Freiburger Hefte für Archäologie 2018

27. Februar 2019 -10h45

20 Jahre: Dieses Jubiläum feiern die Freiburger Hefte für Archäologie mit der Ausgabe 2018. Die Ausgabe 2018 kommt mit einem aufgefrischten und farbigen Layout daher, hat eine neue Inhaltsstruktur, bei der die Informationen, die sich an ein breiteres Publikum richten, vor die wissenschaftlichen Fachbeiträge gesetzt werden, sie erfuhr eine «Entmaterialisierung» des herkömmlichen Archäologischen Fundberichts hin zum Internet. Die neue Ausgabe der Freiburger Hefte für Archäologie ist das Ergebnis einer Ära des Wandels, welche die im Rahmen der Industrie 4.0 vom Staat Freiburg angestrebten Zielsetzungen mit sich bringen.

Neues Deckblatt der Freiburger Hefte für Archäologie 2018
Neues Deckblatt der Freiburger Hefte für Archäologie 2018 © Alle Rechte vorbehalten

Die Omnipräsenz von Farbe sticht sofort ins Auge, doch ist es vor allem der Inhalt dieser 20. Ausgabe der Freiburger Hefte für Archäologie, der mit frisch angeordneten und zum Teil neuen Rubriken den grössten Wandel erfahren hat: ein Kalender, der Schlaglichter auf zwölf Ereignisse des vergangenen Jahres wirft, «Einblicke» genannte Kurzbeiträge, die sich auf zwei bebilderten Seiten einigen kürzlich durchgeführten archäologische Interventionen widmen und schliesslich die «Auswertungen», in denen die zum Vorschein gekommenen Funde und Befunde detailliert behandelt werden. Den leicht verständlichen, für eine breitere Leserschaft vorgesehenen Beiträgen wird im neuen Heft wieder viel Platz geboten. Mitteilungen zu den allerletzten Neuigkeiten sind hingegen nicht mehr Teil des neuen Konzepts: Der Archäologische Fundbericht, der bislang den Abschluss der Freiburger Hefte bildete, ist verschwunden. Seit anfangs 2018 werden Kurzbeschriebe der zahlreichen archäologischen Einsätze, die während des Jahres auf dem Kantonsgebiet stattfanden, in der neuen Web-Anwendung ChronArc (geo.fr.ch/ChronArc) veröffentlicht und mittels kartografischer Darstellung sowie praktischer Suchfunktionen einer grösseren Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Der Wandel hält nicht nur Einzug in den Freiburger Heften für Archäologie, sondern auch in zahlreichen anderen Aktivitäten des Amtes für Archäologie des Staates Freiburg. Die fortschreitende Digitalisierung zeitigt bereits erste Erfolge, sowohl in der internen Verwaltung der Informationen als auch in deren Auswertung und Verbreitung in der Öffentlichkeit. Die Wissensvermittlung ist wesentlicher Bestandteil der archäologischen Tätigkeit, und die Erwartungen – sowohl von Seiten der Öffentlichkeit als auch von wissenschaftlicher Seite – ändern sich. Dabei geht es stets darum, sich anzupassen und die dabei zur Verfügung stehenden Mittel bestmöglich einzusetzen: Den Wandel zulassen heisst auch der Verbesserung eine Chance zu geben.

Eine statistische Zusammenschau der archäologischen Interventionen des vergangenen Jahres bildet mit einer Überblickskarte den Einstieg in quantitativer Hinsicht. Aus zeitlichen und räumlichen Blickwinkeln decken die daran sich anschliessenden Kurzberichte ein breites Spektrum an Themen ab. Nur ein Sprung ins kühle Nass des Neuenburgersees trennt die Leserinnen und Leser von einem Entdeckungstauchgang durch eine bronzezeitliche Seeufersiedlung. Hautnah sind sie dabei, wenn auf dem Wistenlacherberg nach flüchtigen Zeugnissen menschlicher Präsenz prospektiert und gegraben wird, und wenn sie zusammen mit den Archäologen Leitungsgräben durchschreiten, die zahlreiche Hinterlassenschaften aus römischer Zeit bergen. Auch nehmen sie die Gelegenheit wahr, die sich durch die Ausdohlung eines Baches in Prez-vers-Noréaz bietet, um zahlreiche ältere Strukturen freizulegen und begleiten zu guter Letzt die Restaurierungsarbeiten im Schloss Murten.

In den «Auswertungen» werden den interessierten Laien und Fachleuten die Architekturbefunde eines gallorömischen Landguts in Courtepin/Fin Dessus ausführlich präsentiert. Eine eigene Studie widmet sich den prachtvollen Grabinventaren einer frühmittelalterlichen Nekropole, die in den Ruinen desselben Anwesens angelegt worden war. Den baulichen Hinterlassenschaften und den Fundgegenständen, die im letzten Moment dem Bau einer Wasserleitung entkommen sind, werden alle Geheimnisse entlockt. Insbesondere die erstaunlichen, reich verzierten Gürtelschnallen, über deren sorgfältige Restaurierung in einem dritten Beitrag berichtet wird, offenbaren ihre ganze Pracht. Zum Schluss wird die Leserschaft dazu eingeladen, das Zisterzienserkloster Fille-Dieu in Romont zu erkunden und mehr über seine komplexe bauliche Entwicklung zu erfahren, die sich mit einer Abfolge von Bau-, Umbau- und Renovationsphasen zwischen dem Jahr 1268 und dem Ende des 20. Jahrhunderts erstreckt.

Die diesjährige, stark vom Wandel geprägte Ausgabe der Freiburger Hefte für Archäologie hat eine Druckauflage von 500 Exemplaren. Ihre digitale Fassung wird bald zur Ansicht und zum Download auf der Plattform E‑Periodica (e-periodica.ch) zur Verfügung stehen. Mit Blick auf den digitalen Umbruch sind wir der Überzeugung, dass eine möglichst umfassende Zugänglichkeit unserer Forschungsergebnisse durch die im wissenschaftlichen Umfeld weitverbreiteten Open Access-Veröffentlichungen schnell und ohne Kosten für die Allgemeinheit umgesetzt werden soll. Wer das Gedruckte dem Bildschirm vorzieht, für den besteht weiterhin die Möglichkeit, eine Printausgabe beim Amt für Archäologie zu beziehen.

Die gesamte Mitarbeiterschaft des Amtes für Archäologie des Staates Freiburg wird sich auch weiterhin mit grösstem Engagement für die Bewahrung unseres kantonalen archäologischen Erbes einsetzen. Sie wünscht Ihnen eine sehr angenehme Lektüre!

FHA 2018 - Einige Einblicke auf das vorige Jahr
FHA 2018 - Gürtelgarnitur aus Damaszener Einsen, Nekropole Courtepin/Fin Dessus
FHA 2018 - Erneutes Layout der Artikel
FHA 2018 - Statuettensockel der römischen Villa von Courtepin/Fin Dessus
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