Der von der BKAD und der GSD vorgelegte Bericht geht auf mehrere parlamentarischen Vorstösse zurück, in denen eine bessere psychiatrische Versorgung insbesondere der deutschsprachigen Jugendlichen gefordert wurde. Die Bedarfsanalyse beschränkte sich auf die ambulante und teilstationäre Betreuung aller Freiburger Kinder und Jugendlichen und schloss die verschiedenen Bereiche und Institutionen des Gesundheits-, Sozial- und Schulwesens mit ein. Die Feststellungen des Berichts führten zu 14 Empfehlungen, von denen einige bereits umgesetzt wurden und andere sich in der Umsetzungsphase befinden.
Von allen Partnern geteilte Feststellungen
Der Bericht stellt unter anderem fest, dass Fachpersonen manchmal hilflos mit einer Situation konfrontiert sind, dass die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Akteuren und den Eltern schwierig ist, dass es nach einer Krise oder einem Spitalaufenthalt zu wenig Plätze in halbambulanten Einrichtungen gibt, dass es zu wenig Kinderpsychiater-innen gibt oder dass die Zahl der Situationen, die von erzieherischen oder sozialen Unterstützungsmassnahmen betroffen sind, zugenommen hat. Diese Feststellungen werden von den verschiedenen öffentlichen und privaten Partnern geteilt und haben zu einem Austausch und manchmal auch zur Einführung von Massnahmen zur Zusammenarbeit geführt.
Die Autorinnen und Autoren des Berichts, ehemalige Amtsvorsteher-innen der GSD, formulieren 14 Empfehlungen, von denen einige bereits umgesetzt wurden, wie die Schaffung einer zusätzlichen deutschsprachigen Klasse im Centre thérapeutique de jour CTJ, die Unterzeichnung einer Vereinbarung mit der UPD in Bern für die Betreuung deutschsprachiger Jugendlicher oder die Entwicklung der Liaison-Psychiatrie in bestimmten Einrichtungen. Verschiedene Strategien und Konzepte (Gesundheit in der Schule, Strategie für die frühe Kindheit) wurden ebenfalls entwickelt und werden langfristig zu neuen Leistungen, insbesondere im Bereich der Prävention, führen.
Die Eröffnung des Zentrums für intensive Frühintervention (IFI-Zentrum) für Kleinkinder mit ASS (Autismus-Spektrum-Störung) im Jahr 2023 ist nicht Teil der Empfehlungen, trägt aber zu einer besseren Betreuung der Kinder bei und kann auch als Präventionsmassnahme angesehen werden.
Wachsender Bedarf
Angesichts des zusätzlichen Bedarfs von rund 300 Kindern mit psychischen Schwierigkeiten pro Jahr muss der Kanton die bestehenden Angebote weiter ausbauen oder neue schaffen. Insbesondere die schrittweise Erhöhung der Anzahl Plätze im IFI-Zentrum, die Schaffung eines Tageszentrums mit acht Plätzen im FNPG und ein Pilotprojekt für die Schaffung einer sozial-medizinischen Ressourcengruppe in den Schulbezirken sind Massnahmen, die in den Finanzplan aufgenommen wurden.
Der Staatsrat war sich der Bedeutung der Problematik bewusst und teilte den Inhalt des Berichts anlässlich einer Winterklausurtagung mit den verschiedenen betroffenen Amtsvorsteher-innen der Direktionen, um die Koordination und die Aufhebung der Trennung von Aufgaben und Leistungen zu fördern.