Schulbauernhof von Grangeneuve – Bau einer Pilot-Biogasanlage zur Effizienzverdoppelung der Rindviehgülle

9. Dezember 2019 -07h11

Das Landwirtschaftliche Institut des Kantons Freiburg Grangeneuve und die Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften HAFL wollen eine Pionierrolle bei den erneuerbaren Energien einnehmen und in der Nähe des künftigen Milchschulbauernhofs eine Biogasanlage bauen, mit welcher die Methanisierungseffizienz der Rindviehgülle verdoppelt werden soll. Die Pilotanlage wird nach der Testphase im Verlauf des Jahres 2021 in Betrieb genommen. Grangeneuve und die HAFL wollen dadurch zur Referenz in diesem Bereich werden.

Das Bild zeigt die Biogasanlage von Grangeneuve
Biogasanlage Grangeneuve © Tous droits réservés - Grangeneuve, Institut agricole de l'Etat

Der Staatsrat hat das Projekt gutgeheissen, welches sich in die vom Volk angenommene Energiestrategie 2050 – Ausstieg aus der Atomenergie und Produktion von erneuerbaren Energien – einfügt. Die geplante Prototyp-Biogasanlage in Grangeneuve wird zur Produktion von erneuerbaren Energien beitragen, indem die landwirtschaftliche Biomasse zu Energie verwertet wird. Der Kanton Freiburg unterstützt das Projekt mit einem Betrag von 1,3 Millionen Franken. 

Gülle und Mist sind eine grosse nachhaltige Quelle von landwirtschaftlicher Biomasse. Die energetische Verwertung dieser Stoffe ist bekannt, und die Freiburger Landwirte nutzen sie hauptsächlich mit Biogasanlagen. Angesichts seiner Tätigkeiten in der Ausbildung und Beratung wünscht Grangeneuve, die Nachfrage der landwirtschaftlichen Betriebe in diesem Bereich bestmöglich abzudecken. Die Pilotanlage soll die Energieproduktion der Rindviehgülle dank der thermischen Vorbehandlung der Biomasse verdoppeln.

Nebst der HAFL beteiligen sich Ökostrom Schweiz (Branchenverband der landwirtschaftlichen Biogasanlagenbetreiber in der Schweiz) und das Amt für Energie des Kantons Freiburg am Projekt. Die Biogasanlage ist hauptsächlich auf den Eigenverbrauch und die Entwicklung von neuen Energieverwertungsarten ausgerichtet. Die geplanten 250’000 kWh Strom werden 15 % des Bedarfs am Standort Grangeneuve decken. Zudem wird die Anlage 340’000 kWh Wärme produzieren und zur Reduktion der Methanemissionen beitragen, deren Treibhauseffekt 25-mal grösser ist als derjenige von Kohlendioxid (CO2). Der Bau der Anlage erfolgt 2020, und die Inbetriebnahme ist für 2021 geplant.

Das Dach des künftigen Milchschulbauernhofes wird zudem mit einer Photovoltaikanlage ausgerüstet, welche 20% des Bedarfs von Grangeneuve decken wird. Die Groupe E Greenwatt AG, eine Tochtergesellschaft der Groupe E, wird Eigentümerin der Anlage sein, und Grangeneuve wird den produzierten Strom kaufen. Die erwarteten Einsparungen dank des Eigenverbrauchs des Solarstroms betragen 500’000 Franken auf 20 Jahre verteilt. Mit dem Biogas und der Sonnenenergie wird sich der Strom-Eigenverbrauch von Grangeneuve insgesamt auf ca. 35 % belaufen.

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