Geboren am 23. November 1920 in Courtion, gestorben am 31. März 2014 in Freiburg. Katholisch, von Bussy (Broyebezirk) und Charmey (Greyerzbezirk). Seine Eltern sind Fernand Masset, Polizist, und Cécile geb. Romanens. Er ist das zweite von vier Kindern. 1952 heiratet er Gertrude Mauron. Das Paar hat zwei Kinder. Ihr Sohn Claude war von 1991 bis 2006 Gemeinderat, und auch Generalrat der Stadt Freiburg.

Ferdinand Masset, ancien Conseiller d'Etat/alt Staatsrat, (1920)
Ferdinand Masset, ancien Conseiller d'Etat/alt Staatsrat, (1920) © Tous droits réservés
Ferdinand Masset (1920–2014), freisinnig

Nach der Primarschule in Siviriez und Farvagny, Gemeinden, in denen sein Vater dienstlich tätig ist, besucht Ferdinand Masset ab 1932 das Kollegium St. Michael, das er vier Jahre später mit dem Handelsdiplom verlässt. Er beginnt eine Lehre als kaufmännischer Angestellter, die er 1939 mit dem eidgenössischen Diplom abschliesst. 1940 im Alter von 20 Jahren mobilisiert, absolviert er 1303 Diensttage, die er als Oberleutnant abschliesst.

Von 1944 an arbeitet er als Büroangestellter, und von 1946 bis 1966 leitet er die von ihm mitbegründete Union interprofessionnelle patronale des Kantons Freiburg, den späteren Arbeitgeberverband. Gleichzeitig bildet er sich weiter. So erwirbt er 1950 das eidgenössische Buchhalterdiplom und 1953 den eidgenössischen Fähigkeitsausweis für leitende Funktionen in der eidgenössischen und kantonalen Steuerverwaltung. Von 1956 bis 1972 führt er das Sekretariat des Freiburgischen Gewerbeverbands. Zudem ist er von 1959 bis 1976 halbtags kaufmännischer und finanzieller Direktor des Pharmaunternehmens Cooper S.A. (heute Vifor SA) in Villars-sur-Glâne. Als Mann voller Tatkraft und Fantasie gehört er zu den Gründern der Freiburger Messe und führt 15 Jahre lang das Generalsekretariat dieses Schaufensters der kantonalen Wirtschaft.

Ferdinand Masset steigt erst spät in die Politik ein, doch seine politische Karriere zeichnet sich durch ihr Gleichmass und ihren Erfolg aus. Mit 41 Jahren wird er 1961 als FDP-Vertreter in den Grossen Rat gewählt, dem er während drei Legislaturen angehört. In dieser Zeit erregt er durch die Stichhaltigkeit seiner Vorstösse Aufmerksamkeit, insbesondere als Verfasser zweier in den Jahren 1969–1970 eingereichter Motionen, die zur Einrichtung des Amts für Wirtschaftsförderung und zur Einrichtung des Tourismusförderungsfonds führen.

1962 wird Ferdinand Masset in den Generalrat der Stadt Freiburg gewählt. Unter Beibehalt seines Mandats als Grossrat wird er 1966 nichtständiges Mitglied des Gemeinderats, in dem er vier Jahre lang das Sozialamt und weitere fünf Jahre die Abteilung «Kultur und Tourismus» leitet. Während vier Jahren ist er Mitglied der städtischen Finanzkommission, in der seine Meinung aufgrund seiner Fachkenntnisse sehr geschätzt wird.

Massets Fähigkeiten – er spricht fliessend Deutsch – und seine Effizienz machen ihn 1976 zum idealen Staatsratskandidaten. Am 5. Dezember wird er im zweiten Wahlgang neben seinem freisinnigen Murtner Mitstreiter Hans Bächler in die Regierung gewählt, der er zwei Amtszeiten lang angehört (1977–1986), und die er zweimal präsidiert: 1981, dem Jahr, in dem das 500-Jahr-Jubiläum des Eintritts Freiburgs in die Eidgenossenschaft begangen wird, und 1985. Die Bilanz seiner Aktivität an der Spitze der Baudirektion ist beachtlich: Mehr als 100 Gesetze und vor allem Dekrete bringt er vor dem Grossen Rat zur Abstimmung. Sechs Dekrete über die Finanzierung des kantonalen Strassennetzes werden dem Volk vorgelegt, das vier gutheisst und zwei äusserst knapp verwirft.

Zur Modernisierung des Strassennetzes eines Kantons, der sich auf wirtschaftlicher Aufholjagd befindet, kommt der Bau der Autobahnen A12 und A1 hinzu. Ihre Finanzierung ist zwar zu 90 % vom Bund gewährleistet, doch bedeutet die Überwachung der Arbeiten für die Baudirektion und ihren Vorsteher einen erheblichen Zeit- und Kraftaufwand.

Ferdinand Masset scheidet am 31. Dezember 1986 aus dem Staatsrat aus. Von 1987 bis 1997 präsidiert er den Verwaltungsrat des Arbeitgeberverbands, zu dessen Ehrenpräsident er gewählt wird. Zudem ist er von 1992 bis 1997 Präsident der Vereinigung der Freiburger Messe. Unter seiner Leitung wird die Planung des 1999 in Granges-Paccot eröffneten «Forums Freiburg» vorangetrieben. Auf nationaler Ebene wird er in die Schweizerische Gewerbekammer gewählt, deren Sitz in Bern ist, und die ihn 1979 zum Ehrenmitglied ernennt.

Als ehemaliger Staatsrat hat Ferdinand Masset den Kanton in mehreren hohen Instanzen zu vertreten. 1991 präsidiert er die kantonale Kommission für das 700-Jahr-Jubiläum der Eidgenossenschaft. Im gleichen Jahr leitet er zudem die Kommission «Sparaktion für den Staat». Daneben ist er, doch nicht gleichzeitig, Mitglied der Kommissionen für Steuerrekurse, Studienstipendien, die Wirtschaftsförderung des Kantons und den Bau der neuen Hochschule für Technik und Architektur.

In Anerkennung seiner Verdienste erhält Ferdinand Masset 1991 den Preis des Freiburger Tourismusverbands (FTV). Im Sportbereich präsidiert er mehrere Jahre lang den Club athlétique de Fribourg (CAF) und den Fribourg Olympic Basket Ball Club, zu dessen Ehrenpräsident er gewählt wird. Im sozialen Bereich ist er von 1987 bis 1993 der kantonale Präsident von Pro Senectute. Was die Kultur betrifft, ist er an der Gründung dreier Institutionen beteiligt: dem Museum für Glasmalerei in Romont, dem Münsterschatz von St. Nikolaus und dem Musée du Pays de Charmey.

Ferdinand Masset stirbt am 31. März 2014 im 93. Altersjahr in Freiburg.

Aus : "Der Freiburger Staatsrat : 1848-2011"

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