Wechsel vom Leistungsprimat zum Beitragsprimat

Was bedeutet der Wechsel vom Leistungsprimat zum Beitragsprimat? Sind Massnahmen vorgesehen, um die negativen Auswirkungen für diejenigen Personen zu reduzieren, die am stärksten betroffen sind? Worin liegt der Unterschied zwischen den Begriffen Beiträge und Altersgutschriften?

Häufig gestellte Fragen
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Was bedeutet der Wechsel vom Leistungsprimat zum Beitragsprimat?

Die wichtigste vorgeschlagene Massnahme der Reform ist die Umstellung des Vorsorgeplans vom Leistungsprimat auf das Beitragsprimat.

Heute muss die PKSPF eine Rente zusichern, die 1,6% der versicherten Lohnsumme einer ganzen Laufbahn entspricht (Referenzrentensatz). So muss sie die Mittel aufbringen, um die versprochenen Leistungen zu finanzieren. Es handelt sich dabei um einen Vorsorgeplan im Leistungsprimat. In der Schweiz wird dieses Prinzip nur noch von den öffentlich-rechtlichen Pensionskassen der Kantone Genf, Waadt und Freiburg angewendet. Wenn die Pensionskasse in diesem System die garantierten Renten aufgrund fehlender Renditen nicht finanzieren kann, muss sie ihren Vorsorgeplan anpassen. Entweder, indem sie die Leistungen senkt oder indem sie die Beiträge erhöht. Für die PKSPF würde die Fortführung des Plans die Arbeitnehmenden und den Arbeitgeber zwischen 1,4 und 1,8 Milliarden Franken kosten, je nach Schätzung der Zinsgutschrift. Das würde eine Senkung des Ansatzes zur Berechnung der Renten im Alter von 62 Jahren von 1,6% auf 1,3% bedeuten. Das hätte eine durchschnittliche Senkung der Renten von ungefähr 20% zur Folge.  

Mit dem neuen Plan, den die Vertretenden von Arbeitnehmenden und Arbeitgeber vorschlagen, würde künftig die Berechnung der Rente zum Zeitpunkt der Pensionierung ausschliesslich auf den angesparten Beiträgen und den tatsächlich erzielten Erträgen aus dem Kapital basieren. Dabei handelt es sich also um einen Vorsorgeplan im Beitragsprimat. Dieses System wird fast von allen öffentlichen und privaten Pensionskassen der Schweiz angewendet. Mit dem Wechsel vom Leistungsprimat zum Beitragsprimat kann die Pensionskasse ihre Renten sichern, ohne die Beiträge drastisch erhöhen zu müssen. Das Beitragsprimat erlaubt ausserdem, das Risiko von Schwankungen an den Finanzmärkten abzuwälzen. Von dieser Abwälzung können auch die Versicherten profitieren: Wenn die Erträge höher sind als erwartet, können sie auch mit höheren Renten rechnen.

 

Sind Massnahmen vorgesehen, um die negativen Auswirkungen für diejenigen Personen zu reduzieren, die am stärksten betroffen sind?

Die Reform, die notwendig ist, um die Stabilität der Pensionskasse und ihrer Leistungen zu sichern, beinhaltet eine Senkung des erwarteten Rentenniveaus für Personen, die aktuell beim Staat Freiburg oder bei einer der PKSPF angeschlossenen Anstalt arbeiten. 

Der prognostizierte durchschnittliche Verlust für die zweite Säule liegt bei rund 20%. Für Personen im Alter von 55 bis 65 Jahren, die kurz vor der Pensionierung stehen, werden Übergangsmassnahmen umgesetzt. Zusätzlich werden je nach gewählter Variante Kompensationsmassnahmen für Personen ab 50 oder ab 45 Jahren umgesetzt. Diese Massnahmen sind Gegenstand der Vernehmlassung. Die Reform wird jedoch keine Auswirkungen auf die Renten der zweiten Säule von Personen haben, die bereits heute eine Alters-, Hinterlassenen-, Invaliden- oder Waisenrente erhalten.

 

Wie werden die Lasten zwischen den Angestellten und dem Arbeitgeber aufgeteilt?

Die Bemessung der Lastenverteilung zwischen Arbeitnehmenden und Arbeitgeber ist das Resultat einer komplexen Schätzung, die im Bericht des Staatsrats vom 20. November 2018 und in einem Informationsblatt der PKSPF ausgeführt sind.

Bietet die Reform den Versicherten die Möglichkeit, einen zusätzlichen Beitragsplan zu finanzieren? Welche Verbesserung ist möglich und welcher Aufwand ist dazu notwendig?

Ja, die Reform bietet die Möglichkeit eines zusätzlichen Beitragsplans. Jede versicherte Person wird Jahr für Jahr entscheiden können, ob sie ihren Beitrag weiterhin wie heute bezahlen will (8,64%), ob sie 1% mehr leisten will (9,64%) oder ob sie 3% mehr einbezahlen will (11,64%). Die Last der versicherten Person entspricht dem gewählten zusätzlichen Beitrag (1% oder 3%). Angenommen, eine Person entscheidet sich dafür, während ihrer ganzen Laufbahn 1% mehr einzubezahlen, dann könnte sich ihre Altersrente um rund 5% verbessern. Bei zusätzlichen 3% könnte sich die Rente um 14% erhöhen. 

 

Bietet die unmittelbare Rekapitalisierung durch den Arbeitgeber Vorteile für die versicherten Personen?

Die Rekapitalisierung kommt nicht direkt den Versicherten zugute. Im Gegensatz zu den Übergangs- und Kompensationsmassnahmen geht der vom Staat einbezahlte Betrag nicht zu ihrem eigenen Vermögen, sondern fliesst in das Vermögen der PKSPF. Trotzdem werden die Versicherten in Zukunft indirekt von der Rekapitalisierung profitieren – insoweit als das Bundesrecht verbietet, dass zusätzlich in die Pensionskasse einbezahlte Beträge nicht der Gesamtheit der Versicherten zugute kommen. Die Rekapitalisierung wird die finanzielle Situation der PKSPF verbessern und erhöht somit die Wahrscheinlichkeit, dass die aktiven Versicherten von höheren Renditen profitieren können. Ebenso sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass die PKSPF eines Tages andere Sanierungsmassnahmen treffen muss.

 

Worin liegt der Unterschied zwischen den Begriffen Beiträge und Altersgutschriften?

Die Altersgutschrift ist ein Teil der Beiträge. Der gesamte Beitrag setzt sich wie folgt zusammen:

  • 21% sind Sparguthaben oder Altersgutschrift,
  • 3% sind notwendig für die Rekapitalisierung der Pensionskasse und
  • 1,9% werden für die Deckung der Risiken von Tod und Invalidität, für Verwaltungskosten sowie für die Beiträge an den Sicherheitsfonds verwendet.

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