Der Staatsrat wird dem Grossen Rat vorschlagen, 25 Millionen Franken für das Experimentiergebäude des Smart Living Lab auf dem blueFACTORY-Gelände bereitzustellen

18. Oktober 2017 -09h00

Das Smart Living Lab, das Forschungs- und Entwicklungszentrum für das intelligente Wohnen der Zukunft, das bis zum Bau seines Gebäudes in der blauen Halle untergebracht ist, wächst schnell. Um seine künftige Entwicklung nicht zur behindern, hat der Staatsrat einer Vergrösserung dieses Experimentiergebäudes um 1000 m2 im Vergleich zum ursprünglichen Projekt zugestimmt und beschlossen, zusätzliche fünf Millionen Franken dafür bereitzustellen. Der für die Realisierung des Projekts vorgesehene Betrag wird somit von 20 auf 25 Millionen Franken aufgestockt. Gleichzeitig prüft der Verwaltungsrat der BFFSA die Reihenfolge der verschiedenen Vorhaben auf dem Gelände, um seinen Finanzplan zu optimieren. Eine Studie hat gezeigt, dass eine Zweckänderung der ehemaligen Abfüllhalle (graue Halle) zurzeit finanziell nicht realisierbar ist. Dieses Projekt wird folglich zurückgestuft, während der Bau des Gebäudes B zusammen mit dem Gebäude des Smart Living Lab oberste Priorität erhält.

Smart Living Lab
Das Smart Living Lab, das Forschungs- und Entwicklungszentrum für das Wohnen der Zukunft, ist ein Flaggschiffprojekt unseres Innovationsquartiers. Innerhalb des Swiss Innovation Parks ist es dieses Projekt, das blueFACTORY von den anderen Standorten abhebt. Diese Technologieplattform führt die Kompetenzen der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (ETH Lausanne), der Hochschule für Technik und Architektur Freiburg (HTA-FR) und der Universität Freiburg (UNI-FR) zusammen. Das Schweizer Solarhaus "NeighborHub", das kürzlich den Solar-Decathlon 2017 in Denver gewonnen hat, wurde übrigens hier im Smart Living Lab geplant und gebaut.

Das Smart Living Lab, das zurzeit in der blauen Halle untergebracht ist, zählt bereits 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (48 im Jahr 2015). Von diesen Mitarbeitenden gehören 19 Personen der ETH Lausanne, 13 Personen der UNI-FR und 28 Personen der HTA-FR an. Das Forschungs- und Entwicklungszentrum wird angesichts seines aktuellen Wachstums ab 2023 die maximale Auslastung des neuen Gebäudes erreicht haben, falls es so gebaut wird, wie es in der Vereinbarung vorgesehen ist, das heisst mit 89 Arbeitsplätzen.

Um die Dynamik eines Zentrums von nationaler und internationaler Bedeutung im Bereich des Wohnens der Zukunft mittel- und langfristig nicht einzuschränken, haben die Direktion des Smart Living Lab und seine akademischen Partner in Freiburg dem vereinten Lenkungsausschuss vorgeschlagen, das künftige Gebäude mit einer zusätzlichen Fläche von 1000 m2 (+25 %) und einer verdichteten Nutzung zu planen, damit es bis zu 130 Mitarbeitende (+45 %) aufnehmen kann.
Der Staatsrat hat den Vorschlag einer Vergrösserung des Smart Living Buildings genehmigt, der eine Bruttogeschossfläche von 5000 m2 für 130 Forschende (50% ETH Lausanne; 50% HTA-FR und UNI-FR) vorsieht. Für den Bau des Experimentiergebäudes nach den neuen Plänen ist der Staatsrat bereit, seinen Beitrag um 5 Millionen Franken zu erhöhen, so dass die Investition des Staats von 20 auf 25 Millionen Franken erhöht wird.

Graue Halle und Gebäude B
Daneben prüft der Verwaltungsrat der BFFSA die Reihenfolge der verschiedenen Vorhaben auf dem Gelände, um seinen Finanzplan zu optimieren.

Die BFFSA hat einen Studienauftrag vergeben, damit Überlegungen zur Zweckänderung der ehemaligen Abfüllhalle (grauen Halle) und zu ihrer wirtschaftlichen Nutzung angestellt werden.
Die Vorprojektphase hat gezeigt, dass eine Zweckänderung der Halle kurzfristig finanziell nicht realisierbar ist, da die Kosten auf 26 bis 30 Millionen Franken für das Gebäude mit einer Nutzfläche von 4500 m2  geschätzt werden. Deshalb will der Verwaltungsrat prüfen, ob eine Übergangslösung für die Nutzung des Gebäudes angezeigt ist.

Die BFFSA zieht hingegen in Betracht, den Bau des Gebäudes B zusammen mit jenem des Smart Living Labs zu beschleunigen. Auf diese Weise könnten zusätzlichen Mietflächen für Unternehmen bereitgestellt werden, die sich auf dem blueFACTORY-Gelände niederlassen und insbesondere mit dem Smart Living Lab eng zusammenarbeiten möchten.

Der Bau des Gebäudes B und des Smart Living Buildings könnte auf Ende 2021 fertiggestellt werden. Die Fristen hängen jedoch von der definitiven Validierung des kantonalen Nutzungsplans (KNP), die für das erste Halbjahr 2018 erwartet wird (der Plan wird am 24. November 2017 öffentlich aufgelegt), sowie vom Integrationsgrad der beiden Gebäude ab.

Finanzierung
Die Investitionen der öffentlichen Hand in die Infrastrukturen und die Technologieplattformen auf dem blueFACTORY-Gelände belaufen sich bereits auf etwa 78,8 Millionen Franken.

In diesem Betrag enthalten ist der Kauf des Geländes durch den Staat und die Stadt Freiburg (24 Millionen Franken); eine Anstossfinanzierung in Form eines A-fonds-perdu-Beitrags an die BFF SA von einer Million Franken (je hälftig von Stadt und Staat getragen); ein rückzahlbares Darlehen zugunsten der BFF SA von 10 Millionen Franken (je hälftig von Stadt und Staat getragen); Bürgschaften und Darlehen des Staats in der Höhe von 15,6 Millionen Franken für die Plattformen SICHH (12 Mio.) und BCC (3,6 Mio.) sowie A-fonds-perdu-Beiträge des Staats für die Plattform Innosquare (2 Millionen) und das Smart Living Lab (26,2 Millionen).

Zusätzlich zu diesen Beträgen wird der Kanton also 25 Millionen Franken für den Bau des Gebäudes des Smart Living Lab bereitstellen. Dieser Betrag sowie die Betriebskosten des Gebäudes werden einer ergänzenden Analyse unterzogen und dem Staatsrat zur Genehmigung unterbreitet, bevor dem Grossen Rat ein entsprechendes Dekret und eine Botschaft vorgelegt werden.

Ebenfalls im Rahmen des Forschungs- und Entwicklungszentrums Smart Living Lab finanziert der Staat die Lehrstühle der ETH Lausanne, der UNI-FR und der HTA-FR mit einem jährlichen Betrag von etwa 7 Millionen Franken, der bereits in den Finanzplan aufgenommen wurde.

> Antwort des Staatsrats auf die Anfrage Christian Ducotterd und Marc-Antoine Gamba (2017-CE-122), "Entwicklungsstand und Finanzierung des Projekts blueFACTORY"
 

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