Erdwärmesonden und Grundwasserschutz

Erdwärmesonden zum Heizen sind weit verbreitet und umweltfreundlich. Ende 2014 waren im Kanton Freiburg rund 15'000 Heizanlagen mit Erdwärmesonden (EWS) in Betrieb. Wegen der grossen Anzahl von Gesuchen hat das Amt für Umwelt (AfU) eine Karte publiziert, auf der ersichtlich ist, wo EWS aufgrund der Vorgaben des Grundwasserschutzes erstellt werden können.

Erdwärmesonden
Erdwärmesonden © 2011 Geotherm - 2011 Geotherm

Die Karte kann online konsultiert werden und ist eine Entscheidungshilfe für die Bauherrschaft und die Projektverantwortlichen. Zudem hilft sie, die administrativen Abläufe zu vereinfachen.

Kriterien für die Zulässigkeit

Die Erstellung von EWS ist durch die eidgenössische und kantonale Gewässerschutzgesetzgebung geregelt. Folgende Beschränkungen gelten:

  • Genehmigungsverbot von Sonden in Schutzbereichen für Quellen oder Grundwasservorkommen zur Trinkwassergewinnung. Diese Beschränkung gilt für Grundwasserschutzzonen sowie für öffentliche Grundwasserleiter, mit einer potenziellen Ergiebigkeit von mehr als 200 L/minIn Bereichen in denen geologische Risiken wie z.B. Arteser, natürliche oder künstliche Hohlräume, Gasaustritte usw. bekannt sind, sind Sonden ebenfalls verboten.
  • Eine Voranfrage beim AfU ist obligatorisch, wenn die Anlage in einer instabilen Zone (Rutschung), in den Karstgebieten der Voralpen, oder auf einem belasteten Standort (Altlast) vorgesehen ist. Darüber hinaus ist ebenfalls eine Voranfrage beim AfU für Bereiche eines öffentlichen Grundwasserleiters ausserhalb der für Trinkwassernutzung erschliessbaren Bereiche, sowie Grundwasserleitern mit einem potenziellen Durchfluss zwischen 50 und 200 l/min (nicht-öffentliche Grundwasserleiter), erforderlich.
  • Sonden sind in Gebieten zulässig welche nicht von den Verbotskriterien betroffen sind, oder in denenVoranfragen notwendig sind.

Die Karte der Zulässigkeit von EWS des Kantons Freiburg berücksichtigt nur den Grundwasserschutz, nicht jedoch das energetische Potenzial oder das Vorhandensein von Infrastrukturen. Es obliegt der Bauherrschaft bzw. dem Projektverantwortlichen zu überprüfen, ob die geplante Anlage und die Tiefe der Bohrungen nicht mit unterirdischen Infrastrukturbauten (Tunnel, Kraftwerkstollen, Gasleitungen, Kanalisationen usw.) in Konflikt stehen.

Die Karte gilt ausschliesslich für Erdwärmesonden und nicht für andere Systeme, welche Erdwärme nutzen, wie die Grundwasserwärmenutzung, Wärmekörbe, Erdregister, Energiepfähle oder die Tiefengeothermie.

Bewilligung ohne Einschränkung in 76% der Bauzonen

Auf 76% der Bauzonenflächen sind EWS zulässig, wobei bei 8% dieser Flächen eine Voranfrage notwendig ist und auf 16% der Bauzonenflächen Sonden nicht zulässig sind. Seen und Wasserflächen sind in der Karte nicht enthalten.

Die Karte wird jährlich aktualisiert, unter Berücksichtigung neuer Erkenntnisse wie zum Beispiel die des Katasters der belasteten Standorte.

Obligatorische Baubewilligung

Gemäss Art. 84 des Ausführungsreglements vom 01.12.2009 zum Raumplanungs- und Baugesetz (RPBR), sind Heizanlagen und damit verbundene technische Anlagen, unter Vorbehalt von Art. 85 Abs. 1 Bst. d (RPBR) nach dem ordentlichen Verfahren baubewilligungspflichtig.

Wechsel von Heizsystemen, einschliesslich der erforderlichen Arbeiten zur Einrichtung der neuen Anlage, sind nach dem vereinfachten Verfahren Baubewilligungspflichtig (Art. 85 Abs. 1 Bst. d RPBR).

Bei allen Baugesuchen für Erdwärmesonden ist das Formular für Erdwärmesonden mit Wärmepumpen (Link) einzureichen. Die Bohrarbeiten sind durch einen Geologen oder einem fachlich geeigneten Ingenieur zu überwachen, wenn das Auftreten von geologischen Risiken (Arteser, Hohlräume, Gasaustritte usw.) möglich ist und/oder wenn das AfU dies in der Bewilligung fordert. Das geologische Bohrprofil muss auf jeden Fall durch einen Geologen oder einem fachlich geeigneten Ingenieur aufgenommen werden, und die Dokumentation dem AfU übergegeben werden.

Die Karte der Zulässigkeit von Erdwärmesonden finden Sie online.

Kontakt

Amt für Umwelt, Sektion Gewässerschutz, Grund- und Trinkwasser

 

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