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photo de Reto Blumer, nouvel archéologue cantonal
Reto Blumer Kantonsarchäologe © Tous droits réservés

Reto Blumer wird neuer Freiburger Kantonsarchäologe

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Reto Blumer Kantonsarchäologe © Tous droits réservés

15. Mai 2019 - 09h28

Reto Blumer, der seit April 2018 das Amt für Archäologie (AAFR) ad interim leitet, wird neuer Kantonsarchäologe. Er spricht fliessend Französisch und Deutsch und ist seit 2001 in zahlreichen Funktionen beim Kanton Freiburg tätig. Diese Ernennung erfolgt im Anschluss an eine Analyse zur Zweckmässigkeit einer Zusammenlegung des AAFR mit dem Amt für Kulturgüter (KGA). Die Ergebnisse dieser Analyse zeigen, dass eine Fusion es ermöglichen würde, die verschiedenen Berufe der Archäologie und des Kulturgüterschutzes in einem Amt aufzustellen, ohne sie jedoch vermischen zu können. Daher wurde entschieden, dass die beiden Ämter AAFR und KGA separat weiterbestehen sollen.

Reto Blumer ist 1969 in Freiburg geboren und wohnt in Châtel-sur-Montsalvens. Nach der Matura am Kollegium St. Michael erwarb er 1997 an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Genf ein Diplom in ur- und frühgeschichtlicher Archäologie. In den Jahren 1995 bis 2001 arbeitete er regelmässig mit der Schweizerisch-Liechtensteinischen Stiftung für archäologische Forschungen im Ausland (SLSA) zusammen und beteiligte sich an oder leitete Arbeiten in Sibirien und in Bhutan. 2001 begann er beim Amt für Archäologie des Staates Freiburg zu arbeiten, zunächst als wissenschaftlicher Assistent, seit 2012 als Adjunkt des Amtsvorstehers, seit 2015 als stellvertretender Amtsvorsteher und seit April 2018 als Amtsvorsteher ad interim.

Reto Blumer spricht fliessend Französisch und Deutsch, auch Mundart, sowie Englisch und hat in seiner Berufslaufbahn alle Stufen durchlaufen: Während seines Studiums war er Ausgrabungsarbeiter, dann wissenschaftlicher Mitarbeiter in Sibirien, Betriebsleiter und wissenschaftlicher Leiter in Bhutan sowie bei den Grabungen zur H189 Bulle – La-Tour-de-Trême, wissenschaftlicher Assistent bei der Bearbeitung von Baubewilligungsverfahren sowie von Erhebungen und Inventarisierungen bei Ortsplanungsrevisionen, Verantwortlicher für den technischen Support (Konservierungs- und Restaurierungslabors, Verwaltung der Sammlungen, grafische Produktion, Fotografie, Informationssystem und Archive) und für Unterwassergrabungen, stellvertretender Amtsvorsteher und schliesslich Amtsvorsteher ad interim des AAFR.

Er hat Archäologie in sämtlichen Epochen von der Urgeschichte bis zum Mittelalter und auf den unterschiedlichsten Böden praktiziert. Da er von der entscheidenden Bedeutung des digitalen Wandels überzeugt ist, hat er sich intensiv an der Entwicklung des archäologischen Informationssystems, der Integration digitaler Technologien und der Optimierung der Abläufe in der Archäologie, vom Feld bis zur Auswertung und Vermittlung der Ergebnisse, beteiligt. Als Chef pflegt er einen guten Umgang mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Er bringt alle Voraussetzungen mit, die es für die Leitung des AAFR braucht.

 

Zweckmässigkeit einer Zusammenlegung der beiden Ämter?

Nach dem Altersrücktritt der bisherigen Amtsvorsteherin des AAFR per 31. März 2018 wollte der Direktor für Erziehung, Kultur und Sport die Zweckmässigkeit einer Zusammenlegung des Amtes für Archäologie des Staates Freiburg (AAFR) mit dem Amt für Kulturgüter (KGA) abklären lassen, bevor er über die unbefristete Anstellung einer neuen Kantonsarchäologin oder eines neuen Kantonsarchäologen entscheidet.

Nach Abschluss dieser Analyse wird empfohlen, den AAFR und die KGA als zwei unabhängige Ämter mit ihren jeweiligen Aufgabenbereichen weiterzuführen. Denn die Berufe der Archäologie und des Kulturgüterschutzes sind nicht austauschbar. Selbst wenn eine Zusammenlegung der beiden Ämter in vernünftiger Zeit keine wesentlichen Effizienzsteigerungen bringen würde, könnte in einigen Bereichen eine Zusammenarbeit aufgebaut werden.

An seiner Sitzung vom 14. Mai 2019 hat der Staatsrat auf Vorschlag der EKSD somit bestätigt, dass das AAFR und das KGA als zwei getrennte Ämter beibehalten werden sollen. Er genehmigte zudem die Ernennung von Reto Blumer zum Vorsteher des Amts für Archäologie bzw. zum Kantonsarchäologen.

Dokumentation

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