Freiburg trifft Massnahmen für eine nachhaltige Anwendung von Pflanzenschutzmitteln

23. November 2018 -00h00

Der Bundesrat hat im Herbst 2017 den Aktionsplan zur Risikoreduktion und nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln verabschiedet. Für dessen Umsetzung auf kantonaler Ebene prüft der Staat verschiedene Massnahmen mit dem Ziel, die Qualität der natürlichen Ressourcen im Allgemeinen und des Wassers im Speziellen zu bewahren.

Das Bild zeigt ein System zur Behandlung von Brühresten
System zur Behandlung von Brühresten © Alle Rechte vorbehalten

Der Bundesrat hat am 6. September 2017 den Aktionsplan zur Risikoreduktion und nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln verabschiedet, mit dem Ziel, die Risiken zu halbieren und Alternativen zum chemischen Pflanzenschutz zu fördern. Mit dem Aktionsplan setzt der Bundesrat klare Ziele, insbesondere für die Wasserqualität. Der Kanton Freiburg war allerdings schon vor der Verabschiedung des bundesrätlichen Aktionsplans aktiv in diesem Bereich und traf entsprechende Massnahmen. Seit der Verabschiedung des Aktionsplans hat der Kanton die Entwicklung dieser Massnahmen, um die Ziele des Bundes zu erreichen, weiter verstärkt. Daneben will er neue Massnahmen einführen.

Das Amt für Umwelt (AfU) kontrolliert seit 2011 regelmässig die Pestizidkonzentrationen in den Fliess- und den unterirdischen Gewässern des Kantons Freiburg. Aus diesen Kontrollen geht hervor, dass die Wasserqualität mehrheitlich gut bis sehr gut ist. In den Einzugsgebieten der Anbauregionen hingegen ist sie im Allgemeinen unbefriedigend.

Das AfU bereitet zudem im Zusammenhang mit der Abgrenzung der Gewässerräume und der Elimination der Mikroverunreinigungen in den ARA verschiedene Massnahmen vor.

Grangeneuve seinerseits instruiert und berät die Landwirtinnen und Landwirte nach den Grundsätzen des integrierten Pflanzenschutzes, damit diese im Sinne einer guten landwirtschaftlichen Praxis alle vorsorglichen Massnahmen treffen und die verschiedenen Pflanzenschutzmittel ganz bewusst und gezielt einsetzen. Darüber hinaus werden die institutseigenen Landwirtschaftsbetriebe genutzt, um mit Blick auf eine möglichst geringe Anwendung von Pflanzenschutzmitteln Versuche und Vorführungen mit neuen Anbautechniken durchzuführen. Nicht zuletzt unterstützt Grangeneuve auch den Freiburger Verband für Landtechnik (FVLT) bei der Kontrolle der Spritzgeräte. Die Eigentümerinnen und Eigentümer müssen ihre Spritzgeräte nämlich alle vier Jahre kontrollieren lassen.

Eine nicht korrekte Reinigung der Spritzen kann punktuelle Einträge von Pflanzenschutzmitteln in die Umwelt zur Folge haben. Um die Risiken für die Gewässer zu minimieren, ermutigt der Aktionsplan des Bundes die Einrichtung eines umweltfreundlichen Behandlungssystems. Mit der Unterstützung der staatlichen Dienststellen hat das Unternehmen Phyto-Eco Vesin in einem Betrieb des Broyebezirks ein Pilotprojekt für ein System zur Behandlung von Brühresten verwirklicht.

Die Finanzierung von Anlagen für das Befüllen und/oder Reinigen der Spritzen ist wie folgt geregelt: Bund und Kanton können solche Anlagen im Prinzip zu je 25 % der Kosten subventionieren, wobei der Bundes- und der Kantonsbeitrag auf jeweils 50 000 Franken begrenzt ist; andernteils wird kein minimaler Investitionsbetrag für die Beitragsleistung vorausgesetzt.

Der Kanton Freiburg will sechs Projekte dieser Art begleiten, um sich auf Anlagen stützen zu können, die den Vorgaben des Bundes entsprechen. Ziel ist, die technischen und administrativen Fragen vorwegzunehmen und mittelfristig über Musteranlagen zu verfügen, die dazu dienen können, den Freiburger Landwirtinnen und Landwirten die neuen Mittel für die Abwasserbehandlung vorzustellen.

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