16. Februar 2009 -11h00

Im Bericht zur Detailuntersuchung der ehemaligen Deponie La Pila wird die vorhandene PCB-Menge auf insgesamt 20 Tonnen geschätzt, wobei diese Schadstoffe ungleichmässig über die 270 000 Kubikmeter Material verteilt sind. Der Bericht schlägt Sofortmassnahmen vor, um die Belastung der Saane zu minimieren, und zeigt die Notwendigkeit auf, die in der Nähe stationierten Fahrenden im Hinblick auf die Sanierung der Deponie umzusiedeln. Der Voranschlag für die nächsten Etappen beläuft sich auf 12,5 Millionen Franken.

1. Detailuntersuchung für den gesamten Standort
Mit der Detailuntersuchung für den gesamten Standort wurde im April 2008 begonnen. Es wurden 39 Bohrungen vorgenommen sowie 277 Wasser-, Boden-, und Porenluftproben entnommen und analysiert. Zudem wurden Pump- und Markierversuche durchgeführt. Der Bericht wurde vom Büro CSD Ingénieurs Conseils SA (CSD), das mit den Untersuchungen beauftragt worden war, verfasst.
 
PCB
Im Bericht wird das Volumen der in der ehemaligen Deponie abgelagerten Abfälle auf 195 000 m3 geschätzt. Das verschmutzte Material könnte ein Gesamtvolumen von ungefähr 270 000  m3 erreichen, da ein Teil der alluvialen Ablagerung, des Paläobodens und des Kieses ebenfalls kontaminiert ist. Die Mehrheit der PCB stammt von verschiedenen Kondensatorentypen. Da diese Kondensatoren an bestimmten Stellen der Deponie gehäuft vorkommen, kann vermutet werden, dass es sich um Produktions-, Gewerbe- oder Industrieabfälle handelt. Gestützt auf die durchgeführten Analysen kann die PCB-Gesamtmasse auf etwa 20 Tonnen geschätzt werden.
 
Ausbreitung der Schadstoffe
Für die PCB wurden im Rahmen der Detailuntersuchung zwei Hauptwirkungspfade ausgemacht: der tägliche Austausch zwischen dem Grundwasser und der Saane sowie der Transport von partikelförmigem Material infolge der Oberflächenabflüsse und Erosionen in den steilen Sektoren der Deponie.
 
Sofortmassnahmen
Angesichts der gegenwärtigen und unter Umständen hohen Schadstoffkonzentrationen, die mit den sich lösenden instabilen Materialien und Abfällen aus dem unteren Teil des Hotspots der Deponie in die Saane gelangen können, schlägt das Büro CSD Sofortmassnahmen vor. Dabei geht es in erster Linie darum, das stark belastete Material in der instabilen Zone wegzuschaffen. Der Bericht schlägt ausserdem den Rückbau eines Sektors vor, in welchem sich zahlreiche Kondensatoren an der Oberfläche befinden und der in einer aus hydrogeologischer Sicht ungünstigen und für niederschlagsbedingte Erosionen anfälligen Zone liegt.
 
Überbrückungsmassnahmen
Um die Zeit bis zu den eigentlichen Sanierungsarbeiten zu überbrücken, schlägt der Bericht Massnahmen zur Reduktion der Flüsse von Schadstoffen in die Saane vor. So könnte beispielsweise eine Dichtwand errichtet werden, um die Zone, in der ein Austausch zwischen Grundwasser und Saane stattfindet, baulich zu isolieren. Zudem wäre die Errichtung eines Systems zur Grundwasserentnahme (Pumpen) und -aufbereitung erforderlich, um den Wasserspiegel innerhalb der gesicherten Zone zu regulieren und unter dem Niveau der Abfälle zu halten. Um das zu behandelnde Volumen in Grenzen zu halten, könnte die weiter oben gelegene Zone, aus der Wasser zugeführt wird, entwässert und der Niederschlagseintritt reduziert werden. Die technische Machbarkeit dieser Massnahmen wird gegenwärtig abgeklärt.
 
Überwachung
Laut Bericht muss ein Monitoringsystem in der Saane (unterhalb der Deponie) und in der Deponie eingerichtet werden, um über aktuelle Daten zu den Auswirkungen der Schadstoffströme auf die Saane (Wasser und Sedimente) zu verfügen und um die Wirkung der Sanierungsmassnahmen sowie den Sanierungserfolg kontrollieren zu können.
 
Sanierungsvarianten
Aufgrund eines ersten Vorinventars der Massnahmen, die für das Sanierungsprojekt der Deponie La Pila in Betracht kommen, können zwei grosse Kategorien von möglichen Sanierungsmassnahmen unterschieden werden: In die erste Kategorie fallen Massnahmen, mit denen der Belastungsgrad der Stätte verringert werden kann. Diese Massnahmen bringen eine dauerhafte Lösung des Problems und gehören ins Sanierungsprojekt. In die zweite Kategorie fallen Massnahmen, mit denen die Ausbreitung der umweltgefährdenden Stoffe verhindert werden kann. Massnahmen dieser Kategorie sind als begleitende Massnahmen zum Sanierungsprogramm zu betrachten.
 
2. Stellungnahme des Amts für Umwelt
Da nun feststeht, dass der Standort heikel ist und saniert werden muss, hat das Amt für Umwelt (AfU) das Konsortium ersucht, die im Bericht vorgeschlagenen Sofortmassnahmen auszuführen. Ausserdem spricht es sich für die Einrichtung einer Überwachung und für die Fortsetzung der Studien im Zusammenhang mit der Prüfung der Machbarkeit der Überbrückungsmassnahmen aus. In der Stellungnahme des AfU sind die Massnahmen aufgeführt, die kurz-, mittel- und langfristig zur Sanierung der Deponie getroffen werden müssen. Das Gesamtsanierungsprojekt sollte bis Ende 2010 ausgearbeitet sein.
 
3. Neuer Standort für die Fahrenden in Prüfung
Aus dem Untersuchungsbericht geht hervor, dass es sinnvoll bzw. nötig ist, die Fahrenden nicht nur im Hinblick auf die Sanierungsarbeiten, sondern bereits für die Sofort-, und Überbrückungsmassnahmen umzusiedeln. Nachdem verschiedene mögliche Standorte geprüft wurden, gilt der Standort im Bois de Châtillon in der Gemeinde Hauterive als die geeignetste Variante. Die notwendigen Verfahren wurden in Angriff genommen, namentlich im Bereich der Raumplanung. Idealerweise sollte der Umzug im Sommer 2009 erfolgen.
 
4. Finanzielles
Die Aufwendungen bis Ende Dezember 2008 für die Untersuchungen und Analysen im Hinblick auf die Sanierung der Deponie betrugen rund 1,6 Millionen Franken. Der Voranschlag für die nächsten Etappen – darunter insbesondere die Ausführung der Sofortmassnahmen und der Umzug der Fahrenden – sieht Ausgaben von 12,5 Millionen Franken vor. Bevor die Kosten für die gesamte Sanierung des Standorts beziffert werden können, werden noch zusätzliche Abklärungen getroffen werden müssen.

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