25 Millionen Franken ausserordentliche Hilfe für die Erneuerung der Freiburger Seilbahnen

5. November 2008 -15h00

Der Staatsrat schlägt dem Grossen Rat eine ausserordentliche Hilfe von 25 Millionen Franken für ein Erneuerungspaket mit 6 Seilbahnprojekten vor, die in den nächsten Jahren realisiert werden sollen. Wegen der auslaufenden Konzessionen ist rasches Handeln nötig. Die Erneuerung dieser Basisinfrastrukturen bildet eine wichtige Grundlage für die Stärkung des Tourismus als zukunftsträchtiger kantonaler Wirtschaftsbereich. Mit Blick auf den Klimawandel werden die Tourismusstationen im Rahmen dieses Erneuerungspakets auch für den Sommertourismus tauglich gemacht werden.

Aufgrund der auslaufenden Bundeskonzessionen werden die Gondelbahn Moléson ab 2011 und die Sesselbahn La Berra ab 2014 nicht weiter betrieben werden können, falls die Anlagen nicht erneuert werden. Auch die interkantonalen Konzessionen für die Skilifte La Berra, Jaun und Moléson-Les Joux (2009), Schwarzsee-Kaiseregg (2011) und Charmey-Vounetz (2016) laufen aus. Der Verband der Freiburger Bergbahnen hat daher ein Erneuerungspaket vorbereitet und beim Kanton eine ausserordentliche Hilfe gemäss Tourismusgesetz beantragt.
 
Die Gesamtkosten für diese Neuinvestitionen werden von den Seilbahngesellschaften auf insgesamt rund 58 Millionen Franken veranschlagt. Der Verwaltungsausschuss des Tourismusförderungsfonds hat die Projekte eingehend geprüft und die anrechenbaren Kosten auf einen Betrag von rund 52 Millionen Franken reduziert. Der Staatsrat schlägt dem Grossen Rat vor, diese Investitionen zum gesetzlichen Höchstsatz von 49% zu unterstützen, dies entspricht einem Gesamtbetrag von 25 Millionen Franken.
Die Regionen müssen sich an den Kosten der auf ihrem Gebiet liegenden Bergbahnen zu mindestens 17% beteiligen. Der Restbetrag ist durch die Seilbahngesellschaften aufzubringen.
             
Die verschiedenen Projekte sehen eine Erneuerung der Basisinfrastrukturen nach heutigen Qualitätsstandards vor. Die Skilifte werden durch 4er-Sesselbahnen ersetzt und beim Moléson wird eine neue Gondelbahn gebaut werden. Die Erneuerung trägt somit auch dem Klimawandel Rechnung, da die neuen Anlagen auch im Sommer genutzt werden können.
 
Diese Anlagen werden Eigentum einer zu gründenden gemischtwirtschaftlichen Gesellschaft sein, welche die Bergbahnen den Betriebsunternehmen vermietet. Das Gesamtpaket soll darüber hinaus eine einigende Wirkung haben und namentlich die Zusammenarbeit und die gemeinsame Vermarktung der Tourismusprodukte in den Freiburger Voralpen weiter verbessern. Der Staatsrat hat daher im Dekret konkrete Bedingungen formuliert. Er verlangt unter anderem, dass die Seilbahnen eine klare gemeinsame Vermarktungsstrategie für die Destination „Freiburger Alpen“ entwickeln.
 
Der Staatsrat ist überzeugt, dass diese Investitionen für die Freiburger Wirtschaft und für die Bevölkerung, die die Voralpen als Naherholungsgebiet nutzt, wichtig sind. Die Partnerschaft zwischen Staat und Privatwirtschaft ist ein interessantes Modell, um gemeinsam die Herausforderungen der Zukunft zu meistern. Die beträchtlichen Investitionen werden durch die Gesellschaften und die Regionen nicht einfach zu finanzieren und zu rentabilisieren sein. Trotzdem wäre ein Verzicht auf Unterstützung auch aus regionalpolitischen Überlegungen nicht zu rechtfertigen. Die Studie von Professor Levrat von der Hochschule für Wirtschaft Freiburg vom 15. Mai 2008 (« L’impact socio-économique régional résultant du non renouvellement des remontées mécaniques dans cinq stations des Préalpes fribourgeoises ») kommt diesbezüglich zum Schluss, dass die Erhaltung der Seilbahnanlagen für die regionale Wirtschaft notwendig ist, und dies nicht nur für die Aufrechterhaltung ihres heutigen Entwicklungsstands, sondern auch für ihre künftige Entwicklung. Die Studie gibt ausserdem zu bedenken, dass die Verluste wesentlich höher als die zu erwartenden Gewinne ausfallen würden, sollten die Anlagen nicht erneuert werden.

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