Nationaler Zukunftstag

Der Nationale Zukunftstag will Mädchen und Jungs die Gelegenheit bieten, ihren Horizont zu erweitern, indem sie einen für ihr Geschlecht untypischen Beruf entdecken. Die Idee dahinter ist, dass die Jugendlichen eine berufliche Laufbahn einschlagen können, die nicht den klassischen Vorstellungen entspricht. In diesem Sinne begleiten sie eine angehörige Person des anderen Geschlechts zur Arbeit (7. HarmoS) oder nehmen an einem Workshop teil, der von einem Partnerbetrieb oder einer Partnereinrichtung organisiert wird (10. HarmoS).

Futur en tous genres 2018
Futur en tous genres 2018 © Tous droits réservés

Der nächste Nationale Zukunftstag findet am 14. November 2019 statt. 

Jugendliche in der Schweiz wählen ihre berufliche Laufbahn nach wie vor im Glauben aus, es gäbe Berufe für Männer und Berufe für Frauen. Dies vor allem deshalb, weil sich die Jugendlichen in der Schweiz schneller für einen Beruf entscheiden müssen als in anderen europäischen Ländern, und weil die Jugend eine Zeit ist, in der sich Geschlechterstereotypen tendenziell verstärken. Diese Situation ist in Hinblick auf die Talentknappheit weder für die Wirtschaft noch für die Gleichstellung von Frauen und Männern gewinnbringend. 

Am Nationalen Zukunftstag können Mädchen und Jungs somit unbekannte Arbeitsfelder erkunden. Dabei werden sie ermutigt, sich bei ihrer Berufswahl und Zukunftsgestaltung an ihren tatsächlichen Wünschen und Talenten zu orientieren und nicht an stereotypen Rollenvorstellungen der Gesellschaft. Den Eltern bietet der Nationale Zukunftstag die Möglichkeit, ihren Kindern das Erwerbsleben zu zeigen und regt damit in der Familie Gespräche über eine offene Berufswahl an. Unternehmen, Institutionen und Schulen können Mädchen und Jungen an untypische Berufe und Arbeitsbereiche heranführen und in eine geschlechtersensible Nachwuchsförderung investieren. Eine Win-win-Situation!

Die Jugendlichen verbringen den Tag (alleine oder in der Gruppe) mit erfahrenen Fachpersonen, die all ihre Fragen beantworten können. Die Workshops tragen Namen wie: «Mädchen-Informatik-los», «Mädchen-Technik-los» oder «Ein Tag als Profibetreuer» oder «Ein Tag als Profipfleger».

Im Kanton Freiburg können die Mädchen an der Hochschule für Technik und Architektur Workshops in den Bereichen Tiefbau, Maschinenbau, Elektrobau, Architektur oder Chemie besuchen. An der Berufsfachschule können sie Berufsluft als Informatikerin, Elektronikerin, Automatikerin oder noch Polymechanikerin schnuppern und am Landwirtschaftlichen Institut Grangeneuve können sie die grünen Berufe erkunden. Die Firma Liip AG bietet ihnen Einblicke in die Welt der Programmierung.

Die Jungs können ihrerseits an der Hochschule für Gesundheit, der Berufsfachschule Soziales ‒ Gesundheit, im Altersheim «Home de la Jogne» oder im Freiburger Netzwerk für psychische Gesundheit in Marsens die Pflegeberufe kennenlernen. Sie entdecken an der Fachhochschule Freiburg für Soziale Arbeit den Beruf des Sozialarbeiters oder des Sozialpädagogen, versuchen sich in einer Krippe als Kleinkinderbetreuer oder aber erkunden an der Pädagogischen Hochschule den Lehrerberuf

Für die deutschsprachigen Teilnehmenden bieten die Hochschule für Technik und Architektur, die Berufsfachschule und die Pädagogische Hochschule deutsche oder zweisprachige Workshops an. Deutschsprachige Jungs können in einem Coiffeursalon den Coiffeurberuf kennenlernen.

Auf nationaler Ebene werden die Workshops unterstützt durch den nationalen Dachverband der Heime und Institutionen CURAVIVA Schweiz, den Verband Kinderbetreuung Schweiz, Baukader Schweiz, den Schweizerischen Baumeisterverband, ICT-Berufsbildung Schweiz, Akademien der Wissenschaften Schweiz, Swissmem, Swiss Engineering STV, Swico, den Schweizerischen Gewerbeverband sgv, OdA AgriAliForm, den Verband Schweizerischer Schreinermeister und Möbelfabrikanten, den Schweizerischen Ingenieur- und Architektenverein SIA, AM Suisse, Codoc, coiffureSUISSE, die Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte und den ErgotherapeutInnen-Verband Schweiz.
Der Nationale Zukunftstag ist ein Projekt der Gleichstellungsbüros der Kantone Aargau, Appenzell Ausserrhoden, Bern, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Freiburg, Genf, Glarus, Graubünden, Luzern, Neuenburg, St. Gallen, Schwyz, Tessin, Uri, Wallis, Zug und Zürich, der Städte Bern und Zürich sowie des Fürstentums Liechtenstein. Finanziert wird das Projekt vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI).

Wichtig: Der Nationale Zukunftstag kann in allen Klassen aller Stufen dazu genutzt werden, Diskussionsrunden oder verschiedene Aktivitäten zum Thema Gleichstellung zu organisieren.

Ähnliche News