Der Direktor der Anstalten von Bellechasse beruft sich auf sein Recht auf frühzeitige Pensionierung

30. September 2011 -16h30

Der Direktor der Anstalten von Bellechasse, Philippe Tharin, hat entsprechend seinen öffentlichen Ankündigungen vom vergangenen April, seinen Karriereplan zu überdenken, den Staatsrat darüber informiert, dass er auf den 30. April 2012 in den vorzeitigen Ruhestand treten wolle. Der Staatsrat nimmt diesen Entscheid zur Kenntnis und respektiert ihn. Die beiden Parteien haben sich über die Bedingungen dieses Abgangs sowie über die vorliegende Mitteilung geeinigt.

Mit dieser Medienmitteilung, die mit dem Betroffenen zusammen ausgearbeitet wurde, gibt die Sicherheits- und Justizdirektion bekannt, dass der Direktor der Anstalten von Bellechasse, Philippe Tharin, auf den 30. April 2012 von seinem Recht auf eine frühzeitige Pensionierung im Alter von 58 Jahren Gebrauch macht, wie dies im neuen Gesetz über die Pensionskasse des Staatspersonals (Inkrafttreten am 1. Januar 2012) als Möglichkeit vorgesehen ist. Philippe Tharin und der Staatsrat haben sich über die Bedingungen seines Abgangs verständigt.
Er wie auch seine Familie fühlten sich vor allem von der Gewalt der Worte, die in einer Anfrage eines Grossrats verwendet wurden, zutiefst betroffen und in der Ehre berührt. Philippe Tharin hat seinen Entscheid bereits im April getroffen und hat ihn nun bestätigt. Der Staatsrat nimmt den Entscheid zur Kenntnis und spricht dem Direktor seine Anerkennung aus.
Philippe Tharin wurde vom Staatsrat des Kantons Freiburg am 9. Juli 2003 als Direktor der Anstalten von Bellechasse (AB) angestellt. Während all dieser Jahre hat er sich enorm für seine Aufgabe an der Spitze der Anstalten eingesetzt, die mit der Eröffnung eines neuen Gebäudes für den vorzeitigen Strafvollzug (VSV) im Jahr 2010 eine bemerkenswerte Vergrösserung erfahren haben. Er hat namentlich zahlreiche innovative Projekte lanciert, um die Beschäftigung, die soziale und psychische Festigung der Gefangenen sowie ihre gesellschaftliche Wiedereingliederung nach Ablauf ihrer Strafe oder Massnahme zu fördern. Die tiefgreifende Veränderung der Landwirt-schaftspolitik sowie die Gründung einer Aktiengesellschaft für die Produktion von Biogas zeugen nachhaltig von seiner Tätigkeit in der Leitung der Anstalten.

Übertriebene Anschuldigungen
Am 28. Februar 2011 wurde im Grossen Rat eine Anfrage eingereicht, die schwere Anschuldigungen gegenüber dem Direktor der AB enthielt. Zur Klärung der Sachlage hat der Staatsrat ein externes Unternehmen beauftragt, die Personalführung und die Organisation der Anstalten von Bellechasse zu analysieren. Dieses Unternehmen hat 126 vertiefte und vertrauliche Gespräche mit der gesamten Belegschaft, einigen Pensionierten und mit den Mitgliedern der Verwaltungskommission der AB geführt.
Aus der Analyse, deren Schlussbericht demnächst dem Staatsrat vorgelegt wird, geht hervor, dass die verwendeten Ausdrücke unangebracht sind und nicht der Wahrnehmung der Angestellten vom Führungsstil des Direktors entsprechen. Der Führungsstil von Philippe Tharin, der von den Autoren der Analyse als „militärisch-paternalistisch" bezeichnet wird, stellt für eine Mehrzahl der Angestellten kein Problem dar. Wie der Staatsrat bereits in seiner Antwort auf die Anfrage erwähnt hat, sind die Fluktuation sowie die Absenzen in den AB als normal oder sogar unterdurchschnittlich einzuschätzen.
Der Staatsrat wird schon bald die Stelle des Direktors der Anstalten von Bellechasse ausschreiben, um einen Übergang unter den bestmöglichen Bedingungen zu gewährleisten.

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