000 zusätzliche Plätze im Freien und andere in Parkhäusern nötig. Die Anlagen in Form eines Parkhauses sollen in unmittelbarer Nähe der Bahnhöfe der regionalen Zentren (Bulle, Châtel-Saint-Denis, Düdingen, Estavayer-le-Lac, Murten/Morat und Romont und auch Givisiez) erstellt werden.

Velostationen

Die VSS-Norm SN 640 065 empfiehlt zwischen ein und vier Abstellfelder je zehn Wegreisende. Aus der Studie geht Folgendes hervor: Ohne Anrechnung des Bahnhofs Fribourg/Freiburg braucht es insgesamt 2700 Abstellfelder für Velos, um das Ziel von einem Abstellfeld je zehn Wegreisende zu erreichen. Da es gegenwärtig ca. 900 gibt, braucht es zusätzlich ca. 1800 Abstellfelder.

Der Sachplan als Planungsinstrument

Mit der Studie verfügt der Kanton über ein Planungsinstrument für die Anlagen der kombinierten Mobilität (Sachplan Anlagen der kombinierten Mobilität).

Die Ergebnisse der Studie sind als Richtwerte zu verstehen. Die nötigen Anlagen müssen von den Transportunternehmen und gegebenenfalls von den betroffenen Gemeinden oder von Privaten erstellt werden.

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