Zurück
Stéphane Quéru, Amtsleiter des Jugendamts JA
Stéphane Quéru, Amtsleiter des Jugendamts JA © Alle Rechte vorbehalten

Stéphane Quéru, Vorsteher des Jugendamtes, ist seit Januar Präsident der Lateinischen Konferenz zur Förderung und zum Schutz der Jugend (Conférence latine de promotion et de protection de la jeunesse ‒ CLPPJ).

Stéphane Quéru, Amtsleiter des Jugendamts JA
Stéphane Quéru, Amtsleiter des Jugendamts JA © Alle Rechte vorbehalten

29. März 2019 - 17h21

Mit drei Fragen an Stéphane Quéru wollen wir mehr dazu erfahren.

Was ist die CLPPJ?

Es handelt sich um die regionale Konferenz der Verantwortlichen der kantonalen Stellen für den Schutz und die Förderung der Kinder und Jugendlichen der lateinischen Schweiz.

Ihr Ziel ist es, die Verfahren in Bereichen wie Adoption, familienergänzende Betreuung, Familienpflege oder der Ausbildung der Fachpersonen für Kinderschutz zu harmonisieren.

Die CLPPJ ist auch ein Ort, an dem die Vorsteher der Stellen für Kinder- und Jugendschutz der lateinischen Kantone Informationen austauschen können.

Könnten Sie uns ein konkretes Beispiel eines Dossiers geben, das die CLPPJ gerade behandelt?

In Sachen Adoptionsverfahren haben wir z. B. für die lateinischen Kantone standardisierte Schemata entwickelt, die bei der Beurteilung von Paaren, die ein Kind adoptieren möchten, eingesetzt werden. Dadurch stehen einerseits allen Fachpersonen gemeinsame Kriterien zur Verfügung, andererseits gibt es nun ein Verfahren, mit dem die Kantone untereinander die Zuteilung der Kinder, die zur nationalen Adoption freigegeben sind, regeln können.

Ein weiteres Dossier ist die Erfassung aller kantonalen Richtlinien, Normen und Empfehlungen im Bereich familienergänzende Betreuung, dank der den politischen Behörden Vergleichsdaten zur Verfügung stehen.

Wie lauten die derzeitigen Ziele der CLPPJ?

Gegenwärtig arbeitet die CLPPJ insbesondere an Projekten der gemeinsamen Ausbildung der Fachpersonen für Kinderschutz der verschiedenen Kantone. Dazu arbeitet sie  im Rahmen des CAS Kinderschutz u. a. eng mit den Hochschulen für Soziale Arbeit Genf und Freiburg zusammen.

Des Weiteren arbeitet die CLPPJ mit der Universität Genf an der Entwicklung von gemeinsamen Arbeitsinstrumenten für die Kinderschutzstellen. So plant sie z. B. ein gemeinsames Weiterbildungsprogramm für die Fachpersonen für Kinderschutz zum Thema Betreuung von Kindern, die komplexe Formen der Misshandlung erleiden müssen.

Wie arbeitet die CLPPJ?

Die CLPPJ kommt vier Mal pro Jahr zusammen. Sie hat den Auftrag, Empfehlungen für die lateinischen Staatsrätinnen und Staatsräte auszuarbeiten, im Rahmen der Vereinigung der Vorsteherinnen und Vorsteher der Sozialämter der Romandie (Groupement romand des chef-fes de service de l’action sociale – GRAS). Die GRAS ist das fachtechnische Organ der Gesundheits- und Sozialdirektorenkonferenz der lateinischen Schweiz (Conférence latine des affaires sanitaires et sociales – CLASS.

In diesem Rahmen beauftragt die CLPPJ Arbeitsgruppen mit der Ausarbeitung von thematischen Dossiers.

Manche Dossiers finden via Konferenz der kantonalen Beauftragten für Kinder- und Jugendförderung (KKJF), dem fachtechnischen Organ der Konferenz der kantonalen Sozialdirektorinnen und Sozialdirektoren (SODK), nationale Verwendung.

Ähnliche News