Neue Vereinbarung zwischen dem Kanton Freiburg und EMAF

30. November 2007 -12h00

Die Volkswirtschaftsdirektion und die Schule für Multimedia und Kunst Freiburg AG (EMAF) haben eine neue Vereinbarung abgeschlossen, die jene vom 5. Oktober 2005 ersetzt. Die neue Vereinbarung soll in erster Linie gewährleisten, dass die Personen, die zurzeit die Schule besuchen, unter bestmög¬lichen Be¬dingungen ihre Lehre bis zum Abschluss mit einem Eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ) fortsetzen können.

Die EMAF ist eine Privatschule, die einen dreijährigen und einen vierjährigen Ausbildungsgang zur Multimediagestalterin oder zum Multimediagestalter, sowie einen einjährigen Vorbereitungskurs  für die Ausbildung zur Grafikerin oder zum Grafiker anbietet.
Da diese Ausbildungen im Kanton von keiner öffentlichen Schule angeboten werden, wurden sie von 1987 bis heute vom Kanton finanziell unterstützt, zuletzt auf der Grundlage der Vereinbarung vom 5. Oktober 2005 mit der Volkswirtschaftsdirektion (VWD). Bis 2004 war die EMAF der Direktion für Erziehung, Kultur und Sport angegliedert.
Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten der EMAF, bedingt namentlich durch höhere Kosten der Berufsbildung und der Infrastrukturen, und da der Bund seine Subven­tionen ab dem 1. Januar 2008 in Form einer Pauschale ausbezahlen wird, haben die VWD und die EMAF ab dem Frühjahr 2007 Gespräche aufgenommen, um eine Lösung zu finden, die für alle Beteiligten und namentlich für die in Ausbildung stehen­den Jugendlichen annehmbar ist.
Der Staatsrat wurde regelmässig über den Stand der Verhandlungen informiert. Er hat in der Folge den Rahmen der Verhandlungen vorgegeben, indem er allgemeine und finanzielle Grundsätze aufstellte, die den Vertretern der EMAF vorgelegt wurden.

Verschiedene Lösungen wurden von der EMAF vorgeschlagen: Der erste Vorschlag bestand in der Übernahme der EMAF AG durch den Staat, der zweite in der kompletten Privatisierung der Schule, das heisst im Verzicht des Staats, die Ausbildungen finanziell zu unterstützen, und der dritte und letzte Vorschlag bestand in der Fortsetzung des Verhältnisses Staat-EMAF auf der Grundlage eines Leistungsauftrags.
Angesichts der gesamten Umstände entschied sich der Staat schliesslich für die zweite von der EMAF vorgeschlagene Variante, nämlich die komplette Privatisierung. Die EMAF wird künftig eine berufliche Grundbildung und eine höhere Bildung anbieten und sich dabei an eine « Kundschaft » von Auszubildenden wenden, die es sich leisten können, die gesamten - künftig höheren - Ausbildungskosten aus eigener Tasche zu bezahlen.
Deshalb musste für die rund 150 Jugendlichen (Stand am Schulanfang 2007-2008), die bei der EMAF zurzeit in Ausbildung sind, eine Übergangslösung gefunden werden, namentlich auch hinsichtlich der staatlichen Subventionen. Die EMAF hat sich verpflichtet, ihnen den Abschluss ihrer Ausbildung an der Schule zwischen 2008 und 2011 zu ermöglichen.

Daneben sucht das Amt für Berufsbildung nun nach Lösungen für die jungen Freiburgerinnen und Freiburger, die künftig eine Ausbildung in Multimediagestaltung absolvieren möchten, aber nicht in der Lage sind, für die höheren Ausbildungskosten aufzukommen. Das Amt verpflichtet sich ausserdem, den Fall jeder einzelnen Per­son zu prüfen, die zurzeit den Vorbereitungskurs besucht, um ihr die Fortsetzung ihrer Ausbil­dung zu ermöglichen.

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