Vorsicht angesichts des neuen Bevölkerungsszenarios des BFS für den Kanton Freiburg

12. Mai 2016 -11h30

Heute veröffentlicht das Bundesamt für Statistik (BFS) die neuen kantonalen Bevölkerungsszenarien für den Zeitraum 2015-2045. Angesichts der neuesten verfügbaren Daten erscheint das Referenzszenario für den Kanton Freiburg sehr hoch.

Bis anhin haben die Bevölkerungsszenarien des BFS für die einzelnen Kantone das Wachstum im Kanton Freiburg generell unterschätzt. Mit dem neuen Referenzszenario, das heute veröffentlicht worden ist, scheint sich die Tendenz gewendet zu haben. Laut diesem neuen Szenario, das auf den Beobachtungen bis 2014 basiert, ist die Projektion für das Jahr 2015, also bloss nach dem ersten Jahr der Prognose, um 2 000 Einwohner zu hoch. Im Vergleich zum alten Referenzszenario, das 2010 veröffentlicht wurde, ist die im Jahr 2035 erwartete Bevölkerung von 335'000 auf 408'000 angestiegen. Im vor zwei Jahren vom kantonalen Amt für Statistik veröffentlichte Szenario wurde mit 373'000 Einwohnern im Jahr 2035 gerechnet.

Die vermutete Überschätzung im neuen Referenzszenario des BFS beruht zum Teil darauf, dass die Projektionen des BFS der jüngsten Entwicklung ein grosses Gewicht beimessen. Doch im Jahr 2015 war im Kanton Freiburg nicht mehr dasselbe starke Wachstum festzustellen wie in den vergangenen Jahren und angesichts der Entwicklung in den ersten Monaten wird dies auch 2016 nicht der Fall sein.

Die Ungewissheiten in den Bevölkerungsszenarien für Freiburg belegen, wie schwierig es ist, für kleine Räume wie etwa auf Kantonsebene Bevölkerungsprognosen zu erstellen. In einem grossen Raum (einem Kontinent oder einer Nation) bestimmen überwiegend die natürlichen Bevölkerungsbewegungen (Geburten, Todesfälle) die Bevölkerungsentwicklung. Diese Bewegungen sind gut voraussehbar, da sich die Fruchtbarkeit und Lebenserwartung recht stabil entwickeln. Aber je kleiner der beobachtete Raum wird, desto mehr spielt die Migrationsbewegung (Zu- und Abwanderung) eine Rolle und solche Migrationsströme sind viel schwieriger vorherzusehen..
 

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