Geboren am 10. April 1962 in Bern. Katholisch, von Saignelégier (JU) seit 1803, aus Frankreich eingewanderte Familie. Marie Garniers Grossvater, Psychiater, liess sich im Kanton Freiburg nieder und heiratete in zweiter Ehe Jeanne Pernet, von Romont. Ihre Eltern sind Dr. med. Bernard Garnier, Arzt und Privatdozent in Medizin, Hauptmann der Sanitätstruppen, freisinniger Generalrat und Grossrat der Stadt Freiburg, der sich insbesondere für Kulturgüterschutz und Zweisprachigkeit engagiert, und Thérèse geb. Jude, Krankenschwester.

Marie Garnier, Staatsrätin (2011–2018)
Marie Garnier, Staatsrätin (2011–2018) © Alle Rechte vorbehalten - © 2018 Etat de Fribourg
Marie Garnier (2011-2018), Grüne

Marie Garniers Partner war Olivier Overney, Sohn des Clément Overney und der Lucette geb. Dupasquier, Enkel des Constant Overney (1901–1996), konservativer Nationalrat (1955–1963), Grossrat (1951–1971) und Ammann von Charmey (1958–1969). Ihr Partner ist tragischerweise am 17. Februar 2018 verstorben.

Nach dem Besuch der Burgschule und des Kollegiums Heilig Kreuz in Freiburg erlangt Marie Garnier 1981 die lateinisch-griechische Maturität in deutscher Sprache im Kollegium St. Michael. Nach einer 1982 abgeschlossenen
Landwirtschaftslehre in Peney-le-Jorat (VD) studiert sie Agrarwirtschaft an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich und schliesst ihre Studien als Ing. agr. ETHZ ab. Sodann unterrichtet sie am Landwirtschaftlichen Institut
Grangeneuve (1988–1989) und ist Mitarbeiterin, dann Prokuristin der Zweigstelle des Büros Econat (1989–1996).

Sie ist Mitglied zahlreicher Kommissionen, insbesondere der Eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission (1992–1998) und der kantonalen Umwelt-, Natur- und Landschaftsschutzkommission (1995–2011). Von 1997 bis 2011 leitet sie das Pro-Natura-Zentrum Champ-Pittet und verfasst zahlreiche Berichte und Broschüren über Umweltthemen. Marie Garnier hat sich nicht nur für die ausserschulische Betreuung eingesetzt, sondern ist auch J+S-Leiterin für Skifahren, Skilanglauf und Skitouren.

Ihre politische Karriere beginnt im Verfassungsrat (2000–2004), in den sie auf der Offenen Liste gewählt wird. 2006 wird sie auf der sozialdemokratischen Liste (die Grünen haben noch keine Ortssektion) in den Gemeinderat von
Villars-sur-Glâne gewählt und 2011 auf der grünen Liste wiedergewählt. Für Raumplanung, Strassen, Verkehr und Umwelt verantwortlich, bringt sie die Revision der Ortsplanung zum Abschluss, in der Grünflächen garantiert werden, beendet die Einrichtung der Tempo-30-Zonen, saniert einen Teil der öffentlichen Beleuchtung, um Strom zu sparen, kämpft gegen Einkaufszentren, mit denen nutzlos landwirtschaftliche Nutzflächen vergeudet werden, und schafft mehrere Fussgängerverbindungen, darunter einen begrüssenswerten Weg vom Espace Nuithonie durch den Cormanon-Park ins Beaumont-Quartier.

Bei den Staatsratswahlen 2011 figuriert Marie Garnier auf einer gemeinsamen Liste der Linken (SP, CSP, Grüne) und erlangt im ersten Wahlgang den sechsten Rang, um sich als dritte der linken Kandidat/innen vor dem Sozialdemokraten
Xavier Ganioz und dem Christlich-sozialen Pierre-Olivier Nobs zu klassieren. Im zweiten Wahlgang kann sie ihr gutes Ergebnis noch verbessern und erreicht den fünften Rang. Marie Garnier übernimmt die Direktion der Institutionen
und der Land- und Forstwirtschaft.

Im November 2016 wurde Marie Garnier im zweiten Wahlgang als Staatsrätin wiedergewählt.

Marie Garnier hat am 8. November 2017 ihren Rücktritt aus dem Staatsrat bekanntgegeben.

Aus : "Der Freiburger Staatsrat : 1848-2011"

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