Übergangs- und Kompensationsmassnahmen

Für Personen, die kurz vor dem Pensionsalter stehen, muss der Arbeitgeber Übergangs- und Kompensationsmassnahmen einrichten. Die Arbeitgeber könnten auch aufgefordert werden, das Kapital der Pensionskasse aufzustocken.

Übergangs- und Kompensationsmassnahmen
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Die Reform des Vorsorgeplans hat keine Auswirkungen auf die Renten von bereits pensionierten Personen. Mit dem Wechsel zum Beitragsprimat werden die bestehenden Anrechte der Versicherten bezüglich ihres reglementarischen Altersguthabens erhalten. Sie werden eine Bescheinigung erhalten, die bestätigt, dass dieses Guthaben nicht gesenkt wird. Hingegen wird sich die Reform stark auf die Höhe der Renten auswirken, mit denen die versicherten Personen rechnen können: Die PKSPF schätzt, dass die durchschnittliche Senkung ohne zusätzliche Finanzierung etwa 20% betragen wird.

Personen, die kurz vor der Rente stehen, wären am stärksten betroffen. Gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts müssen bei einem Primatwechsel Übergangsmassnahmen umgesetzt werden. Davon sollen jene Personen profitieren, die weniger als fünf Jahre vor der Pensionierung stehen. Der Staatsrat und die PKSPF wollen jedoch den Kreis der Berechtigten auf alle Personen im Alter zwischen 55 und 65 Jahren erweitern. Um ein noch grösseres Personenspektrum abzudecken, werden zusätzlich zu den Übergangsmassnahmen auch Kompensationsmassnahmen umgesetzt. 

Der Staatsrat schickt drei Varianten für die Anpassung des Vorsorgeplans mit Übergangs- und Kompensationsmassnahmen in die Vernehmlassung. 

  1. In der ersten Variante schlägt er Übergangsmassnahmen für Personen im Alter von 55 bis 65 Jahren vor. Zusätzlich schlägt er Kompensationsmassnahmen für Personen ab 50 Jahren vor: Damit soll die Senkung der erwarteten Renten für alle diese Personen auf 11,5% begrenzt werden. Der Anteil der Altersgutschrift des vollen Beitragssatzes bleibt unverändert bei 8,64% der versicherten Lohnsumme für Arbeitnehmer und bei 12,36% zu Lasten des Arbeitgebers. Die Kosten für Übergangs- und Kompensationsmassnahmen werden in dieser Variante auf 500 Millionen Franken geschätzt.
     
  2. In der zweiten Variante schlägt der Staatsrat vor, zusätzlich zu den Übergangsmassnahmen für Personen im Alter von 55 bis 65 Jahren, Kompensationsmassnahmen für alle Personen ab 45 Jahren umzusetzen. Damit soll die Verringerung der erwarteten Rente für diese Personen auf 13% begrenzt werden. Der Staatsrat schlägt ausserdem vor, das Kapital der Pensionskasse einmalig um 350 Millionen Franken aufzustocken. Der Anteil der Altersgutschrift des vollen Beitragssatzes bleibt unverändert bei 8,64% der versicherten Lohnsumme für Arbeitnehmer und bei 12,36% zu Lasten des Arbeitgebers. Die Kosten für Übergangs- und Kompensationsmassnahmen werden in dieser Variante auf 600 Millionen Franken geschätzt.
     
  3. Auch in der dritten Variante schlägt der Staatsrat vor, Übergangs- und Kompensationsmassnahmen für Personen ab 45 Jahren umzusetzen. Die Verringerung der erwarteten Rente soll für alle diese Personen auf 15% begrenzt werden. Der Anteil der Altersgutschrift des vollen Beitragssatzes der Arbeitnehmer bleibt unverändert bei 8,64% der versicherten Lohnsumme, während derjenige des Arbeitgebers mit zunehmendem Alter der versicherten Personen von anfänglich 8,64% auf 16% erhöht würde. Die Kosten für die Übergangs- und Kompensationsmassnahmen werden in dieser Variante auf 400 Millionen Franken geschätzt.


Aus Sicht des Staatsrates ist es möglich, nicht nur für die Variante 2, sondern auch für die Varianten 1 und 3 eine Aufstockung des Kapitals der PKSPF vorzusehen.

Aktive versicherte Personen können sich mit Hilfe des Renten-Rechners der PKSPF informieren, welche Auswirkungen diese drei Varianten auf ihre persönliche Situation haben werden. 

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