Einmalige Naturfläche mit Biotop entsteht auf dem Areal von Bellechasse

5. März 2010 -09h00

Die Bauarbeiten am grössten Renaturierungsprojekt „Hinterem Horn" im Grossen Moos gehen zügig und planmässig voran. Auf dem Areal der Anstalten von Bellechasse entsteht eine schweizweit einmalig grosse Renaturierungsfläche (ca. 17,4 ha) mit Kleinlebensräumen und temporär überfluteten Senken. Damit soll eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt gedeihen können, betonten am Freitag in Sugiez die Projektverantwortlichen der Stiftung Biotopverbund Grosses Moos und der Anstalten von Bellechasse.

Auf der ganzen Länge der Schleife des alten Aarelaufes (Länge 900 m, Breite 60 m) wurde der Oberboden (ca. 30 cm) mittels Schürfkübelraupen weitgehend abgetragen und wegtransportiert. Der Aushub dient zur Verbesserung verschiedener Senken auf dem Areal von Bellechasse. Um eine Verdichtung des Bodens unter der Last der Maschinen zu verhindern, musste möglichst bei Minustemperaturen gearbeitet werden. So haben die Maschinisten an mehreren Tagen bereits um 5 Uhr morgens mit der Arbeit beginnen müssen.

Nächster Schritt ist der Aushub für die Schaffung der grossen offenen Wasserfläche (85 m Länge, 30 m Breite). Dazu wird die Dragline, ein Schleppschaufelbagger, eingesetzt. Damit die schwere Maschine im weichen Terrain nicht absinkt, wird sie auf einem Holzrost aus massiven Eichenbalken fahren. Die Arbeiten haben die Fauna bisher nicht verscheucht, stellten die Bauarbeiter fest: So haben sich ein Rudel Rehe und die grossen Raubvögel rasch an die Maschinen gewöhnt. Ein Mäusebussard hat es sich sogar auf der Baggerkabine bequem gemacht.

Das Projekt wird dieses Jahr abgeschlossen. Die Investitionskosten betragen insgesamt 800'000 Franken. Bund und Kanton leisten im Rahmen der Konjunkturförderungsprogramme je einen Beitrag von 200'000 Franken. An den Kosten beteiligen sich zudem der Fonds Landschaft Schweiz, die Loterie Romande und die Göhner-Stiftung. Für die Anstalten von Bellechasse stellt das Projekt einen weiteren Schritt in der Realisierung des eigenen Öko-Konzepts dar. Auf Initiative der Stiftung Biotopverbund Grosses Moos wurden bisher über 6 Millionen Franken in Ökoflächen investiert.

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