Intensive Kontroll- und Präventionstätigkeit im Bereich Prostitution

25. Februar 2019 -09h13

Die verschiedenen staatlichen und halbstaatlichen Partner, die sich mit den Rahmenbedingungen für die Ausübung der Prostitution befassen, leisteten 2018 intensive Kontroll-, Präventions- und Betreuungsarbeit. Positive Auswirkung davon ist eine gewisse Stabilität im Milieu. Dies geht aus dem jährlichen Bericht der beratenden Kommission im Bereich der Prostitution hervor.

Prostitution de rue
Prostitution de rue © Tous droits réservés - François Rhême

Es wurde kein Verfahren wegen Förderung der Prostitution eröffnet, es wurden nicht mehr Fälle von Menschenhandel aufgedeckt und an der Alten Brunnengasse in Freiburg hat sich die Situation in Sachen Immissionen etwas beruhigt: Was die Ausübung der Prostitution im Kanton Freiburg angeht, war 2018 ein «ruhiges» Jahr. Diese Feststellung ist mit der intensiven Kontroll- und Präventionsarbeit in Zusammenhang zu bringen, welche die betroffenen Staatsstellen und ihre Partner das ganze Jahr über vor Ort geleistet haben.

Der Jahresbericht der beratenden Kommission im Bereich der Prostitution, den der Staatsrat am vergangenen 20. Februar genehmigt hat, führt dies im Detail aus. Im Bereich der Kontrolle führte die Kantonspolizei rund 340 Besuche in Wohnungen und Prostitutions-Salons (100 mehr als im Vorjahr) sowie 700 Kontrollen bei Sexarbeiterinnen (2017 ebenfalls 700) durch und stellte ca. 15 Kontakte mit Personen, die ihre Dienste über Internet anbieten, (2017 rund 30) her. Per 31. Dezember 2018 gab es im Kanton 31 Prostitutions-Salons, d. h. vier mehr als im Vorjahr. Zwei Drittel davon befinden sich in der Stadt Freiburg.

Im Bereich Prävention führte der Verein Fri-Santé mit dem Programm Grisélidis seine Kontaktarbeit weiter. Dies geschah im Rahmen der zweimal wöchentlich stattfindenden Sprechstunden (802 Kontakte; 2017: 873) und im Präventionsbus, der einen Abend pro Woche am Eingang der Alten Brunnengasse in Freiburg steht (1205 Kontakte; 2017: 1226). Der Verein führte auch 153 Besuche in Salons durch (2017: 117). Ausserdem wurden den Sexarbeiterinnen mehrere Zeitfenster für kostenlose HIV/Syphilis-Tests angeboten. Die Freiburger Fachstelle für sexuelle Gesundheit, die dem Kantonsarztamt angegliedert ist, steht zudem regelmässig in Kontakt mit Personen, die Prostitution ausüben und die den Dienst für ärztliche Beratungen oder für ein Gespräch mit einer Beraterin für sexuelle Gesundheit aufsuchen.

Die Opferberatungsstelle Frauenhaus hat ihrerseits vier Personen mit einer Verbindung zum Prostitutionsmilieu betreut, die selbst Opfer oder Angehörige von Opfern sind.

Schliesslich begrüsst die Kommission die Sensibilisierungsaktion des Quartiervereins der Alten Brunnengasse: Die Aktion, die mit Unterstützung der Stadt Freiburg organisiert wurde, sensibilisierte die Teilnehmenden für die Immissionen, die durch den Besuch von Prostitutionsorten entstehen, und für eine respektvolle Nachbarschaft. Die konkrete Aktion ergänzte die verschiedenen behördlichen Massnahmen der letzten Jahre und trug offensichtlich zu einer Stabilisierung der Situation in dieser Strasse bei, die sinnbildlich für die Prostitution in unserem Kanton steht.

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